Stillberaterin - Wichtige Starthilfe für stillende Mütter

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Stillberaterin - Wichtige Starthilfe für stillende Mütter

Das Baby will nicht trinken, die Mutter hat nicht genug Milch oder es tut einfach nur weh - in solchen Fällen kann man sich Rat bei einer Stillberaterin suchen.

Stillen ist keine leichte Angelegenheit. Es gibt immer noch das verbreitete Bild von der guten Mutter, die dank ihrer naturgebenen Instinkte sofort weiß, wie es geht. Nach der Geburt ihres Babys stellen Frauen dann fest, dass das Stillen komplexer ist als sie dachten. Man sollte offener über diese Probleme sprechen können, sei es, dass sich Milchstau bildet, die Brustwarzen wund werden oder das Baby einfach nicht trinken mag. Hebammen geben Beratung in Sachen Stillen, aber manchmal fehlt die Zeit oder das Vertrauen. Dann kann man sich an eine Stillberaterin wenden.

 

Wenn es mit dem Stillen nicht so klappt und die Verzweiflung groß ist, kann eine Stillberaterin helfen.

Was macht eine Stillberaterin?

Das erklärt sich eigentlich schon durch den Namen. Sie berät dich, wenn es mit dem Stillen nicht so klappt; wenn du willst, kann sie dich schon während der Schwangerschaft auf das Stillen vorbereiten. Sie hilft bei den vielen Stillproblemen wie Milchstau, erklärt dir, wie du Milch bildest, zeigt dir die möglichen Stillpositionen, klärt dich über Zwiemilchernährung und Flaschennahrung  auf. Sie kann dir raten, wie du am besten Zwillinge stillst und klärt dich in Sachen Beikost auf.

Wie wird man Stillberaterin?

Die Frauen und die wenigen Männer, die es in der Stillberatung gibt, haben alle unterschiedliche Werdegänge, denn Stillberaterin ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Dies ist anders bei der Still- und Laktationsberaterin (IBCLC  International Certified Lactation Consultant). Für letzteres ist eine medizinische Vorbildung notwendig, man muss schon eine Ausbildung als Hebamme, Krankenschwester/pfleger oder Ärztin haben. Man kann sich diese medizinische Grundausbildung auch durch entsprechende Kurse an der Universität holen. Das ist die Grundvoraussetzung, dazu müssen vor der Prüfung noch 1000 Beratungsstunden mit Müttern stattgefunden haben und 90 Kursstunden belegt worden sein. Zusammen mit den Examen und Kursen ist die Ausbildung eine teure Angelegenheit, die über 3000 Euro kosten kann. Von den IBCLC-Stillberaterinnen gibt es über 1300 in Deutschland. Die meisten von ihnen arbeiten in Kliniken, einige sind selbstständig.

10 Probleme beim Stillen und wie du sie löst

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Man kann auch weniger  strenge und kostspielige Kurse, die vom Deutschen Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung (DAIS) angeboten werden, belegen. Einige von den Absolventinnen arbeiten später als Stilberaterinnen und verdienen Geld damit, andere arbeiten ehrenamtlich.

Wie gesagt, Stillberaterin ist kein geschützter Beruf und deshalb gibt es auch viele ehrenamtliche Stillberaterinnen, die zum Beispiel von den beiden Organisationen Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) und La Leche Liga (LLL) unterstützt werden. Hier machen die Frauen einen mehrwöchigen Kurs und bekommen am Ende ein Zertifikat. Sie üben die Beratung danach ehrenamtlich aus.

Wie finde ich meine Stillberaterin?

Es gibt leider immer noch zu wenig Stillberaterinnen, denn die Nachfrage ist groß. Am besten fragst du bei deinen Ärzten oder deiner Hebamme nach, ob sie jemanden empfehlen können. Dann gibt es sicherlich auch Stillgruppen, die weiterhelfen können. Es gibt leider kein Verzeichnis aller Stillberaterinnen, aber du kannst googeln, wen es in deiner Nähe gibt. Und dann liegt es an dir und deinen Finanzen, ob du eine IBCLC-Beraterin haben möchtest oder eine ehrenamtliche Vertreterin der La Leche Liga. Was die finanzielle Unterstützung betrifft - manche Krankenkasse bezahlt eine Stillberaterin, da sollte man sich erkundigen.

Was kostet eine Stillberaterin?

Ehrenamtliche Beraterinnen werden vielleicht eine kleine Aufwandsentschädigung für die Fahrtkosten nehmen, aber im Grunde ist ihre Hilfe unentgeltlich. Manche kommen zu dir nach Hause, andere muss du wiederum aufsuchen. IBCLC-Beraterinnen findest du meist in Kliniken, aber sie können sich auch selbstständig gemacht haben und ein Stundenhonorar verlangen, das sich um die 40-70 Euro pro Stunde bewegen dürfte.

Stillberaterinnen helfen in der Not, denn viele Mütter fühlen sich in den ersten Wochen sehr hilflos, wenn es mit dem Stillen nicht gleich klappt oder wenn sie sich unsicher sind, ob sie abstillen sollen oder nicht. Da ist es auch gut zu wissen, welche Meinung die verschiedenen Organisationen vertreten. La Leche Liga gehört zu denen, die Attachment Parenting propagieren - also Stillen nach Bedarf, was bedeuten kann, dass das Abstillen länger dauern könnte.

Wie gesagt, es gibt einen großen Bedarf nach Stillberaterinnen und es bleibt zu hoffen, dass sich immer mehr Frauen für diese Aufgabe begeistern - und dafür bezahlt werden. Aber bislang scheint es so, dass sich vieles ehrenamtlich abspielt und es sieht bislang nicht so aus, als ob sich das in nächster Zukunft ändern wird.

Bildquelle:

Getty Images

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