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Hilfe bei der Hebammensuche: Die wichtigsten Anlaufstellen

Unbezahlbare Begleiter

Hilfe bei der Hebammensuche: Die wichtigsten Anlaufstellen

Die Unterstützung einer Hebamme kann in vielen Momenten der Schwangerschaft, während der Geburt und besonders auch im Wochenbett unbezahlbar sein. Deshalb steht jeder Frau in Deutschland die geburtshilfliche Versorgung durch eine Hebamme oder einen Entbindungspfleger zu. Zur Geburt in der Klinik wird dir eine Hebamme gestellt, für die Betreuung in Schwangerschaft, Wochenbett und Stillzeit musst du aber selber eine Hebamme finden. Gar nicht so leicht! Wie früh solltest du eine Hebamme suchen und was ist besonders wichtig? Alle Informationen, Tipps und Anlaufstellen für die Hebammensuche. 

Hebammen sind eine riesige Unterstützung in den ganz großen Fragen aber auch den ganz kleinen Momenten. Sie geben Frauen, Kindern und Familien in der Schwangerschaftsvorsorge, während der Geburt und in der Nachsorge schon seit Jahrtausenden unersetzliche Unterstützung. Aus diesem Grund steht dir auch gesetzlich eine Hebamme während und in der Zeit nach der Schwangerschaft sowie zur Geburt deines Kindes zu.

Leider heißt das aber nicht, dass es einfach ist, eine Hebamme zu finden. Dabei macht es auch kaum einen Unterschied, wo du wohnst: Während in Ballungsgebieten viele Hebammen arbeiten, sind diese schon über Monate ausgebucht. In ländlichen Gegenden gibt es weniger Mitbewerberinnen, dafür aber auch weniger Fachpersonal.

Viele werdende Mamas entscheiden sich deshalb schnell gegen eine Hebammenbetreuung, weil sie die Schwangerschaft nicht mit endlosen Recherchen und Telefonaten verbringen möchten. Dabei lohnt sich die Hebammensuche aber definitiv, denn Hebammen können dich mit ihrem enormen Wissensschatz auf Wegen unterstützen, die der Schulmedizin nicht möglich sind.

Mehr als Geburtshilfe: Hebammen stehen Familien mit Rat, Tat und jeder Menge Erfahrung in der Schwangerschaft und Stillzeit zur Seite.

Fragen vor der Hebammensuche: Welche Vorstellungen hast du?

Vor der Suche einer Hebamme solltest du dir Fragen stellen, was dir in der Betreuung am wichtigsten ist und wo du vielleicht Abstriche machen kannst. So kann es sein, dass du eine tolle Hebamme findest, die nicht alle gewünschten Leistungen anbietet. Oder die fürs Wochenbett vielleicht schon ausgebucht ist, aber deine Vorsorge übernehmen kann. Deine Prioritäten bestimmen auch, wo du mit der Suche beginnst:

1. Geburt

Wo möchtest du dein Kind zur Welt bringen? Suchst du eine Beleghebamme für die Entbindung in der Klinik, eine freie Hebamme für eine Hausgeburt oder möchtest du in einem Geburtshaus mit einer dort angestellten Hebamme entbinden?

2. Schwangerschaftsvorsorge

Kann komplett von deiner Gynäkologin oder Hebamme durchgeführt oder aufgeteilt werden.

2. Geburtsvorbereitungskurs

Soll er bei deiner Hebamme sein oder kann es auch ein anderer Anbieter sein? (Es gibt verschiedene Kursoptionen von Intensivkursen übers Wochenende zu Langzeitkursen, dabei bist du nicht an deine betreuende Hebamme gebunden).

4. Wochenbett

Möchtest du (bei einer Klinikgeburt) direkt nach der Entbindung nach Hause oder dich stationär betreuen lassen?

5. Rückbildungskurs

Viele Hebammen bieten die Rückbildung an, du kannst aber auch andere Anbieter wählen. (Vorsicht: Die Krankenkasse zahlt hier nur, wenn der Kurs von einer Hebamme und in den ersten 9 Monaten nach der Geburt durchgeführt wird!)

6. Stillberatung

Wie wichtig ist dir die langfristige Betreuung in der Stillzeit? Während alle Hebammen dich beraten können, sind einige ausgebildete Stillberaterinnen und Mitglieder der La Leche Liga. Alternativ kannst du LLL-Stilltreffen, Stillcafes und die Stillberatung einer Klinik aufsuchen.

Wie kann man eine Hebamme finden?

Der erste Anlaufpunkt ist die zentrale Hebammenliste deiner Region. Auch der Deutsche Hebammenverband und der BfHD bieten Listen an.

Alle Hebammen-Listen im Überblick

Gleichzeitig kannst du die Listen bei deinem zuständigen Bürgeramt, Gesundheitsamt oder bei deiner Gynäkologin anfragen. Auch wenn du nach vielen Anrufen keine Hebamme findest, gibt es viele Optionen. Hier die besten Anlaufstellen für die Hebammensuche:

Die besten Anlaufstellen für die Hebammensuche

  • Gynäkologin und Hausärztin: Neben deiner örtlichen Hebammenliste haben sie oft Aushänge und Flyer in der Praxis, oder nicht selten auch persönliche Kontakte.
  • Liste vom Krankenhaus: Krankenhäuser bieten Listen der Beleghebammen auf ihren Webseiten und am Infoschalter an.
  • Deine Krankenkasse: Einige Krankenkassen bieten Hilfe bei der Suche oder Vermittlung an. Ein Anruf kann nicht schaden.
  • Apotheken: Hier findest du oft Aushänge oder Businesskarten, viele kennen auch Hebammenpraxen in der Nähe.
  • Dein zuständige Gesundheitsamt: Auch hier kannst du meist eine Hebammenliste herunterladen oder zugeschickt bekommen.
  • Hebammenpraxen und Geburtshäuser
  • Die gelben Seiten
  • Social Media: In den Facebook-Gruppen zu lokalen Hebammensuchen sind nicht nur suchende Eltern, sondern auch Hebammen aktiv, die sich Anfragen dann gegenseitig weiterleiten oder auch Tipps geben können.
  • Deine Kontakte: Alle fragen! Im Yoga-Kurs, Mama-Schwimmkurs, im Geburtsvorbereitungskurs

Ab wann sollte man eine Hebamme suchen?

