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Leistenbruch beim Baby schnell erkennen und behandeln

Eher Jungssache

Leistenbruch beim Baby schnell erkennen und behandeln

Ein Leistenbruch beim Baby ist kein Unfall, hat auch nichts mit einem Knochenbruch zu tun, sondern ist angeboren. Was solltet ihr im Ernstfall machen und wie könnt ihr feststellen, ob euer Kleines betroffen ist?

Ein Leistenbruch ist ein echtes Männerleiden. Statistisch gesehen tritt er bei ihnen häufiger auf als bei Frauen. Und auch schon kleine Jungs sind viermal häufiger von einem Leistenbruch betroffen als Mädchen. Eltern bemerken den Leistenbruch meistens beim Wickeln oder Baden. Aber keine Sorge, ein Leistenbruch lässt sich auch beim Baby gut behandeln. Manchmal ist auch eine OP notwendig, weil der „Bruch“ nicht von alleine ausheilen kann.

Wie bekommt ein Baby einen Leistenbruch?

Die betroffenen Babys - etwa vier bis fünf Prozent aller Neugeborenen - kommen schon mit einem Leistenbruch auf die Welt. Anders als bei Erwachsenen handelt es sich also nicht um einen Durchbruch, sondern um ein angeborenes Problem. Bei ihnen hat sich das Bauchfell im Leistenkanal während der Embryonalentwicklung nicht richtig geschlossen. Daher ist diese sogenannte Leistenhernie bei Frühchen auch viel wahrscheinlicher. Fast jedes vierte Frühchen wird mit einem Loch im Bauchfell geboren.

Wie erkennt man einen Leistenbruch bei Kindern?

Eine Schwellung am Hodensack oder im Schambereich ist ein mögliches Symptom dafür. Solange sich die weiche Schwellung in der Leistengegend wieder zurückdrücken lässt, besteht noch keine akute Gefahr. Strengt sich das Baby an, zum Beispiel beim Schreien oder Pressen, kann die Wölbung weiter hervortreten und ist dann auch deutlich tastbar. Erstmal ist das für die Kleinen nicht gefährlich und auch nicht schmerzhaft. Zum Arzt solltet ihr aber trotzdem gehen. Macht vorher ein Foto von der Wölbung, falls sie sich beim Arzttermin wieder verändert hat.

Es besteht leider immer das Risiko, dass sich Teile des Darms im Bruch verklemmen und nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden können. Ist das passiert, wird euer Kind starke Schmerzen haben und das lautstark kundtun. Auch Übelkeit und Erbrechen sind typisch. Jetzt solltet ihr umgehend ins Krankenhaus fahren. Die eingeklemmten Organe müssen sofort wieder in die Bauchhöhle geschoben und der Bruch verschlossen werden. Verliert keine Zeit, da es sein kann, dass die abgeklemmten Teile des Darms absterben.

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Wann ist eine Leistenbruch-OP beim Baby notwendig ?

Eine Leistenbruch-OP sollte nicht erst im Notfall vorgenommen werden. Wenn ihr erste Symptome erkennt, solltet ihr das von eurem Kinderarzt abklären lassen. Auch er wird eine OP empfehlen, um dem Ernstfall vorzubeugen. Keine Sorge: Die OP bei einem Leistenbruch ist minimal invasiv und ein absoluter Routineeingriff. Nach 20 bis 30 Minuten ist alles überstanden.

Meist dürft ihr euren kleinen Patienten noch am selben Tag wieder mit nach Hause nehmen. Nur Babys unter einem halben Jahr werden in der Regel danach noch stationär betreut, um sicher zu gehen, dass die Kleinen auch wirklich alles gut überstanden habe. Eine Vorsichtsmaßnahme, denn jede OP ist letztendlich immer mit einem gewissen Risiko verbunden, z. B. dass sich die Wunde entzündet. Muss der Leistenbruch operiert werden, ist das Komplikationsrisiko aber gering.

Was sind die Anzeichen für einen Leistenbruch?

Auch Mamas und Papas können einen Leistenbruch bekommen, wenn sie eine Schwachstelle in der Bauchwand (angeboren oder erworben) haben.  Auch hier erkennt ihr ihn an der Schwellung in der Leistengegend, die sich nach innen wegdrücken lässt. Ist der Genitalbereich betroffen, äußerst sich der Leistenbruch ebenfalls durch eine Schwellung am Hodensack bzw. an den Schamlippen. Übrigens zeigen sich die Symptome meistens auf der rechten Seite.

 

Bildquelle: Mladen Zivkovic/iStock/Getty Images Plus

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