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Nachsorgehebamme: die beste Hilfe für einen guten Start

Nachsorgehebamme: die beste Hilfe für einen guten Start

Wochenbett

Juhu, das Baby ist da, gesund und munter. Ihr dürft nach Hause. Die Freude ist riesig. Die ersten Tage sind emotional und furchtbar aufregend. Dazu kommt die Frage: Schaffen wir das, mit diesem winzig kleinen Wesen ganz allein zu Hause? Wie gut, dass ihr es gar nicht allein schaffen müsst! Die Nachsorgehebamme steht euch in den ersten Wochen mit Rat und Tat zur Seite.

Was macht die Nachsorgehebamme?

Schon für Schwangere sind Hebammen sehr wichtige Ansprechpartnerinnen: sowohl vor als auch während der Geburt. Die Nachsorgehebamme betreut euch und euer Baby in den ersten Wochen nach der Geburt. Sie kommt dafür zu euch nach Hause und hat immer ein offenes Ohr für eure Fragen. Die Hebamme hat das nötige medizinische Wissen, um eure Gesundheit zu überwachen. Und sie weiß genau, mit welchen Fragen ihr euch an eine*n Gynäkolog*in oder Kinderärzt*in wenden solltet. Außerdem kennt sie alle Tricks und Kniffe im Umgang mit einem Neugeborenen.

Die Nachsorge bei der Mutter beinhaltet:

  • Kontrolle der Wundheilung eventueller Geburtsverletzungen wie Dammriss oder -schnitt
  • Nachsorgen nach Kaiserschnitt und Versorgung der Kaiserschnittwunde
  • Begleitung und Überwachung des Rückbildungsprozesses
  • Stillberatung und Ernährungsberatung. Sie kann dir Tipps zum Milcheinschuss geben. Und dir auch helfen, das richtige Milchpulver, Sauger und Fläschchen für dein Baby zu finden und weiß alles über die Zubereitung.
  • Hilfe beim Babyblues. Die meisten Hebammen haben allein durch ihre Erfahung eine Art Seelsorge-Funktion. Bei ihr musst du deine Gefühle nicht zurückhalten. Es gibt kaum ein Problem, das ihr fremd ist und sie kennt Tipps und Ansprechpartner.

Die Nachsorge beim Baby beinhaltet:

  • Regelmäßige Gewichtskontrolle
  • Regelmäßige Kontrolle des Nabels
  • Tipps zur Babypflege, zum richtigen Wickeln, Baden oder Nägelschneiden
  • Untersuchung und Versorgung eventueller Geburtsverletzunge
  • Generelle Überwachung der Entwicklung und Gesundheit in den ersten Wochen. Bei Verdacht auf Gelbsucht, kann die Nachsorgehebamme auch den Gelbwertes im Blut des Babys besimmen, um eine Neugeborenengelbsucht auszuschließen oder notwendige Schritte einzuleiten.

Darüber hinaus möchte sich die Hebamme aber auch einen Eindruck verschaffen, wie es euch als junge Familie geht und wie ihr euer Leben mit dem Neuzugang organisiert. Vielleicht schaut sie sich das Kinderzimmer an und hat auch immer ein offenes Ohr, wenn es in der Partnerschaft Probleme gibt, seit das Baby da ist.

Unser Tipp: Notiert eure Fragen an die Hebamme! Die meisten Fragen kommen natürlich gerade dann auf, wenn eure Hebamme nicht da ist. Und wenn sie dann zu Besuch kommt, ist die Hälfte wieder vergessen. Legt euch eine gemeinsame Liste an, auf die du und dein*e Partner*in eure Fragen aufschreibt und holt sie euch beim nächsten Termin zu Hilfe.

Wann und wie oft kommt die Nachsorgehebamme?

Am Tag eurer Ankunft zu Hause sollt ihr euch erst einmal aneinander gewöhnen und die Ruhe genießen. Die Hebamme kommt dann meist am zweiten Tag oder dritten Tag. In den ersten zehn Tagen nach der Geburt besucht sie euch täglich. Danach nur noch nach Absprache, vielleicht alle 2-3 Tage, später noch einmal in der Woche. In der Regel wird sich dich nach den ersten zehn Tagen noch 16 mal besuchen, bis dein Kind 12 Wochen alt ist. Wenn du dein Baby stillst, kannst du bis zu acht weitere Termine zur Stillberatung in Anspruch nehmen. Und auch zur Beikosteinführung könnt ihr euch noch mal wiedersehen.

