Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Milchspendereflex: 5 Fragen und Antworten – unser FAQ übers Stillen

Lass fließen

Milchspendereflex: 5 Fragen und Antworten – unser FAQ übers Stillen

Stillen ist ein Zusammenspiel von vielen Abläufen im Körper der Mama. Einer davon ist der Milchspendereflex. Andocken und trinken: Sieht von außen so easy aus, ist es aber nicht immer.

Wenn wir Mütter beim Stillen betrachten, wirkt es wie das Natürlichste der Welt. Und manchmal auch wie das Einfachste, sodass die Multitasking-Mamas noch nebenbei telefonieren, ein Buch lesen oder dem Geschwisterkind eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen. Doch das ist keinesfalls der Normalfall. Gerade am Anfang haben viele Mamis Stillprobleme, bis das Brust geben wirklich zum Selbstläufer wird.

Milchspendereflex: 5 Fragen und Antworten:

#1 Was ist der Milchspendereflex?

Dieser Stillreflex wird vom Oxytocin, auch Kuschelhormon genannt, gesteuert. Das ist dir Wort bestimmt schon im Geburtsvorbereitungskurs über den Weg gelaufen, da Oxytocin auch bei der Entbindung eine große Rolle spielt. Durch Babys Saugen an der Brust (oder auch durch eine Milchpumpe) entsteht ein Reiz, der die Nerven für Produktion von Oxytocin anregt. Das Hormon bringt die Muskelzellen um die Milchbläschen und die kleinen Milchgänge auf Hochtouren. Durch die Kontraktion der Muskeln wird die Muttermilch durch die Milchgänge in der Brustdrüse nach außen transportiert. Durch diesen Reflex kann nun der Säugling aus der Brust trinken.

#2 Wann wird er ausgelöst?

Zu Beginn einer Stillmahlzeit saugt dein Kleines erst mal etwas hastig. Nach etwa 1 - 3 Minuten setzt der Milchspendereflex, auch Let-down Reflex genannt, ein. Das kannst du auch von außen beobachten, da dein Nachwuchs dann immer langsamer saugt. Zudem hörst du sein Schlucken der Milch. Jedes Mal, wenn du stillst, wird der Reflex durch das Saugen erneut ausgelöst. Wenn du eine Brust anbietest, weil es deinem Würmchen reicht, dann tritt der Reflex ebenfalls bei der anderen Brust auf, selbst wenn sie gerade nicht benutzt wird. Je nach Menge kannst du die andere Seite mit einer Stilleinlage "schützen".

Stillhilfe: 17 praktische Produkte rund ums Stillen

Stillhilfe: 17 praktische Produkte rund ums Stillen
Bilderstrecke starten (18 Bilder)

#3 Wie merkt man den Reflex?

Vielen stillende Mütter berichten darüber, dass sie den Milchspenderefelx deutlich spüren. Gerade am Anfang der Stillzeit. Wie er sich anfühlt? Es ist wie ein Kribbeln oder Ziehen. Manche empfinden es als unangenehm, andere registrieren es weniger. Übrigens wird in der Stillzeit der Milchspendereflex nicht ausschließlich vom Saugen ausgelöst. Es kann auch sein, dass das Weinen deines Kindes oder nur das Riechen, Sehen oder Hören deines Wonneproppen ebenfalls als Auslöser reicht. Bei manchen Stillenden ist es sogar ein fremdes Babyweinen, das denselben Effekt hat.

#4 Was tun, wenn der Milchspendereflex zu stark ist?

Die einen haben zu wenig, die anderen zu viel. Ein überschießender Milchspendereflex bringt einige Nachteile für den Säugling mit sich, denn der Milchüberschuss führt dazu, dass der oder die Kleine sich verschluckt, unruhig trinkt und in Folge dessen sogar die Brust verweigern kann. Durch den Schwall an Muttermilch verschluckt das Baby nicht nur die Nahrung, sondern schluckt dadurch auch zu viel Luft ein, was zu Blähungen führen kann. Was hilft? Die Stillposition ändern. In Rückenlage oder mit zurückgelehntem Oberkörper fließt wegen der Schwerkraft die Milch nicht ganz so schnell raus. Ebenfalls kann die Seitenlage ratsam sein. Du kannst zusätzlich vor einer Stillmahlzeit erst etwas Milch ausstreichen, damit der Druck nachlässt und die Milch nicht so rausschießt.

 #5 Welche weiteren Faktoren wirken sich auf den Milchspendereflex aus?

Stress ist niemals gut für den Körper und dadurch kontraproduktiv fürs Stillen. Ebenso auch Unruhe und Angst. Wenn Stresshormone auf Stillhormone treffen, dann "gewinnen" leider viel zu oft erstere. Also nimm dir viel Ruhe für die Stillzeit und vermeide Stresssituationen, besonders in der Anfangsphase. Sorge für kleine Entspannungsoasen für zwischendurch und gönn dir ab und zu mal Wellness für zuhause.

Still-Quiz: Was weißt du über Muttermilch, die Quelle des Lebens?

Still-Quiz: Was weißt du über Muttermilch, die Quelle des Lebens?
Quiz starten
Yao Fordemann
Das sagtYao Fordemann:

Mein Fazit

Das Angebot bestimmt die Nachfrage: Das gilt nicht nur für die freie Marktwirtschaft, sondern ebenfalls für die "Muttermilchwirt(in)schaft". Wenn es anfangs noch nicht so laufen will und man sogar zufüttern muss, ist der Stillfrust groß. Auch ich war genau in dieser Situation, aber nach ein paar Wochen Fluchen wegen nächtlichem Aufstehen für die Doppelpumpe und häufiges Anlegen gepaart mit der Einnahme von Bockshornkleesamen, hat sich zum Glück alles zum Guten entwickelt und mein Milchspenderefelx funktionierte einwandfrei.

Bildquelle: miodrag ignjatovic/Getty Images

Galerien

Lies auch

Teste dich