Entbindung im Geburtshaus: die Vorteile, die Voraussetzungen, die Risiken

Auf einen Blick

Entbindung im Geburtshaus: die Vorteile, die Voraussetzungen, die Risiken

Dich schreckt die sterile Umgebung in einem Krankenhaus ab? Vielleicht ist dann eine Entbindung im Geburtshaus das Richtige für dich und dein Baby. Welche Voraussetzungen dazu erfüllt sein müssen und was du sonst noch wissen musst

Was ist ein Geburtshaus eigentlich?

Ein Geburtshaus wird von Hebammen geleitet und bietet eine Alternative zur Entbindung in einem Krankenhaus. Der Vorteil: eine vertraute, wohnliche Umgebung, die im krassen Gegensatz zur kühlen Krankenhausatmosphäre steht. Oft geht es dort weit ruhiger und entspannter zu als in der hektischen Betriebsamkeit eines Hospitals.

Die Gebärenden können im Geburtshaus auf verschiedene Hilfsmittel wie Gebärhocker, Seile oder Geburtswannen zurückgreifen. Neben dem Geburtszimmer gibt es in manchen Häusern auch Wochenbettstationen, wo sich Mutter und Kind nach der Geburt noch einige Tage ausruhen können und betreut werden. Die Regel ist aber eine ambulante Geburt im Geburtshaus, bei der du nach einigen Stunden wieder nach Hause entlassen wirst.

Eine Geburt im Geburtshaus ist meist intimer und entspannter für Mutter und Baby

Momentan gibt es rund 80 solcher Einrichtungen in Deutschland. Ob sich ein Geburtshaus in deiner Nähe befindet, kannst du beim Deutschen Hebammenverband checken.

Welche Angebote gibt es im Geburtshaus noch?

Die Betreuung dort geht weit über die während der Entbindung hinaus: Im Geburtshaus finden in der Regel auch Informationsveranstaltungen, Geburtsvorbereitungskurse, Schwangerschaftsyoga und Erste-Hilfe-Kurse für Eltern statt. Außerdem übernimmt eine Hebamme die Schwangerschaftsvorsorge und auch die Nachsorge während der Zeit des Wochenbetts.

Zusätzlich werden für die frischgebackenen Mamas nach der Geburt Rückbildungskurse und Stilltreffs organisiert. Natürlich ist das Angebot aber nicht in allen Geburtshäusern identisch.

Für wen ist eine Entbindung im Geburtshaus geeignet?

Im Geburtshaus sind bei einer Geburt keine Ärzte anwesend. Außerdem gibt es keine medizinischen Hilfsmittel, es darf keine PDA gelegt werden und ein Operationssaal ist natürlich auch nicht vorhanden. Deshalb müssen ein paar Voraussetzungen bei der Schwangeren erfüllt werden, damit eine Geburtshaus-Geburt überhaupt möglich ist:

  • eine unkomplizierte Schwangerschaft
  • ein gesundes Kind, das sich im Mutterleib in einer guten Geburtslage befindet
  • keine Mehrlingsschwangerschaft
  • kein Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie, Gerinnungsstörungen, Bluthochdruck oder HELLP-Syndrom bei der werdenden Mutter

Was passiert, wenn es zu Komplikationen bei der Entbindung im Geburtshaus kommt?

Hebammen sind darin geschult, kritische Situationen während oder nach einer Geburt zu erkennen. Dann wird sofort ein Arzt hinzugerufen oder die Geburt ins Krankenhaus verlegt. Oft arbeitet ein Geburtshaus eng mit einer Klinik zusammen, die nicht weit entfernt ist.

Übrigens: Wollen das die Eltern, kann ein Arzt vorsorglich während der gesamten Geburt anwesend sein.

Life Hacks für die Schwangerschaft: Diese genialen 20 Tricks erleichtern dir dein Leben mit Babykugel

Life Hacks für die Schwangerschaft: Diese genialen 20 Tricks erleichtern dir dein Leben mit Babykugel
Bilderstrecke starten (21 Bilder)

Wer trägt die Kosten einer Entbindung im Geburtshaus?

Gesetzliche Krankenkassen kommen ganz oder zum Teil für die Geburtskosten auf. Das Geburtshaus, für das du dich entschieden hast, kann dich aber dazu genauer informieren. Zusatzkosten entstehen, wenn du dir einen Rufbereitschaftsdienst einer bestimmten Hebamme wünschst.

Wichtig: Falls du in einem Geburtshaus entbinden willst, solltest du dich frühzeitig dort anmelden, denn die Plätze immer noch wenigen Einrichtungen sind begehrt. Bereits nach dem ersten Schwangerschaftstrimester macht eine Kontaktaufnahme Sinn.

Bildquelle: FatCamera / Getty Images

Meine Empfehlung für dich

Galerien

Lies auch

Teste dich