In der Regel reichen diese Besuche aus. Wenn ihr jedoch Probleme beim Stillen, der Gweichtszunahme oder ähnlichem habt, könnt ihr euch von Kinderärzt*in oder Frauenärzt*in ein Rezept für weitere Besuche ausstellen lassen.

Wer zahlt die Nachsorge durch eine Hebamme?

Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, übernimmt deine Krankenkasse die Kosten für die Nachsorgehebamme, genauso wie den Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurs.

Wenn du privatversichert bist, musst du dich direkt bei deiner Krankenkasse erkundigen. In der Regel stellt die Hebamme ihre Leistungen direkt bei dir in Rechnung. Du kannst sie aber von der Versicherung erstattet bekommen.

Wie finde ich eine Nachsorgehebamme?

Schnell sein lohnt sich bei der Suche nach einer Nachsorgehebamme. In vielen Städten sind sie schon Monate im voraus ausgebucht. Sobald die Schwangerschaft von deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen bestätigt ´wurde, solltest du dich auf die Suche machen. Dafür gibt es mehrere Quellen, die du nutzen kannst.

  • Empfehlungen durch Freund*innen
    In deinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es schon einige Kinder? Wunderbar! Hier kannst du Empfehlungen aus erster Hand bekommen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, eine Hebamme zu finden, mit der du dich gut verstehst. Wichtig ist nur, dass die Freund*innen auch in deiner Nähe wohnen. Viele Hebammen haben nur einen gewissen Umkreis in dem sie tätig sind, um lange Anfahrswege zu vermeiden.
  • Hebammensuche im Internet
    Über eine Suchmaschine kannst du Nachsorgehebammen in deiner Umgebung finden. Einige Hebammen haben eigene Webseiten oder es gibt eine Hebammenpraxis in deiner Nähe. Häufig haben auch Geburtshäuser und Klinken Listen mit Hebammen auf ihren Websiten. Auch entsprechende Gruppen in den Sozalen Netzwerken können eine gute Quelle sein.
  • Vermittlungsplattformen
    Inzwischen gibt es einige Anlaufstellen und Plattformen, die euch bei der Suche nach einer Hebamme helfen können, wie zum Beispiel Ammely, der GKV-Spitzenverband oder die Hebammen-Landesverbände

Wochenbett ohne Hebamme

Manche Frauen finden, oder möchten, keine Hebamme nach der Geburt. Es gibt keine Pflicht, eine Hebamme zur Nachsorge zu suchen. Einizge Ausnahme: Bei einer ambulanten Geburt müsst ihr in der Regel eine Nachsorgehebamme vorweisen können, um aus der Klinik entlassen zu werden.

Ein Wochenbett ist auch ohne Hebamme absolut machbar, wenn ihr anderweitige Unterstützung habt, zum Beispiel deine Eltern oder Schwiegereltern oder gute Freunde, die viel Erfahrung mit Babys haben. Beim zweiten, dritten oder jedem weiteren Baby kommst du nach einer problemlosen Geburt auch ohne fachliche Unterstützung aus. Du weißt ja noch, was in den nächsten Tagen auf dich zukommt. Vielleicht reicht auch eine Hebamme, mit der du für den Notfall telefonisch im Kontakt bist.

Erstgebärenden wird allerdings davon abgeraten, im Wochenbett auf eine Hebamme zu verzichten.

Was schenke ich meiner Hebamme

Du musst deiner Hebamme natürlich gar nichts schenken, sie wird das vermutlich auch nicht erwarten. Viele Mütter möchten sich aber gern mit einer kleinen Aufmerksamkeit bei der Frau oder dem Mann bedanken, die*der ihr durch diese so emotionale, schöne und wichtige Anfangszeit geholfen hat.

Bildquelle: Getty Images / Monkeybusinessimages

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