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Sternengucker-Babys: Darum haben sie es bei der Geburt schwerer

Lageanomalie

Sternengucker-Babys: Darum haben sie es bei der Geburt schwerer

Ein Sternengucker-Baby schaut während der Geburt mit dem Gesicht nach oben: zur Mama, zur Hebamme, oder eben „zu den Sternen“. Wie häufig diese Kindslage ist, welche Risikofaktoren es gibt und warum Sternengucker es durch ihre Position unter der Geburt so viel schwerer haben – das sind nur 3 eurer 6 häufigsten Fragen rund um kleine Sternengucker.

Ich bin zwar keine Hebamme, habe aber immerhin selber ein Sternengucker-Baby mit über 4 Kilo zur Welt gebracht und kann daher aus meiner eigenen Erfahrung berichten: Mein zweites Baby hat sich acht Tage nach ET ganz urplötzlich dazu entschieden, sich im Bauch nochmal zu drehen. Bei ET+9 kam mein Sternengucker-Baby dann gesund und munter zur Welt. Wie? Auf natürlichem Weg. War das schmerzhaft? Oh ja.

Vorneweg: Die „hintere Hinterhauptslage“ (so der Fachbegriff für die Sternengucker-Position) ist nicht automatisch ein Indikator für einen Kaiserschnitt. Warum sich die Babys in diese Position drehen, kann keiner so ganz genau erklären, es gibt aber Faktoren, die diese Kindslage begünstigen können.

1. Was ist ein Sternengucker-Baby?

Etwa um die 34. SSW herum rutscht das Baby ins Becken und begibt sich in die optimale Geburtsposition: mit dem Kopf nach unten in die so genannte Schädellage. Doch nicht alle Babys folgen diesem Plan – und erst recht keinem Lehrbuch, wenn es um die Geburt geht. Beckenendlage, Steißlage oder die hintere Hinterhauptslage – das sind nur einige der Lageanomalien, die eine vaginale Geburt erschweren können, nicht aber unmöglich machen! Die Entscheidung für oder gegen eine mögliche Geburtsintervention (wie z. B. Saugglocke oder Dammschnitt) hängt ganz individuell von Mutter, Kind und dem Geburtsgeschehen ab.

Sternengucker machen sich mit dem Kopf „falsch herum“ auf dem Weg durch den Geburtskanal. Nicht selten drehen sich Babys noch kurz vor oder während der Geburt in die günstigere vordere Hinterhauptslage (VHL) oder eben die ungünstigere hintere Hinterhauptslage (HHL). Nur 0,5-1 % aller Babys kommen als Sternengucker zur Welt (das sind weniger als die auf den Stichtag geborenen).

Wie dein Baby aktuell liegt, kann entweder deine Hebamme ertasten, das Ultraschallgerät zeigt es oder du liest im Mutterpass nach. Ob du wirklich ein Sternengucker Baby zur Welt bringst, erfährst du im Zweifelsfall allerdings erst in dem Moment, in dem dein Baby das Licht der Welt erblickt.

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2. Sternengucker-Baby = schwere Geburt?

Optimalerweise machen sich Babys mit ihrem Gesicht nach „unten“, also zum Rücken der Mutter gerichtet, auf den Weg durch den Geburtskanal. Instinktiv spüren sie, dass sie am leichtesten Mamas Becken passieren können, indem sie ihren Kopf in den Nacken legen und so mit dem geringsten Durchmesser geboren werden können.

Sternengucker Baby Geburt
Vordere Hinterhauptslage: Babys optimale Geburtsposition

Einem Sternengucker Baby ist diese Kopfbewegung nicht möglich. Babys in hinterer Hinterhauptslage können bei ihrem Weg durch den Geburtskanal ihr Köpfchen lediglich aufs Kinn pressen und werden daher mit einem höheren Durchmesser geboren. Sie müssen gegen einen größeren Gewebewiderstand an, das macht ihre Geburt so schwierig und kann zu einer längeren Geburtsdauer führen – und je länger die Geburt dauert, desto höher das individuelle Schmerzempfinden der Mutter.

