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Geburtsklinik: Das richtige Krankenhaus für die Geburt finden

Wohin zur Geburt?

Geburtsklinik: Das richtige Krankenhaus für die Geburt finden

Ihr seid schwanger, juchee! Und irgendwann muss das Kind dann auch raus, aber wo? Wenn für euch Hausgeburt und Geburtshaus nicht infrage  kommen, begebt ihr euch irgendwann auf die Suche nach einer Geburtsklinik. 

Ganz schön überwältigend, was die verschiedenen Krankenhäuser alles anbieten und auf den Fotos sieht alles so schön und glänzend aus. Aber ist es das auch und wie ist die Stimmung vor Ort? Das findet ihr nur bei einem Besuch eurer Wunschklinik heraus – und wenn ihr dabei die richtigen Fragen stellt. Mit unseren umfangreichen Infos rund um Geburtskliniken und detailreicher Checklisten zum Finden der perfekten Klinik für euch, trefft ihr bestimmt die richtige Wahl für das Krankenhaus, das am besten zu euch und euren Geburtswünschen passt.

Wie finde ich eine Geburtsklinik?

Das kommt etwas darauf an, wo ihr wohnt. In großen Städten gibt es meist mehrere Geburtskliniken, aus denen ihr wählen könnt . In weniger dicht besiedelten Gebieten steht oft nur eine Klinik zur Auswahl. Viele werdende Eltern finden ihre Geburtsklinik über Empfehlungen von Freunden, der Frauenärztin oder einfach durch eine Googlesuche.

Wann muss ich mir eine Geburtsklinik suchen?

Spätestens ab dem zweiten Trimester solltet ihr euch auf die Suche nach einer für euch passenden Geburtsklinik machen. Es ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich, bis zu welcher Schwangerschaftswoche man sich für die Geburt angemeldet haben muss. Und wenn ihr euch mehrere Geburtskliniken anschauen wollt, müsst ihr auch dafür noch die entsprechende Zeit einplanen. Es kann also nicht schaden, frühzeitig mit der Suche nach einer Geburtsklinik zu beginnen.

Warum ist die Wahl meiner Geburtsklinik wichtig?

Geburtskliniken können sehr unterschiedlich sein, was die Ausstattung, Ausrichtung und Einrichtung betrifft. Nicht jeder fühlt sich in der gleichen Klinikumgebung wohl und auch die Ansprüche an die Klinik selbst, ist von Eltern zu Eltern verschieden. Für die einen ist eine angeschlossene Neonatologie wichtig, andere wollen zusammen mit ihrer eigenen Hebamme, einer sogenannten Beleghebamme entbinden.

Wann soll man sich die Geburtsklinik anschauen?

Es ist immer gut, sich seine Geburtsklinik vor der Anmeldung anzuschauen, um live vor Ort zu überprüfen, ob einem die Klinik gefällt. Jede Geburtsklinik hat andere Besichtigungsverfahren, manche bieten einmal pro Woche Führungen und Infoveranstaltungen an, andere nach persönlicher Terminabsprache und wieder andere nur monatlich. Gerade, wenn ihr euch mehrere Krankenhäuser anschauen wollt, solltet ihr euch rechtzeitig nach den Terminen erkundigen und sie einplanen. Wäre doch ärgerlich, wenn ihr den Anmeldetermin für eure Wunschklinik verpassen würdet, weil ihr euch zu spät gekümmert habt.

Wie weit sollte die Geburtsklinik entfernt sein?

Im ländlichen Gebieten hat man oft keine große Wahl und muss die nächstgelegene Geburtsklinik nehmen und selbst diese kann eine ordentliche Autofahrt entfernt sein. In der Regel ist das nicht schlimm, die wenigsten Babys kommen als Express-Babys zur Welt. In der Stadt, wo man häufig mehrere Kliniken zur Auswahl hat, sollte man bei der Wahl der Klinik mit einbeziehen, ob die Fahrt zum Krankenhaus auch in Hochverkehrszeiten und mit Stau noch entspannt oder überhaupt machbar ist. Es gilt also: Es muss nicht unbedingt die nächstgelegene Klinik sein (in der Stadt), aber besser auch nicht die, bei der ihr Gefahr lauft, auf dem Weg im Stau stecken zu bleiben.

