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Geburtspositionen: So kommt dein Kind am besten auf die Welt

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Geburtspositionen: So kommt dein Kind am besten auf die Welt

In Hollywood-Filmen gibt es grundsätzlich nur eine Geburtsposition: Die Mutter liegt auf dem Rücken (es stehen meist unglaublich viele Menschen um sie herum), der Arzt sitzt zu ihren Füßen und schon ist das Baby da! In der Realität gibt es unzählige mehr und vor allem bessere Geburtspositionen, um sein Kind auf die Welt zu bringen. Also raus aus dem Bett ...

Wer ein Baby bekommt, kommt um das Thema Geburtsposition nicht herum. Und das ist auch gut so. Denn einfach auf den Rücken legen und darauf los pressen, wie man es in Filmen immer sieht, ist nicht unbedingt die beste Strategie, um sein Kind zu bekommen. Deshalb wird in den meisten Geburtsvorbereitungskursen auch lang und breit über die verschiedenen Körperhaltungen zum Gebären eines Kindes gesprochen. Manches davon sieht ausgesprochen lustig aus, bei anderen denkt man "Ich mach mich doch nicht zum Affen (und das auch noch halb nackt)!" Aber glaubt uns, das wird euch unter der Geburt alles vollkommen egal sein, ihr werdet genau die Geburtsposition einnehmen, die für euch am angenehmsten ist und die euer Baby möglichst einfach zur Welt kommen lässt!

Welche Geburtspositionen gibt es?

Hier wird zwischen Geburtspositionen zu Beginn der Geburt, also in der frühen Eröffnungsphase, und der abschließenden Gebärstellung, in der du dann dein Baby bekommst, unterschieden.

Geburtspositionen

Welche Position bei der Geburt?

Geburtspositionen für den Anfang der Geburt:

  • Stehend
    Einfach (sofern mit Wehen irgendetwas einfach ist) stehen und die Wehen zusammen mit der Schwerkraft ihre Arbeit machen lassen. Dabei kannst du dich an einer Stange, deinem/deiner Partner*in, einem Seil, einer Sprossenwand, dem Bett, etc. festhalten und stützen.
  • Gehend
    Zu Beginn sind die Wehen meist noch gut händelbar. Wenn du während der Eröffnungsphase herumläufst, bewegst du dabei automatisch dein Becken, was sich positiv auf den Geburtsverlauf auswirkt. Da Wehen, auch Eröffnungswehen, aber ganz schön fies sein können, ist es gut, immer etwas griffbereit zu haben, an dem du dich festhalten kannst, ein Seil, ein Geländer, dein*e Partner*in, etc.
  • Hängend
    Einfach mal abhängen während der Geburt: Ganz so einfach ist es nicht, dennoch finden es viele Frauen angenehm, während der Eröffnungsphase mit dem Oberkörper in einem von der Decke hängenden Tuch zu liegen, während sie mit den Beinen auf dem Boden stehen oder auf dem Bett knien.
  • Gebeugt
    In dieser Geburtsposition stehst du, legst deinen Oberkörper aber nach vorne ab, z. B. auf einen Tisch, das Bett (im Krankenhaus kann man die Betten praktischerweise hoch fahren), einen Schrank, etc. In dieser Geburtsstellung kannst du auch optimal dein Becken kreisen lassen und dein*e Partner*in kann dir den Rücken massieren - sofern dir das angenehm ist.

Geburtspositionen für den Abschluss der Geburt:

