Schwangerschafts­yoga: Die neun wichtigsten Fragen und Antworten

Tut so gut!

Schwangerschafts­yoga: Die neun wichtigsten Fragen und Antworten

Du erwartest ein Baby, hast dich aber noch nicht zum Schwangerschaftsyoga angemeldet? Dann aber schnell. Schließlich hat die sanfte Bewegung nichts als Vorteile! Wir klären die wichtigsten Fragen für dich.

1. Warum solltest du während der Schwangerschaft grundsätzlich auf ausreichend Bewegung achten?

Die Zeiten, in denen man von Sport in der Schwangerschaft generell abgeraten hat, sind – zum Glück! – lange vorbei. Schließlich tut Bewegung nicht nur der werdenden Mama, sondern auch dem Baby gut. Studien der Sporthochschule in Köln belegen sogar, dass regelmäßiger Sport während der Schwangerschaft das Risiko einer perinatalen Depression verringert.

Außerdem würden sportliche Schwangere weniger Schmerzmittel bei der Geburt brauchen. Zudem wirkt Bewegung, besonders moderates Ausdauertraining, Rückenschmerzen entgegen, fördert guten und tiefen Schlaf und man fühlt sich ausgeglichener.

2. Warum tut dir Schwangerschaftsyoga so gut?

Die Mischung macht's! Der Mix aus Entspannung und sanfter Bewegung macht Schwangerschaftsyoga für dich so perfekt. Dazu kommt die lange und tiefe Atmung, die das vegetative Nervensystem positiv stimuliert. Du wirst merken: Durch Schwangerschaftsyoga baust du spürbar Stress ab, du kommst zur Ruhe und sammelst neue Energie, die du jetzt bestens gebrauchen kannst.

3. Gegen welche Schwangerschaftsbeschwerden hilft Yoga?

Für nahezu jeden Bereich deines Körpers – und deiner Psyche – ist Schwangerschaftsyoga ein echter Gewinn:

Für den Rücken:

Der durch das Gewicht des Babybauches belastete Rücken wird entlastet, die Rückenmuskeln werden gestärkt und bestehende Schmerzen können verschwinden.

Für Herz und Kreislauf:

Die sanften, fließenden Bewegungen beim Yoga sorgen dafür, dass der Kreislauf angeregt wird und der Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Das hilft zum Beispiel gegen Schwindel und verhindert das Entstehen von Krampfadern.

Für den Magen-Darm-Trakt:

Die Bewegung regt den Stoffwechsel an. Das wirkt sich positiv auf die Verdauung aus. Typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Verstopfung oder Blähungen können dadurch in den Griff bekommen werden.

Für den Beckenboden:

Die Muskulatur des Beckenbodens wird durch Schwangerschaftsyoga trainiert und gestärkt. Denn: Ist das Bindegewebe in der Schwangerschaft weich und dehnbar, müssen die Muskeln jede Menge auffangen.

Für den Geist:

Niemand fühlt sich nach einer entspannenden Yogastunde gestresst oder angespannt. Stattdessen wirst du ausgeglichener sein.

4. Was unterscheidet Schwangerschaftsyoga von herkömmlichem Yoga?

In der Regel ist es sanfter und langsamer. Im Schwangerschaftsyoga wird gänzlich auf Übungen verzichtet, die dir und dem Baby nicht gut tun könnten. Zum Beispiel gibt es keine Bauchmuskelübungen und keine Asanas in Bauchlage. Auch Sprünge und Umkehrhaltungen, wie zum Beispiel Kopfstand oder Schulterstand, sind meist kein Teil der Stunden.

Tut gut und hat viele Vorteile: Schwangerschaftsyoga

5. Kann ich als Schwangere auch herkömmlichen Yogaunterricht besuchen?

Klar. Jede/r erfahrene Yogalehrer/in wird dir sagen können, welche Asanas du nicht mitmachen darfst und dir gleichzeitig Alternativen, sogenannte Modifikationen, anbieten. Voraussetzung ist natürlich, dass er oder sie auch von der Schwangerschaft weiß. Deshalb solltest du ihn oder sie frühestmöglich davon unterrichten – und gegebenenfalls um Diskretion bitten, falls du dich noch in einem sehr frühen Schwangerschaftsstadium befindest.

Vereinzelt weigern sich Leiter von Yogastunden aus rechtlichen Gründen, Schwangere in ihren Kursen zu unterrichten. Was du auf jeden Fall wissen musst: Du übst grundsätzlich auf eigene Verantwortung und solltest – noch mehr als sonst – sehr gut auf deinen Körper hören. Du hast Schmerzen oder fühlst dich nicht wohl? Mach sofort eine Pause oder höre ganz auf.

6. Darf ich Yoga auch schon in der Frühschwangerschaft praktizieren?

Ja, du solltest aber auch jetzt schon deine neuen Grenzen achten. Spüre in dich hinein und vermeide alles, was dir nicht gut tut. Falscher Ehrgeiz ist ab jetzt völlig fehl am Platz – auch wenn du vielleicht noch kaum Schwangerschaftsanzeichen spürst und dein Bauch sich noch nicht wölbt.

7. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten fürs Schwangerschaftsyoga?

Vorausgesetzt, der Kurs ist kassengefördert oder als Präventionsmaßnahme erkannt, übernehmen die Krankenkassen zumindest einen Teil der Kosten. Als Alternative zum Geburtsvorbereitungskurs ist Schwangerschaftsyoga übrigens nicht erstattungsfähig.

8. Kann ich Schwangerschaftsyoga auch alleine Zuhause praktizieren?

Natürlich. Im Netz findest du viele Videos, die dich anleiten. Allerdings ist der Gang in eine Yogaschule immer zu bevorzugen. Warum? Weil du dort von geschulten Lehrern unterrichtet wirst, die dich sofort korrigieren können, falls du eine Übung falsch ausführst. Und, weil du dort auf andere Schwangere triffst, mit denen du dich austauschen kannst. Kann man nie genug haben!

9. Fördert Schwangerschaftsyoga eine leichtere Geburt?

Und zu guter Letzt die Frage aller Fragen: Kannst du dank Schwangerschaftsyoga eine easy Geburt erwarten? Wissenschaftliche Belege gibt es dafür leider keine. Fakt ist aber: Frauen, die (während der Schwangerschaft) Yoga machen haben oft ein größeres Vertrauen in ihren Körper, wissen, wie viel Kraft sie haben – und fühlen sich dadurch in der Geburtssituation im Idealfall weniger ausgeliefert. Auch beim Yoga erlernte Atemtechniken können helfen, die Schmerzen während der Wehen besser auszuhalten.

 

Angelika Zahn
Das sagtAngelika Zahn:

Mein persönliches Fazit:

Als ich mit meinem ersten Kind im sechsten Monat schwanger war, habe ich meine Yogalehrer-Ausbildung beendet. Mein persönlicher Beweis dafür, dass wirklich jeder in fast jedem "Zustand" Yoga machen kann. Erst spät wechselte ich vom "herkömmlichen" zum Schwangerschaftsyoga und übte mit Babykugel bis eine Woche vor der Geburt.

Ich fühlte mich, bis auf wenige Tage, die ganze Schwangerschaft über fit wie ein Turnschuh und hatte mit nur wenigen Beschwerden zu kämpfen. Ob es wirklich am Yoga lag? Keine Ahnung. Sicher ist: Es tat mir unglaublich gut.

Bildquelle: Getty Images

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