Wie komme ich in die Geburtsklinik?

Wenn es losgeht, habt ihr verschiedene Möglichkeiten in eure Geburtsklinik zu kommen. Wer ein Auto hat, fährt in der Regel damit. Auch das Fahrzeug von Freunden oder ein Carsharing-Wagen kann genutzt werden. Natürlich könnt ihr auch ein Taxi nehmen, manche Fahrer nehmen lehnen Fahrten zur Geburtsklinik jedoch ab (weil sie keine Verantwortung übernehmen wollen oder Angst haben, dass im Auto die Fruchtblase platzt). Wer liegend transportiert werden muss, weil die Fruchtblase geplatzt ist, das Kind aber noch nicht tief im Becken sitzt, kann einen Krankenwagen rufen. Ansonsten stellen manche Krankenhäuser auch Transportscheine aus, die man für einen privaten Krankentransport nutzen kann. Fragt dazu einfach mal in eurer Geburtsklinik nach.

Geburtsklinik: Was ist wichtig?

Ihr habt in eurem Einzugsgebiet gleich mehrere Geburtskliniken zur Auswahl und wollt euch mehrere anschauen. Wir haben eine Checkliste für euch, auf was ihr bei der Wahl eurer Geburtsklinik achten solltet:

  1. Welche Betreuung wünscht ihr euch vor Ort? Sind die Klinik-Hebammen fein für euch oder wollt ihr mit einer Hebamme oder einem Arzt entbinden, den ihr vorher schon kennt?
  2. Welche Sicherheiten braucht ihr? Fühlt ihr euch in einer Klinik mit angeschlossener Neonatologie wohler oder ist euch die intime Atmosphäre  einer kleinen Geburtsklinik wichtiger?
  3. Wie ist eure Schwangerschaft verlaufen? Hattet ihre eine Risikoschwangerschaft oder sind Komplikationen bei der Geburt nicht ausgeschlossen, solltet ihr eine entsprechend erfahren Geburtsklinik wählen.
  4. Ist die Anfahrt realistisch? Liegt zwischen euch und der Geburtsklinik eine staugefährdete Strecke? Oder ist die Anfahrt generell sehr lang? Dann eventuell eine nähere Klinik in Betracht ziehen.
  5. Wie wollt ihr entbinden? Habt ihr ganz bestimmte Wünsche für eure Geburt, z. B. wollt ihr eine PDA, nur natürliche Schmerzmittel oder eine Wassergeburt? Stellt sicher, dass die von euch gewählte Geburtsklinik diesen Wünschen auch nachkommen kann.
  6. Was sagen andere zu der Klinik? Fragt Freunde und Bekannte, wie ihre Erfahrungen mit der Geburtsklinik waren. Auch im Netz finden sich Bewertungen vieler Kliniken und Entbindungsstationen.
  7. Was sagt euer Bauchgefühl? Versucht eure Wunschklinik vor der Anmeldung unbedingt zu besichtigen,  z. B. bei einer Infoveranstaltung. Lasst die Umgebung und das Personal auf euch wirken und hört in euch hinein, ob ihr euch eine Geburt genau in dieser Geburtsklinik gut vorstellen könnt.

