Tragetuch: Praktisch für dich, gesund fürs Baby

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Tragetuch: Praktisch für dich, gesund fürs Baby

Richtig gebunden ist das Tragetuch die schönste Art für Babys, transportiert zu werden. Lese hier, welche Vorteile das Tragen im Tragetuch hat und worauf du dabei achten musst.

Von Geburt an gesund und sicher im Tragetuch

Babys können mit der richtigen Bindetechnik direkt ab der Geburt im Tragetuch getragen werden und das stundenlang - solange Eltern und Kind möchten. Wichtig ist jedoch, dass die Bindung fest ist und das Baby anatomisch korrekt im Tuch sitzt, doch dazu später mehr. 

4 Gründe für das Tragen des Babys im Tragetuch

Ein Tragetuch ist nicht nur praktisch, sondern auch förderlich - körperlich und emotional.
  1. Das Baby ist da, wo es am liebsten ist – ganz nah bei dir: Direkt an deiner Brust hört das Baby den vertrauten Herzschlag, den es noch aus der Schwangerschaft kennt. Außerdem ist enger Hautkontakt wichtig für das Baby. Du wirst die Beobachtung machen, dass sich dein Kleines im Tragetuch mit seinem Gesicht regelrecht in deine Brust kuschelt. Dort spürt es deine Wärme und riecht deinen Duft – für ein Baby gibt es nichts Schöneres! Auch für Väter ist der enge Hautkontakt beim Tragen des Kindes im Tragetuch von Anfang an eine tolle Möglichkeit, eine ganz enge Beziehung zum Säugling aufzubauen.

  2. Das Tragen regt die gesunde körperliche Entwicklung an: Mal abgesehen davon, dass das leichte Schaukeln beim Gehen Babys in den meisten Fällen beruhigt, regt es auch das Wachstum der Rückenmuskulatur an. Zudem wird der Gleichgewichtssinn gefördert. Und entgegen der verbreiteten Meinung, dass das Tragen von Babys in Tragehilfen oder Tragetüchern dessen gesunder körperlicher Entwicklung schädigt, kann es dieser im Gegenteil sehr gut tun. Wenn man darauf achtet, dass das Baby korrekt in Hockstellung sitzt, kann das Tragen des Kindes einer Hüftdysplasie vorbeugen und die Nachreifung der Hüftgelenke wird unterstützt.

  3. Mit dem Tragetuch überall mobil unterwegs: Mit dem Tragetuch ist man mit dem Baby in der Regel mobiler als mit dem Kinderwagen. Allein schon das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann mit Tragetuch um einiges stressfreier sein als mit dem Kinderwagen, der bei vielen Fahrgästen kaum noch Platz findet. Auch in unwegsamem Gelände wie im Gebirge oder am Strand ist ein Tragetuch meistens praktischer als ein Kinderwagen oder Buggy. Zudem hast du stets die Hände frei und dein Baby immer im Blick.

  4. Tragetuch ist vielseitiger als Tragehilfe: Grundsätzlich gelten die letzten Punkte für Tragehilfen im Allgemeinen. Was Tragetücher aber gegenüber den meisten Tragesäcken, -beuteln und Komfortragen auszeichnet, ist ihre Vielseitigkeit. Je nach Alter des Babys und den Bedürfnissen von Mutter und Kind können verschiedene Bindungen genutzt werden: Zu Beginn geschützt vor dem Bauch, wenn das Kind schwerer wird auf der Hüfte oder auf dem Rücken. Wird das Tragetuch gerade nicht zum Tragen gebraucht, kann es zur Hängematte oder Decke umfunktioniert werden. Ob Tragetuch oder Babytrage bleibt aber letzten Endes dem persönlichen Geschmack überlassen.

Worauf du beim Tragetuch achten solltest

Schon beim Kauf des Tragetuchs solltest du auf bestimmte Qualitätsmerkmale achten, damit dir das Binden später leicht fällt und dein Baby sicher und bequem sitzt. Ein hochwertiges Tuch übersteht trotz hoher Belastung ganze Generationen. Damit du lange Freude an deinem Tragetuch hast, lege beim Kauf Wert auf folgende Dinge:

  • Tuchgröße: ca. 70 cm breit und 4,6 bis 5 m lang

  • Material: schadstofffrei, nicht zu dick (lässt sich schlecht handhaben), nicht zu dünn (der Stoff könnte einschneiden)

  • Gewebe: horizontal und vertikal gewebt, diagonal elastisch

  • Oberfläche: nicht zu rau (lässt sich schlecht knoten), nicht zu glatt (Knoten könnte nachgeben)

  • Kanten: doppelt versteppt für hohe Belastung

  • Praktisch: Mittelmarkierung

Baby-Tragetücher: Die schönsten Modelle

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Je öfter ein Tuch gewaschen wurde, desto griffiger wird es. Wenn du dir also ein neues Tuch kaufst, dann wasche es vor dem ersten Gebrauch ein paar Mal durch, damit es sich besser handhaben lässt.