  • Auf allen vieren
    Eine der beliebtesten Geburtspositionen mittlerweile: Dabei kniest du auf dem Bett oder einer Matte und legst deinen Oberkörper auf ein Kissen, einem Pezziball oder dem Kopfteil des Bettes (auch hier lassen sich Klinkbetten praktischerweise am Kopfende hochfahren). Dein Becken bleibt dabei beweglich, was viele Frauen als angenehm empfinden, dein*e Partner*in oder Hebamme kann dir den Rücken massieren und die Schwerkraft ihre Arbeit tun.
  • Gehockt
    Auch in der gehockten Gebärposition ist die Schwerkraft deine Freundin. Wenn dir die hockende Position auf Dauer zu unbequem oder anstrengend ist - das geht ganz schön auf die Knie und Knöchel - kannst du diese Stellung auch auf einem Geburtshocker einnehmen. Viele Klinken und Geburtshäuser haben so etwas rumstehen. Durch die tiefe Hocke gibst du deinem Becken übrigens maximale Weite und erleichterst es deinem Baby ins Becken zu rutschen.
  • Sitzend
    Auf einem Stuhl oder einem Pezziball sitzend mit dem Oberkörper auf der Stuhllehne, dem Bett oder der Sprossenwand abgestützt, empfinden es viele Frauen als angenehme Position, wenn die Wehen schon heftiger sind. Dein*e Partner*in kann dir auch in dieser Stellung wunderbar den Rücken massieren. Nur zur eigentlichen Geburt, also mit den Presswehen, musst du dir eine andere Geburtsposition suchen, bei der du nicht auf dem Geburtsausgang sitzt.
  • Seitlich liegend
    In der Seitenlage lässt es sich gut pressen und dabei (in den Wehenpausen) entspannt liegen.
    Empfehlung einer Hebamme: In den Wochen vor der Geburt immer erfragen, zu welcher Seite der Rücken deines Kindes zeigt (meist ist das nach links) und dann auf diese Seite legen. Den Kopf auf ein Kissen oder die Oberschenkel deines/deiner Partner*in ablegen. Er/Sie kann dir seine Hände zum Drücken reichen. Deine Hebamme sitzt zu deinen Füßen, sodass du dein oberes Bein bequem auf ihrer Schulter ablegen kannst. Das untere Bein stemmst du gegen den Oberschenkel deiner Hebamme, sodass du beim Pressen mit dem Bein Gegendruck ausüben kannst. In den Pausen alle Körperpartien entspannen und auf die nächste Wehe warten.
  • Liegend
    Natürlich darfst du dein Baby auch auf dem Rücken liegend zur Welt bringen, wenn du dich in dieser Geburtsposition am wohsten fühlst. Nur weil andere Geburtsstellungen von Hebammen empfohlen werden, heißt das nicht, dass du eine Position einnehmen musst, in der du dich unwohl fühlst. Wenn die Rückenlage dein Favorit ist, leg dich hin und bekomme dein Kind - du entscheidest alleine (solange es keine Komplikationen gibt)!

Welches ist die beste Geburtsposition?

In Rückenlage, im Vierfüßlerstand oder in Seitenlage. Hockend, kniend oder in der Badewanne – es gibt jede Menge Gebärpositionen. Ganz wichtig zu wissen: Ein richtig oder falsch gibt es hier nicht! Schlussendlich entscheidest du ganz alleine für dich und aus dem Bauch heraus, in welcher Position du dein Baby gebären möchtest.

Es gibt aber gute Gründe, warum eine aufrechtere Geburtsposition von Vorteil ist:

  1. In aufgerichteten Geburtspositionen hast du meist regelmäßigere und häufigere Wehen - das beschleunigt die Geburt.
  2. Das Kind findet leichter seinen Weg in dein Becken und kann besser mitarbeiten.
  3. Die Schwerkraft unterstützt dein Baby auf seinem Weg durch den Geburtskanal.
  4. Ein bewegliches Becken hilft deinem Baby die optimale Position einzunehmen.
  5. In aufrechten Position liegt weniger Druck auf deinen Lungen und du kannst tiefer und besser atmen. Das versorgt dich und dein Baby besser mit Sauerstoff.
  6. Im Stehen, kniend, Vierfüßlerstand oder auch Seitenlage ist übrigens auch das Risiko für einen Dammriss und andere Geburtsverletzungen geringer.
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Wie finde ich die beste Geburtsposition für mich?

  • Lasse dein Bauchgefühl entscheiden, in welcher Position du gebären möchtest.
  • Vielen Frauen tut es gut, sich während der Geburt zu bewegen, umherzugehen. Also mach das, wenn dir danach ist.
  • Wechsel die Position, wann immer du möchtest. So findest du schnell heraus, was dir genau in diesem Moment am besten tut.
  • Denk daran: Die Schwerkraft ist deine Freundin und kann deine Geburt beschleunigen.
  • Ein bewegliches Becken kann das Druckgefühl bei den Wehen etwas mindern und erleichtert deinem Baby den Weg durch den Geburtskanal.
  • Wenn du eine PDA bekommen hast, kannst du statt auf dem Rücken auch auf der Seite liegen, wenn dir das angenehmer ist.

