Babyspielzeug: Checkliste für den Spielzeugkauf

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Babyspielzeug: Checkliste für den Spielzeugkauf

Ob ein Spielzeug für Babys geeignet ist, können Sie recht leicht selbst überprüfen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Spielzeug-Kaufen achten müssen und geben Tipps für altersgerechte Spielsachen.

Beim Spielzeug-Kauf auf Prüfzeichen achten

Rückrufaktionen großer Hersteller von Spielzeug haben in jüngster Zeit viele Eltern verunsichert. Das GS-Zeichen und weitere Prüfsiegel wie spiel gut, TÜV Proof, LGA-Qualitätszertifikat, geben Verbrauchern die Sicherheit, dass ein Spielzeug von einer unabhängigen Seite als unbedenklich erklärt wurde.
Aber was ist, wenn das Babyspielzeug kein Prüfsiegel vorzuweist? Worauf müssen Eltern beim Spielzeug-Kauf achten? Die Lösung: Man benutze den gesunden Menschenverstand. In einem Ladengeschäft ist das gar nicht so schwer. Mit den eigenen Händen, Augen und Ohren kann jeder auf Anhieb erkennen, ob ein Babyspielzeug wesentliche Qualitätskriterien einhält: „Wenn ein Produkt nach Chemie stinkt, scharfe Ecken dran sind oder Splitter zu erkennen sind: Finger weg“, rät Helmut Roloff von der Spielzeugfirma Gollnest&Kiesel in Güster bei Hamburg.

Babyspielzeug: Ideen und Produkte

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Spielzeug kaufen: Die Checkliste

Die Checkliste für den Kauf von unbedenkliche, Babyspielzeug im Laden könnte so aussehen:
Geruch: Giftige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) beispielsweise haben einen strengen, unangenehmen Geruch und finden sich zuweilen in Gummigriffen und in Spielzeug aus Plastik auf Jahrmärkten. Gutes Spielzeug riecht neutral.
Farbe: Vor allem bei Babyspielzeug muss die Farbe speichelfest sein. Tipp: Mit einem feuchten Finger über die Farbe reiben. Sollte sie abfärben, dann lassen Sie das Produkt liegen und informieren Sie das Verkaufspersonal. Ausnahme: Farben auf Wasserbasis. „Wenn Farben und Lacke ,giftig‘ aussehen, sind sie es meist auch“, sagt Helmut Roloff.
Kanten und Ecken: Scharfe Kanten können kleine und große Kinder verletzen – „erfühlen“ Sie bei Verdacht die möglichen Gefahrenquellen.
Kleine Teile: Kleinteile dürfen sich nicht ablösen – sehr wichtig bei Kindern unter drei Jahren! Also: Beim Plüschtier-Kauf fest an Augen, Ohren usw. ziehen. Ein guter Teddy wird einem das nicht übel nehmen. Sind einem Produkt lose Kleinteile beigefügt, dann entfernen Sie sie sofort oder verzichten Sie auf den Kauf. Faustregel: Alles, was in eine leere Filmdose passt, ist für Kleinkinder verschluckbar und damit ungeeignet.
Lautstärke:
Die Sirenen von Autos und Flugzeugen, Kinder-Musikinstrumenten und sogar Spieluhren sollten Sie einem kritischen Selbsttest unterziehen, da manche viel zu laut sind und das Gehör von Kindern schädigen. Schalten Sie das Babyspielzeug im Laden ein oder ziehen Sie es auf und halten Sie es sich direkt ans Ohr. Ist es unangenehm laut oder tut es gar im Ohr weh, taugt das Produkt nichts. Weil dauerhafte Gehörschäden bei Babys schwer zu bemerken sind, ist dieser einfache, aber zuverlässige Test besonders wichtig.