Viele Familien fragen sich, ab welcher Schwangerschaftswoche sie eine Hebamme suchen sollten. Je eher, desto besser! Sobald du weißt, dass du schwanger bist und somit deinen ET berechnet hast, ist der richtige Zeitpunkt, um mit der Hebammensuche zu beginnen.

Wenn du planst, schwanger zu werden, ist es noch besser, wenn du bereits eine Liste mit Kontaktdaten bereit hast, sodass du direkt loslegen kannst. Denn Hebammen haben ein bestimmtes Kontingent, wie viele Frauen sie gleichzeitig betreuen können.

Mach dich auf viele Telefonate gefasst: Hebammen sind durch Vorsorge- und Nachsorgetermine, Behandlungen, Geburten und Kurse, die sie leiten, viel unterwegs!

Das heißt aber nicht, dass es jemals zu spät für die Suche ist: Hast du dich später in deiner Schwangerschaft für eine Hebamme entschieden oder bisher noch keine gefunden, kannst du über die obigen Anlaufstellen manchmal auch kurzfristig noch jemanden finden.

Ab wann sollte man eine Hebamme für die Nachsorge suchen?

Wenn du dir von Anfang an sicher bist, dass du nur eine Hebamme fürs Wochenbett suchst, ist es trotzdem nie zu früh, mit der Suche zu beginnen. Denn die meisten Frauen, die gerade eine Hebamme für die Schwangerschaftsbetreuung und das Wochenbett suchen, entbinden in einer ähnlichen Zeitspanne wie du.

Was tun, wenn ich keine Hebamme finde?

1. Unterversorgung melden

Deine Unterstützung hilft, den Hebammennotstand statistisch zu erfassen und erhöht den politischen Druck: Melde die Hebammenunterversorgung beim Deutschen Hebammenverband

2. Krankenkasse kontaktieren

Als zuständiger medizinischer Versorger ist es die Pflicht deiner Krankenkasse, dich zu unterstützen. Eine Briefvorlage vom Deutschen Hebammenverband findest du hier. 

3. In einer Klinik voranmelden

Ohne betreuende Hebamme kann dir ein vorab besprochener Geburtsplan und ein Gespräch mit der leitenden Hebamme vor Ort viel Erleichterung bringen. Findest du keine Wochenbettbetreuung, ist es ratsam, dich nach der Geburt stationär aufnehmen zu lassen. So stellst du die Nachsorge und Stillberatung für dich und dein Kind in den ersten Tagen durch die Beleghebammen sicher. Oft kann die Klinik dann auch eine weitere Wochenbettbetreuung veranlassen.

Warum finde ich keine Hebamme?

Auch wenn die Hebammenbetreuung in Deutschland gesetzlich festgelegt ist und allen Familien zusteht, wird es immer schwerer, eine Hebamme zu finden. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Der Anstieg der Geburtenrate und die wachsenden Einwohnerzahlen in den Ballungsgebieten haben die Nachfrage in den letzten Jahren stark erhöht, während in ländlichen Gegenden meist nur sehr wenige Hebammen arbeiten und hier die Bedingungen immer schlechter werden.

Und diese sehen nicht rosig aus, egal wo die Hebammen arbeiten: Lange und unberechenbare Arbeitszeiten, Hierarchie-getriebene und vielseitig unterbesetzte Krankenhäuser sorgen dafür, dass sich viele ausgebildete Hebammen und Entbindungspfleger langfristig für andere berufliche Wege entscheiden. Geringe Bezahlung und hohe Versicherungsprämien zwingen viele in die Teilzeitarbeit, um eine weitere Einnahmequelle sicherzustellen.

Quellen:
Deutscher Hebammenverband e.V.
Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.

Jennifer Kober
Das sagtJennifer Kober:

So war es bei uns

Nach monatelanger Hebammensuche hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben. Zum Glück waren wir dann aber über ein Wochenende beim Geburtsvorbereitungskurs: Die beiden leitenden Hebammen haben sofort losgelegt, ihre Kolleginnen angerufen und mich in der lokalen Facebook-Gruppe aufgenommen. So fand ich dann Ende des 8. Monats noch meine Hebamme, die gerade im Langzeitaufenthalt im Ausland, aber online aktiv und bald auf der Rückreise war.

Auch wenn wir nicht viel gemeinsam hatten, möchte ich ihre Unterstützung bei meinen vorzeitigen Wehen, Geburtsverletzungen und anfänglichen Stillproblemen niemals missen. Auch unsere guten Freunde fanden noch kurz vor der Geburt ihre Hebamme online über Facebook, die gerade zugezogen und deshalb noch gar nicht auf der lokalen Hebammenliste war. Netzwerken lohnt sich also!

Bildquelle: Getty Images

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