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Den richtigen Kinderarzt finden: Die Suche beginnt vor der Geburt

© Gettyimages/fizkes
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Eine Schwangerschaft ist so aufregend und es gibt viel zu erledigen. Mit auf dem Zettel sollte die Suche nach einem Kinderarzt bzw. Kinderärztin stehen. Auch wenn ihr den Arzt wechseln wollt oder müsst, weil ihr beispielsweise umzieht, zählt am Ende nur eins: Die Eltern und das Kind müssen sich gut aufgehoben fühlen!

Ab wann den richtigen Kinderarzt (nach der Geburt) suchen?

Wer kennt es nicht? Man ist auf der Suche nach einer guten Ärztin und erhält immer nur die Aussage: "Entschuldigung, wir können zurzeit leider keine neuen Patienten aufnehmen." Das kann leider auch beim Kinderarzt passieren.

Es macht also Sinn, schon zum Ende der Schwangerschaft hin durch kurze Telefonate zu klären, ob die Kinderarztpraxis noch Kapazitäten hat. Spätestens zur U3 benötigt ihr dann einen Termin mit eurem kleinen Wurm und das ist schon in der vierten bis fünften Lebenswoche der Fall.

Habt ihr also leider keinen Erfolg bei eurer Wunschpraxis, beginnt schon im Wochenbett der Stress. Termine sind meist rar, es empfiehlt sich, schon einige Tage nach der Geburt die U3 auszumachen. Der Papa darf sich also ans Telefon hängen.

Ab wann solltet ihr zum Kinderarzt?

Erst mal gilt: Die Familie geht bitte immer zum Kinderarzt bzw. zur Kinderärztin, wenn sie sich mit der gesundheitlichen Situation unwohl fühlt. Es bringt nichts, wenn sich alle Sorgen machen. Ansonsten kann auch ein kurzes Telefonat klären, ob das kranke Küken vorbeischauen soll.

Typische Gründe für einen Termin beim Kinderarzt sind zum Beispiel:

  • Unter- und Übergewicht des Kindes: Liegt der Body-Mass-Index (BMI) des Kindes unter- oder oberhalb des entwicklungsbedingten Normalbereichs, solltet ihr einen Kinderarzt aufsuchen. Den BMI eures Kindes könnt ihr ganz leicht mit unserem BMI-Rechner für Kinder berechnen lassen.
  • Häufige Infekte: Acht bis zwölf Infektionen wie Erkältungen oder Mittelohrentzündungen sind bei Kindern völlig normal und dauern auch einige Tage an. Fühlt sich das Kind wirklich nicht gut, hat hohes Fieber oder wirkt kaum ansprechbar – ab zum Kinderarzt.
  • Schlechte Besserung: Zeichen dafür, dass die Immunabwehr zu schwach ist, sind Infekte, die mit Komplikationen verlaufen, etwa eitriges Nasensekret beim Schnupfen oder wenn sie sehr lange andauern oder wiederholt an einer Stelle auftreten (z. B. Polypen).
  • Unklare Ursache: Manchmal sind Schnupfen und Husten keine Reaktion auf Krankheitserreger, sondern auf harmlose Stoffe. Dann liegt vielleicht eine Allergie vor.
  • Bei Fieber: Das Immunsystem gerade der Kleinen ist noch nicht ausgereift. Babys und Kleinkinder reagieren daher schnell mit erhöhter Temperatur bzw. Fieber. Hier gilt: Fiebersenken durch Medikamente ist meist nicht nötig. Hält das Fieber länger als drei Tage (also 72 Stunden an), sind Kinder- und Jugendärzt*innen die richtigen Ansprechpartner. Bei fiebernden Babys unter sechs Monate bitte sofort zum Kinderarzt!
  • Klassische Kinderkrankheiten wie Drei-Tage-Fieber, Windpocken etc.

Wie könnt ihr den Besuch beim Kinderarzt vorbereiten?

  • Kind vorbereiten: Erklärt eurem Nachwuchs, wo es hingeht und was passieren wird. Das kann gerade auch vor einer Impfung wichtig sein. Vielleicht hilft euch ein Arztkoffer (über Amazon für 7,99 €) oder ein Buch zum Thema (über Amazon für 14,99 €).
  • Termin vereinbaren: Ruft im Vorfeld beim Kinderarzt an. So könnt ihr Wartezeiten vermeiden und vielleicht auch schon am Telefon klären, ob ein Besuch überhaupt nötig ist.
  • "Was möchte ich wissen?": Notiert euch vorher Fragen. Gerade frische Eltern haben vielleicht noch einige Unsicherheiten oder Fragen. Die U-Untersuchungen sind ein perfekter Zeitpunkt, Dinge zu klären.
  • Unterlagen nicht vergessen: Denkt an alle nötigen Unterlagen für den Arztbesuch (U-Heft, Impfpass, Röntgenausweis…) und an anderes Hilfreiches (Taschentücher, Kekse, Getränk, Lieblingskuscheltier, ausreichend Babyspielzeug).
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Sarah Plück

Auf einer Wellenlänge

Ich finde es so wichtig, dass man mit dem Kinderarzt bzw. der Kinderärztin gut auskommt. Wir alle sind doch schnell besorgt, wenn es um unsere eigenen Kinder geht und dann wollen wir auch ernst genommen werden.

Super ist es auch, wenn euch die Kinderärztin schon von Anfang an kennt, dann können sich beide Seiten gut einschätzen und die Kinder können Vertrauen fassen.

Ich empfehle allen frischgebackenen Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs, der extra für Babys und Kinder ist. Wir haben daraus sehr viel mitgenommen und sind daher auch sehr unaufgeregt, was die Krankheiten unserer Kinder angeht, weil wir uns einfach gut aufgeklärt fühlen.

Ab wann steht der Wechsel vom Kinderarzt zum Hausarzt an?

Die Kinderheilkunde hat seine Berechtigung. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, das gilt für ihre Anatomie, aber auch für die Medikamentengabe. Die meisten Hausärzte haben keine Erfahrungen mit Kindern und deren Krankheiten (müssen sie auch nicht!).

Rechtlich gilt laut Ärztezeitung Folgendes: Aller niedergelassenen Ärzte dürfen Kinder und Jugendliche behandeln, Kinderärzte dürfen Patienten in der Regel bis zum 18. Lebensjahr betreuen.

Fragt einfach bei eurer Hausärztin an, ab welchem Alter sie Kinder bzw. Teenager behandelt und hört ansonsten auf euer Gefühl.

Verzweiflung naht: "Welcher Kinderarzt hat heute Notdienst?"

Wir alle kennen es: Es ist Samstagnachmittag und der Husten und Schnupfen eures Kindes wird schlimmer statt besser. "Wäre ich doch besser am Freitag schon zum Arzt gegangen", denken sich jetzt wahrscheinlich die meisten.

Aber wir haben in Deutschland ja zum Glück ein gutes Gesundheitssystem, sodass immer ein Arzt zur Stelle ist. In vielen Bundesländern gibt es zentral an Krankenhäuser angegliederte kinderärztliche Notdienstpraxen.

Alle Informationen, wer den Bereitschaftsdienst als Kinderarzt hat und wo ihr diese Notdienstpraxen vor Ort findet, könnt ihr beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. suchen.

Quellen: ÄrzteZeitung.de, PraktischArzt.de

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