Batterien: Überlegen Sie, ob es wirklich ein batteriebetriebenes Spielzeug sein muss. Vielleicht gibt es ähnliche Spielwaren, die ohne Batterien auskommen. Vorteil: Das Batteriewechseln entfällt, man spart Geld, und für die Umwelt ist es auch besser. Geht es doch nicht ohne Batteriestrom, sollte der Einsatz von Akkus geprüft werden.
Waschbar: Plüschtiere sollten waschbar sein. Entsprechende Informationen finden sich am Etikett oder an der Verpackung. Ideal: Vor dem ersten Spielen einmal in die Waschmaschine stecken.

Vorsicht vor Keimfallen im Kinderzimmer

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Tipps: Welches Spielzeug wo kaufen?

Lesen Sie hier, welche Eigenschaften altersgerechtes Spielzeug für Babys, Kleinkinder, Kindergarten- und Vorschulkinder haben sollten und wo Sie geeignetes Spielzeug am besten kaufen.

Altersgerechtes Spielzeug vom Baby zum Vorschulkind

Baby: Greifen, sehen, hören – das steht in den ersten Lebensmonaten bei Babys hoch im Kurs. Besonders raffiniert braucht Babyspielzeug gar nicht zu sein, eher einfach. Beispiele: Rasseln, Greiflinge, Spieluhren, ein Baby Mobile, Schnuffeltiere.
Kleinkind: Im 2. und 3. Lebensjahr werden Dinge immer spannender, die sich bewegen lassen, z.B. Stoffbälle, Rutscherautos, Dreiräder, Holz-Bauklötze, Schmusetiere. Ein Laufrad als Vorbereitung auf das spätere Fahhradfahren lernen bietet sich z.B. als Geschenk für den 3. Geburtstag an. Auch Buntstifte werden jetzt interessant, ebenso wie Wachsmalkreiden und Knete. Kindergartenkind: Mit der Weiterentwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten sind Noppenbausteine begehrt (Lego, Mega Bloks), außerdem einfache Brettspiele, Puzzles, Kaufladen, Musikinstrumente, Roller.
Frühes Schulkind: Was gestern noch die Nr.1 unter den Spielzeugen war, kann heute völlig out sein. Beliebt sind bei Jungen Dinos, bei Mädchen Puppen und Zubehör. Bei beiden: Rollschuhe, Lernspiele, Kinderwerkzeug, Experimente.

Spielzeug im Laden oder online kaufen

Ein Ladengeschäft bietet gegenüber dem Versandhandel die Möglichkeit, Dinge selbst auszuprobieren und sich beraten zu lassen. Wer dagegen gezielt nach Produkten sucht, die man bereits kennt oder nach Ergänzungen für ein vorhandenes Spielzeug, ist auch beim Versandhandel gut aufgehoben.Falls doch etwas nicht in Ordnung sein sollte, gilt ein 14-tägiges Rückgaberecht.
Die Verbraucherzentralen weisen außerdem darauf hin, dass auf alle Produkte grundsätzlich eine zweijährige Gewährleistung gilt, also auch auf Spielzeug. Heben Sie Kassenzettel und Rechnungen auf und scheuen Sie sich nicht, verdächtige Produkte zurückzugeben. Das ist zudem ein klares Signal an die schwarzen Schafe unter den Spielzeugproduzenten.

"Made in China" = schlecht?

„Made in China“, das steht mittlerweile auf fast 80 Prozent der in Deutschland verkauften Spielzeuge. Ein Makel? Nicht unbedingt. In China wird auch sehr gutes Spielzeug produziert, konstatieren deutsche Experten. Markenhersteller wie Brio lassen teilweise in China Holzeisenbahnen herstellen, die jede Qualitätsprüfung bestehen. Auch in puncto Arbeitsbedingungen von in Verruf geratenen chinesichen Fabriken wähnt sich Brio auf der sicheren Seite und garantiert nachprüfbare Sozialstandards.
Auf der anderen Seite kann bei den verbliebenen deutschen und europäischen Spielzeug-Herstellern unterstellt werden, dass sie an einem Standort mit sehr hohen Anforderungen an Arbeitsschutz und Umweltschutz sowie aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Nähe zum Verbraucher keinen schnelllebigen Schrott produzieren.

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