Handelt es sich um die erste Geburt oder um ein sehr großes Kind (Geburtsgewicht: Was ist normal?), ist das Risiko für einen Geburtsstillstand oder auch für eine Überbelastung des Beckenbodens deutlich größer.

3. Risikofaktoren für eine Sternengucker-Position

Beim Baby: Bei der Mutter:
  • Sehr geringes Geburtsgewicht
  • Beckenfehlstellung oder -anomalie
  • Unproportionales Wachstum beim Baby
  • Myome (gutartige Wucherungen) innerhalb der Gebärmutter
  • Krankheitsbedingte Schädeldeformationen
  • Sehr kurze Nabelschnur
  • Ständiges langes Sitzen

All diese Faktoren können eine Sternengucker-Position begünstigen, haben diese aber nicht automatisch zur Folge.

4. Kann sich ein Sternengucker noch drehen?

Grundsätzlich kann sich das Baby laut Ärzten und Hebammen bis zur und sogar während der Geburt noch drehen. Was das Baby bei einer für die Geburt optimalen Drehung unterstützen kann, sind unterschiedliche Übungen, wie z. B. Beckenkreisen. Auch das Ausprobieren verschiedener Geburtspositionen kann helfen. Viele Frauen berichten z. B. davon, dass sie ihr Sternengucker Baby im Vierfüsslerstand „ganz bequem“ zur Welt gebracht haben, mit Unterstützung durch die natürliche Schwerkraft.

5. Sternengucker-Baby: Kaiserschnitt notwendig?

Nicht unbedingt ist die „Diagnose Sternengucker“ eine Indikation für einen Kaiserschnitt. Ist das Kind ungewöhnlich groß, muss die Proportion zwischen Kind und mütterlichem Becken stimmen, andernfalls raten Ärzte zur geplanten Sectio. Sollte es doch zu einem gefährlichen Geburtsstillstand kommen, ist das ein Notfall. Dann wird das Sternengucker Baby meist per Saugglocke, Dammschnitt oder Not-Sectio auf die Welt geholt.

6. Sternengucker-Baby: Gibt es Folgeschäden?

Vor allem den Beckenboden der Mama kann eine Sternengucker-Geburt stark belasten. Eine gute Rückbildung (z. B. im Rückbildungskurs) ist das A und O.

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Manche Eltern berichten von Verspannungen und Blockaden, die durch Saugglocken- oder Zangengeburten ausgelöst worden sein können. Darauf können Babys mit folgenden Symptomen reagieren:

Dass dies Folgeschäden einer Sternengucker-Geburt sind, gilt allerdings nicht als erwiesen. Hilfe für betroffene Eltern gibt es nötigenfalls beim Osteopathen, in der Schreiambulanz oder natürlich beim Kinderarzt oder der Kinderärztin.

Wer das Gefühl hat, seine schwierige Geburt nicht richtig verarbeitet zu haben, findet beim Hilfetelefon für schwere Geburten ein offenes Ohr.

Gesine Engels-Krone
Das sagtGesine Engels-Krone:

Mein Sternengucker Baby ist etwas ganz Besonderes

Mein Sternengucker Baby kam mit einem sehr guten Apgar-Wert und auf vaginalem Weg zur Welt – trotz hohem Geburtsgewicht. In der Klinik wurde ich zwar über die Risiken aufgeklärt, aber alle waren sehr gelassen. Mein Rat: Vertraut auf die professionelle Einschätzung der Hebammen und Ärzte. Klar, die Geburt war sehr schmerzhaft – aber welche ist das nicht? Auf besondere Weise hat die schwierige Geburt mein Sternengucker Baby und mich zusammengeschweißt – wir waren ein Team und haben diese Herausforderung gemeinsam gemeistert.

Man sagt Sternenguckern nach, dass sie (nach dem Motto: Wie die Geburt, so der Charakter) ein besonderes Wesen haben, ein bisschen verträumt sind, sehr liebevoll und dass sie viel Glück im Leben haben. Vermutlich sagt man das nur, um die Mamas über die Schmerzen der Geburt hinwegzutrösten, aber ich glaube das trotzdem gerne.

Bildquelle: Gettyimages/ kieferpix/ Skoropadskaya

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