Welche Geburtsposition bei einer Wannengeburt?

Eine Wassergeburt ist eine super Sache - warum liest du hier - schränkt aber die Auswahl an Geburtspositionen etwas ein. In den meisten Geburtswannen ist es ein Problem zu knien (und sich dabei mit dem Oberkörper auf den Wannenrand zu stützen), zu sitzen oder den Vierfüßlerstand einzunehmen.

Die Seitenlage ist meist etwas problematisch, da du dann mit dem Kopf unter Wasser wärst - eher suboptimal! Und auch stehen fällt in der Geburtswanne raus, da du erstens  in der Wanne ausrutschen könntest und zweitens bringt dir eine Wassergeburt, bei der du nur bis zu den Knien im Wasser stehst, eher wenig.

Warum liegen dennoch viele Frauen bei der Geburt auf dem Rücken?

Die allermeisten Frauen gebären ihr Kind allerdings immer noch liegend - obwohl viele Mediziner*innen und Hebammen dies nicht als ideale Position beschreiben. Warum nichtsdestotrotz das Gros der Frauen die Rückenlage wählen? In den meisten Kreißsälen steht das Bett im Mittelpunkt, es ist also naheliegend, sich dort in Liegeposition zu begeben. Zumal CTGs in der Regel liegend durchgeführt werden - hier kannst du aber auch immer darum bitten, dass man es im stehen, sitzen oder knien versucht. Das funktioniert in den meisten Fällen auch.

Bei einer PDA, sofern es sich nicht um eine sogenannte "Walking PDA" handelt, bei der das Gefühl in den Beinen erhalten bleibt, sind die Beine der meisten Frauen betäubt, sodass sie das Bett gar nicht mehr verlassen können und dürfen.

Spannender Fakt zur Geburtsposition

Die Zahl der Geburten im Liegen ist nur in den Industrienationen so hoch. Die natürlichste Art der Entbindung ist ganz klar in einer aufrechten Position (stehend, hockend oder kniend) und wird in vielen Kulturen automatisch eingenommen.

Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Geburtspositionen

Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Geburtspositionen
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Wie lange dauert die erste Geburt?

Das ist von Frau zu Frau verschieden. In der Regel geht man bei einer Erstgebärenden von einer Geburtsdauer von ca. 15 bis 18 Stunden. Fieser Weise wird die Zeit erst aber dem Moment genommen, wenn deine Wehen regelmäßig und wirksam sind. Du kannst davor schon lange durchaus auch schmerzhafte Wehen gehabt haben, in der Rechnung von Mediziner*innen und Hebammen zählt diese Zeit aber nicht zur Geburtsdauer. Genauere Infos zum Thema Geburtsdauer findest du in unserem Artikel "Wie lange dauert eine Geburt? Harte Fakten & persönliche Erfahrungen".

Wie atme ich während der Geburt?

Am besten immer tief und entspannt, aber das ist während einer fiesen Wehe gar nicht so einfach. Viele Frauen halten wegen der Schmerzen instinktiv die Luft an. Das ist aber keine so gute Idee. Besser ist es auch, während der Wehen möglichst tief und lange ein- und auszuatmen.

Während der Presswehen werden wieder andere Atemtechnicken empfohlen. Wenn du während der Presswehen NICHT aktiv mitpressen sollst (weil dein Kind dann vielleicht zu schnell kommt, was das Risiko für Geburtsverletzungen erhöht), sind viele kurze, kräftige Atemstöße hilfreich. So als würde man jede Kerze eines Geburtstagskuchens mit einem eigenen kräftigen Puster ausblasen wollen. Oder du machst kurze Atemstöße und tönst dabei kräftig "UFF UFF UFF ...". Die verschiedenen Atemtechniken lernst du in einem Geburtsvorbereitungskurs.

Viele werdene Mamas fragen sich um den Geburtstermin: Geht es jetzt los? Sind das schon Anzeichen für die Geburt? Wir haben alle sicheren und unsicheren Zeichen für den Beginn der Geburt für dich auf einen Blick.

Bildquelle: Getty Images/ SiberianArt

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