Fragen an die Geburtsklinik

Ihr habt euch eine oder zwei (oder drei, vier, …) Geburtskliniken herausgesucht und besucht die Infoveranstaltungen. Dabei kann man immer auch Fragen stellen und diese Gelegenheit solltet ihr ausnutzen. Hier eine Liste mit relevanten Fragen an eure Geburtsklinik:

  • Betreuen die Hebammen mehrere Geburten gleichzeitig? (Ist mittlerweile in den vielen Kliniken der Fal.l)
  • Gibt es Routinemaßnahmen, die ihr vielleicht nicht so gut findet, wie Einlauf, Rasur im Schambereich oder Zufüttern kurz nach der Geburt?
  • Welche Möglichkeiten habe ich während der Vorwehen? Kann ich mich frei bewegen? Gibt es besondere Vorwehenzimmer?
  • Wie sind die Möglichkeiten während der Wehen? Werden die Herztöne des Kindes die ganze Zeit überwacht oder kann ich mich frei bewegen?
  • Welche Raten hat die Geburtsklinik in Bezug auf Dammschnitte, Kaiserschnitt, Saugglocke und Geburtseinleitungen?
  • Steht durchgehend ein Anästhesie-Team für eine PDA (Periduralanästhesie) bereit?
  • Welche Mittel zur Schmerzlinderung bietet die Geburtsklinik an? Lachgas, Naturmedizin, PDA, etc.?
  • Wie sind die Kreißsäle ausgestattet? Gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und unterstützende Hilfsmittel, um unterschiedliche Gebärpositionen einzunehmen?
  • Welche Mittel zur Geburtseinleitung verwendet die Klinik?
  • Wie lange darf man nach der Entbindung noch in Ruhe im Kreißsaal bleiben, bzw. wird dafür Zeit eingeplant?
  • Gibt es Familienzimmer auf der Wöchnerinnenstation? Sind diese für Kassenpatientinnen kostenpflichtig?
  • Wird das Stillen gefördert und hat die Geburtsklinik speziell ausgebildete Stillberaterinnen? (Eine Hinweis darauf ist die Auszeichnung “Babyfreundliches Krankenhaus”.)
  • Wie sind die Besuchszeiten und -rechte geregelt? Bekomme ich auch in meinem Mehrbettzimmer genügend Ruhe mit meinem Baby?
Welche Art der Entbindung passt zu mir?
Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Wir hatten uns vor der Geburt unseres Sohnes zwei Geburtskliniken herausgesucht, die bei uns in der Nähe lagen und in denen schon Freunde entbunden hatten. Bei beiden haben wir uns natürlich vorher die Webseite angeschaut und auch kurze Patienten-Erfahrungen gegoogelt (die oft sowas von unterschiedlich sind, dass sie uns nur noch mehr verwirrt haben). Dann waren wir bei den Infoveranstaltungen: Die eine Klinik fanden wir ok, aber irgendwie noch nicht wirklich mit uns kompatibel und bei der zweiten haben wir die Veranstaltungen noch mitten in der Führung verlassen, weil wir beide kein gutes Gefühl hatten. Das war einfach nicht unsere Klinik.

Am Ende sind wir in einer Geburtsklinik am anderen Ende der Stadt gelandet, die wir vorher gar nicht auf dem Schirm hatten. In unserem Geburtsvorbereitungskurs hatte ein anderes Paar erzählt, dass sie diese Klinik ausgewählt hätten, weil sie dort Vorwehenzimmer hätten. Vorwehenzimmer? Von sowas hatten wir bei den anderen Kliniken noch nie was gehört. Tatsächlich haben uns diese Doppelzimmer, in denen man die Zeit der Vorwehen, bis die eigentliche Geburt los geht, zu zweit in Ruhe verbringen kann, überzeugt. Die Vorstellung einen eigenen geschützten Raum zu haben, statt hechelnd Treppen steigen oder in kargen Wartezimmern rumsitzen zu müssen, war einfach tausend Mal besser.

Und so ist es am Ende auch gekommen: Wir hatten unser Vorwehenzimmer (ganze 16 Stunden lang) und sind dann zur Geburt in die tolle Geburtswanne (unser zweites Must-Have auf unserer Geburtsklinik-Checkliste) in einem wirklich schönen Kreißsaal gestiegen.

Bildquelle: Getty Image/ NataliaDeriabina

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