Baby-Erkältung: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal

Kleine Schnupfnäschen

Baby-Erkältung: Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind normal

Oh nein, das Kleine hat’s erwischt: Die Nase läuft, es hustet und es ist unzufrieden mit sich und der Welt. Aber keine Sorge, eine Erkältung beim Baby ist meistens nicht schlimm und tritt sogar ziemlich häufig auf. So hilfst du deinem erkälteten Baby.

Babys sind anfällig für Erkältungen

Eine Erkältung ist schon für Erwachsene alles andere als angenehm: Wir fühlen uns schlapp, haben Schmerzen, sind wehleidig und im Prinzip zu nichts zu gebrauchen. Kein Wunder, dass es uns Eltern in der Seele wehtut, wenn schon unser jüngster Nachwuchs plötzlich mit einer lästigen Schnupfennase und Husten zu kämpfen hat. Dabei ist eine Erkältung beim Baby etwas völlig Normales. Bis zu zehn Infekte pro Jahr können Kinder in den ersten zwei Lebensjahren durchmachen.

Denn: Lässt der Nestschutz nach, haben Säuglinge den über 200 bekannten Erkältungsviren kaum etwas entgegenzusetzen. Ihr Immunsystem muss sich erst noch entwickeln und Abwehrstoffe gegen die unerwünschten Krankheitserreger bilden. Deshalb sind Babys zunächst besonders anfällig für Erkältungsviren, die sich durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen. Meist erwischt es die Kleinen zum ersten Mal zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat, wenn sie mobiler werden und sich alles Mögliche in den Mund stecken (Stichwort "Orale Phase").

Vorbeugen kannst du einer Erkältung nur bedingt. Achte in hohem Maße auf Hygiene und wasch dir häufig die Hände. Lass dein Kind möglichst nicht in Kontakt mit Erkrankten kommen und ermahne kränkelnde Geschwisterkinder, dem Baby für ein paar Tage nicht zu nahe zu kommen.

Doch dem Ganzen kannst du auch etwas Positives abgewinnen: Jeder grippale Infekt trainiert das Immunsystem und stärkt die Abwehrkräfte deines Kindes.

Symptome einer Erkältung beim Baby

Ein erkältetes Baby erkennst du vor allem an den typischen Erkältungs-Symptomen:

  • Husten
  • Schnupfen
  • Niesen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Eventuell sind die Lymphknoten am Hals, im Nacken, hinter den Ohren und unter den Achseln geschwollen.
  • Auch leichtes Fieber ist häufig Begleiterscheinung einer Erkältung beim Baby.

Dein Baby ist sicher auch sehr quengelig und weint viel. Kein Wunder, denn ihm macht eine verstopfte Nase noch mehr zu schaffen als uns Erwachsenen. Säuglinge können noch nicht durch den Mund atmen, sondern sind auf die Nasenatmung angewiesen. Schwellen die Nasenschleimhäute an und sondern vermehrt Sekret ab, verengt das die ohnehin schon engen Atemwege zusätzlich. Das macht das Atmen und Trinken beschwerlich.

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Bei kleinen Kindern kommt es schon mal vor, dass die Viren vom Rachen in die Ohren wandern und dort Ohrenschmerzen, im schlimmsten Fall eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Weitere Komplikationen einer Erkältung sind eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung. Doch keine Angst, das sind nur die schlimmsten Fälle! Wenn du bei einer sich anbahnenden Erkältung deines Babys rechtzeitig handelst, dann wird es die Erkrankung nach sieben bis zehn Tagen ganz sicher gut überstanden haben.

Das Baby ist erkältet, was tun?

Was dem Baby bei einer Erkältung immer hilft, sind Ruhe, frische Luft und viel trinken. Frische Luft tut den Schleimhäuten gut. Solange dein Baby kein Fieber hat, solltest du mit ihm also so oft es geht nach draußen gehen. Vielleicht hast du ja eine Terrasse oder einen Balkon, auf dem dein Baby tagsüber warm eingepackt im Kinderwagen seine Nickerchen halten kann?

Wenn du dein Baby noch stillst, dann lege es ruhig ein paar Mal mehr an, damit es auch genug Flüssigkeit zu sich nimmt. Trinkt es schon Tee, kannst du ihm immer wieder Fencheltee und Wasser zu trinken anbieten. Das hilft dabei, das lästige Sekret in Nase und Rachen zu verflüssigen und die Schleimhäute zu befeuchten.

Hausmittel gegen Schnupfen beim Baby

Bei der Pflege deines kränkelnden Babys solltest du besonderes Augenmerk darauf legen, die Nase frei zu halten, um deinem Kind das Atmen und Trinken zu erleichtern. Um die Nase von Rückständen und Sekret zu befreien, eignet sich am besten ein Nasensauger. Ist der nicht zur Hand, zwirble ein Stück Zellstofftaschentuch, führe es vorsichtig in ein Nasenloch ein und drehe es sanft wieder heraus. Verzichte bitte auf den Einsatz von Wattestäbchen, hier ist das Verletzungsrisiko zu groß, wenn dein Baby sich plötzlich und ruckartig bewegt. Um ein Wundwerden der Nase zu verhindern, tupfe das herauslaufende Sekret sanft ab und cremen die Nasenlöcher mit einer pflegenden Salbe ein.

