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Nasentropfen für Babys: Warum manche nicht ganz ungefährlich sind

Das Baby schnupft, bekommt kaum Luft – und kann weder schnäuzen noch die Nase hochziehen: Klar, dass wir als Eltern da mitleiden und ihm schnell helfen wollen. Wir selbst würden zu Nasentropfen greifen. Doch Babys & Nasentropfen – da gilt es vorsichtig zu sein. Enthalten sie Xylometazolin oder Oxymetazolin, können sie den Kleinsten gefährlich werden. Warum, worauf Eltern achten können und was Mini-Schniefnasen sicher hilft, erklärt Kinderärztin Dr. Tanja Brunnert.

Tatsächlich ahnen viele Mamas und Papas gar nichts davon, dass bestimmte Nasentropfen für ihr Baby problematisch sein können. Doch so ist es leider. „Insbesondere bei sehr kleinen Säuglingen können die Wirkstoffe Xylometazolin oder Oxymetazolin in abschwellenden Nasentropfen einen Einfluss auf die Herzfrequenz haben und sind daher sehr mit Vorsicht zu verwenden", erklärt die Sprecherin des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Tanja Brunnert. "Wir raten als Kinderärzt*innen eher davon ab.“

Bei einer Überdosierung droht dem Baby Gefahr

Schlimmstenfalls wirken die abschwellenden Nasentropfen betäubend und verlangsamen die Atmung des Babys. Das kann bis hin zu einem vorübergehenden komaähnlichen Zustand führen. Deshalb sollten Eltern immer zuerst mit ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin sprechen, wenn sie darüber nachdenken, ihrem Baby abschwellende Nasentropfen zu geben.

Rät ein Experte im Einzelfall doch einmal dazu, müssen Nasentropfen mit Xylometazolin oder Oxymetazolin explizit für Babys zugelassen sein. Anti-Schnupfen-Mittel für Kinder sind deutlich höher dosiert – und die für Erwachsene sowieso. Hier droht eine Überdosierung. Sie sind deshalb ein No-Go für Babys.

„Abschwellende Nasentropfen sollten Eltern bei älteren Säuglingen maximal 3-mal täglich und nur für wenige Tage geben“, klärt Dr. Brunnert auf. „Häufig reicht es einmal für die Nacht aus.“ Am besten sprechen sich Eltern mit ihrem Kinderarzt ab, was im individuellen Fall Sinn macht.

Ob Baby, Kleinkind, Teenie oder Erwachsener: Generell sollte niemand Nasentropfen länger als eine Woche nutzen, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden.

Gut zu wissen

Bitte freimachen: Nasentropfen mit Kochsalzlösung sind kein Problem

Zum Glück gibt es Alternativen, um seinem Baby das Atmen zu erleichtern: “Ein Anfeuchten der Nase mit Nasentropfen auf Kochsalzbasis ist gut möglich“, rät Kinderärztin Dr. Brunnert. Dadurch löst sich das Sekret und wir können es vorsichtig mit einem Tuch aus der Nase entfernen oder absaugen. Hier gilt kein Limit: Kochsalz-Nasentropfen können Eltern ihrem Baby auch sehr häufig geben.

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Mutig? Einige Eltern schwören auf Nasensauger, um das Sekret aus der Nase zu holen. Wer so ein Exemplar nutzt, darf nur nicht vergessen, solange das andere Nasenloch zuzuhalten, um einem Unterdruck zu vermeiden.

Wie du deinem Baby stressfrei Nasentropfen gibst

„Am besten tröpfeln Eltern ihrem Baby die Kochsalzlösung im Liegen in die Nase und fixieren dafür vorsichtig sein Köpfchen, damit eine mögliche ruckartige Bewegung nicht zu Verletzungen an der Nasenschleimhaut führt“, erklärt die Kinderärztin aus Göttingen. Babys halten in der Regel nämlich nur ungern still, wenn Mama oder Papa ihnen etwas in die Nase träufeln wollen.

Wichtig ist auch, oft Stoßzulüften. Dr. Brunnert rät außerdem, den Oberkörper des Babys leicht erhöht zu lagern. Das klappt gut mit einem Aktenordner unter der Matratze und einem gerollten Handtuch unterm Po. Auch ein Keilkissen eignet sich super.

Und was, wenn das Baby nachts einfach nicht schläft? Salben mit scharfen ätherischen Ölen wie Menthol oder Eukalyptus sind für Babys tabu. Für Kinder ab drei bis sechs Monaten eignet sich Engelwurzbalsam. Du kannst es sparsam auf die Nasenflügel auftragen oder auf Brust und Rücken reiben.

Wann ist Babys Schnupfen ein Fall für den Kinderarzt?

Schwierigkeiten beim Atmen und an Schlaf ist kaum zu denken: Leidet so ein kleines Würmchen, ist oft die Sorge groß, ob es nicht doch etwas Schlimmeres als einen Schnupfen plagt. Da ist es gut zu wissen, dass es einige Anzeichen gibt, bei denen Eltern mit ihrem schniefenden Nachwuchs besser zur Kinderärztin gehen:

  • Das Kind trinkt nicht mehr genug,
  • Es kommen Fieber und Husten zum Schnupfen dazu.

Achtung! Atmet ein Baby extrem schnell oder verfärben sich die Lippen blau, ist das ein Fall für den Notarzt.

Dennoch gilt: Die meisten Erkältungen sind für Säuglinge anstrengend und ziemlich unangenehm, aber harmlos und ein gutes Training für ihr Immunsystem. Bis zu zehn Mal Schnupfen im Jahr stufen Kinderärzte bei Babys und Kleinkindern als normal ein. Das zu wissen, kann auf jeden Fall beruhigen. Auch wenn es für alle Beteiligten nicht wirklich schön ist.

Ausgewählte Quellen, Stand Januar 2022

Apropos Immunbooster: Babys bekommen nicht nur über die Plazenta Abwehrstoffe gegen Erkrankungen mit, die ihre Mama bereits durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist, sondern auch über die Muttermilch:

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Bildquelle: GettyImages jjustas

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