Tragetuch binden: 4 Anleitungen und Checkliste

Wir stellen dir hier 4 klassische Bindearten vor, mit denen du dein Baby von Geburt an im Tragetuch tragen kannst. Außerdem: Eine Checkliste zum Prüfen, ob du beim Binden alles richtig gemacht hast.

Tragetuch binden: Verschiedene Anleitungen

Vier verschiedene Anleitungen zum Binden eines Tragetuchs - da sollte auch etwas für dich dabei sein. In einfacher Schritt-für-Schritt-Bebilderung zeigen wir dir, wie du Kreuztrage, seitlichen Hüftsitz und Co. meisterst:

Wickelkreuztrage binden - so geht's

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Tragetuch-Anleitung: Kreuztrage

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Tragetuch-Anleitung: Känguru-Trage

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Tragetuch-Anleitung: Seitlicher Hüftsitz

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Tragetuch stets in 3 Schritten binden

Egal, welche Anleitung du befolgst, die drei Hauptschritte ändern sich nie:

  1. Tuch vorbereiten: Lege das Tuch ausgebreitet vor dich hin und suche die Mitte. Lege dir das Tuch (je nach Bindevariante) um und achte darauf, dass es nicht verdreht ist und locker fällt. Nun binden Sie das Tuch Schritt für Schritt.

  2. Kind ins Tuch gleiten lassen: Meistens musst du dazu dein Baby über deine Schulter legen und von oben ins Tuch gleiten lassen. Achte darauf, dass du es immer mit einer Hand sicher festhältst  und nicht zu weit über deine Schulter legst, da dies dem Kind unangenehm ist.

  3. Bindung festigen: Sitzt das Baby im Tuch, musst du die Bindung festigen. Das heißt, ziehe die Falten glatt und den Knoten fest. Damit du das Material nachziehen kannst, hebe das Kind im Tuch am besten leicht an. Überprüfe nun anhand der Checkliste, ob dein Kind sicher und bequem sitzt.

Nicht immer hast du ein Tragetuch zur Hand. Achte dennoch darauf, dass du dein Baby vernünftig trägst:

Checkliste: Ist die Bindung korrekt?

Überprüfe nach dem Binden anhand unserer Checkliste, ob du das Tragetuch korrekt gebunden hast, um dein Baby bequem und sicher zu tragen:
 

  • Stimmt die Höhe?  Kannst du dein Baby, wenn es im Tragetuch sitzt, bequem auf den Kopf küssen? Dann hat es die richtige Höhe an dir.

  • Ist die Bindung fest genug? Liegt das Baby auch noch fest an deinem Körper, wenn du dich nach vorn beugst? Sackt das Baby an dir nicht zusammen? Ist das Köpfchen gestützt aber nicht fixiert? Dann ist die Bindung fest genug. 

  • Bildet das Kind mit dir eine Gewichtseinheit? Wenn dein Baby an dir sitzt und nicht an dir hängt, ist die Bindung ok.

Ein Tragetuch - falls richtig gebunden - fördert die Bindung zwischen dir und deinem Kind.

 

  • Sitzt das Baby korrekt? Wenn die Kniekehlen einen Winkel von 90 Grad bilden oder sie höher liegen als das Windelpaket, ist die richtige Hockstellung gegeben.

  • Sitzt das Kind bequem? Reicht das Material des Tuchs bis an seine Kniekehlen? Scheuert nichts? Ziehe das Tuch ggf. nach und die Falten glatt.

  • Hast du Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich? Wenn ja, überprüfe die Bindung und ziehe das Tuch nach und die Falten glatt. Probiere ggf. eine andere Bindevariante aus.

  • Kühlt das Baby nicht aus? Im Winter wärmen Tuch und Körperwärme des Trägers zwar zusätzlich, trotzdem solltest du auf ausreichend Kleidung vor allem an den Füßen, am Kopf und am Nacken achten. Trage das Baby im Winter immer unter deiner Jacke.

  • Überhitzt das Baby nicht? Weder Träger noch Kind sollten schwitzen. Im Sommer reicht unter dem Tragetuch oft ein Body für das Baby. Bei zu heißen Temperaturen im Hochsommer solltest du ggf. auf das Tragetuch verzichten, um das Baby nicht durch Tuch und Körperwärme zusätzlich zu wärmen.

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