Muttermilch oder geeignete Nasentropfen aus Kochsalzlösung wirken abschwellend und befeuchtend. Beides kannst du im Liegen vorsichtig mit einer Pipette in die Nasenlöcher deines Babys tröpfeln. Noch ein Hausmittel, das sich bewährt hat, sind Zwiebelsäckchen. Schneide dafür eine mittelgroße Zwiebel klein und stecke sie in ein Babysöckchen oder ein Stofftaschentuch. Binde das Paket gut zu und befestige es am Babybett. Die Zwiebeldämpfe wirken ebenfalls abschwellend.

Um deinem Baby das Amten zu erleichtern, kannst du die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen. Hänge dafür feuchte Tücher über die Heizung oder an das Babybett oder benutzte hygienische Luftbefeuchter.

Hausmittel gegen Husten und Halsschmerzen beim Baby

Auch hier der Tipp: Befeuchte die Luft und biete deinem Kind viel zu trinken an. Wie bei uns Erwachsenen kann auch bei Babys eine Dampfinhalation hilfreich sein. Nehme dein Baby dafür mit ins Badezimmer und stelle dich neben die laufende, warm aufgedrehte Dusche, damit es den Wasserdampf einatmen kann.

Bei akuten Hustenanfällen kann kühle Luft helfen: Stelle dich mit deinem Kind an das geöffnete Fenster oder setze dich mit ihm für kurze Zeit vor den geöffneten Kühlschrank. Achte dabei aber darauf, dass dein Baby warm eingepackt ist und nicht friert. Um deinem Baby das Abhusten und Atmen zu erleichtern, kannst du das Kopfteil seines Bettchen etwas erhöhen. Schiebe dafür zum Beispiel ein kleines Kissen oder ein gefaltetes Handtuch unter die Matratze.

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen beim Baby

Eine Erkältung schlägt bei Babys auch schon mal auf die Ohren. Schwillt das Gewebe in den Ohren an, wird die Belüftung des Innenohres gestört, die Folge sind Ohrenschmerzen. Dagegen helfen ebenfalls Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung oder Muttermilch, die du in die Nase (nicht die Ohren!) tröpfelst.

Außerdem kannst du wieder zum Zwiebeltrick greifen: Zerkleinere eine mittelgroße Zwiebel und schlage die Stücke längs in ein Stofftaschentuch ein. Binde die Enden fest zu und gebe das Ganze in ein Plastiktütchen. Lege das Paket auf eine Wärmflasche, zusammen mit einigen Wattepads. Haben sich das Zwiebelpäckchen und die Wattepads erwärmt, nehme die Zwiebel-Taschentuch-Rolle aus der Tüte und lege sie deinem Kind von der Schläfe ausgehend über die Ohrmuschel. Lege die Wattepads darauf und fixiere das Ganze mit einem Stirnband oder Mützchen. Nach 30 bis 60 Minuten kannst du den Zwiebelumschlag wieder entfernen. Je nach Bedarf kannst du das Prozedere zwei- bis dreimal täglich wiederholen.

Bitte lasse die Finger von Hustentee-Mischungen oder Anwendungen mit ätherischen Ölen. Beides kann im schlimmsten Fall zu Allergien führen oder die Atemwegen deines Babys reizen. Auch Honig ist für Babys unter einem Jahr tabu! Medikamente gegen die Erkältungssymptome sollten der letzte Weg sein und bedürfen in jedem Fall der Absprache mit deinem Kinderarzt.

Erkältung beim Baby: Wann zum Arzt?

Auch wenn Infekte meist harmlos sind: Eine gewisse Unsicherheit bleibt und manchmal ist es besser, einen Arzt aufzusuchen. Ist dein erkältetes Baby jünger als drei Monate, solltest du zum Beispiel immer medizinischen Rat einholen, ebenso bei diesen Symptomen:

  • hohes Fieber (über 38,5 Grad)
  • Verweigerung von Nahrung
  • extreme Schlappheit
  • Atemprobleme (Keuchen, Rasseln)
  • Faulig riechender und/oder verfärbter Auswurf
  • starker Husten sowie Dauerhusten
  • Ohrenschmerzen (das Kind zieht häufig am Ohr)
  • Wenn die Erkältung über zehn Tage andauert

Wann muss der Arzt meinem Baby Antibiotika verschreiben?

Falls sich die Viren weiter ausbreiten oder Bakterien die vorgeschädigten Schleimhäute zusätzlich infizieren, können sich Erkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis und Nebenhöhlen- oder Lungenentzündung einstellen. Dann kann der Kinderarzt Antibiotika für erforderlich halten, die die Bakterien an der Vermehrung hindern oder sie abtöten. Achte bei der Einnahme genau auf die Dosierung, und breche die Behandlung auf keinen Fall vorzeitig ab, sonst kann die Infektion zurückkehren.

Bildquelle: Getty Images

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