Was du gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft tun kannst

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Was du gegen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft tun kannst

In jeder Schwangerschaft ziept es ab zu mal an der ein oder anderen Stelle. Und jeder hat schon gesehen wie sie eine Hochschwangere beim Aufrichten den unteren Rücken stützt. Aber stärkere Rückenschmerzen können auch schon in der Frühschwangerschaft auftreten. Warum das so ist und was du tun kannst.

Typische Haltung: Spätestens im dritten Trimester kommt es bei den meisten werdenden Mamas zu Schmerzen im unteren Rücken.

Wo treten Rückenschmerzen in der Schwangerschaft auf?

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft können aufgrund von Fehlhaltungen in verschiedenen Bereichen deines Rückens sowie im Schulter-Nacken-Bereich auftreten. Typisch sind sie aber im Bereich der unteren Wirbelsäule und rund ums Kreuzbein. Besonders in der fortgeschrittenen Schwangerschaft können hier starke Rückenschmerzen auftreten, denn dein Beckenbereich lockert sich in Vorbereitung auf die Geburt auf. Und auch das Gewicht von Baby und Gebärmutter bildet eine große Belastung. Das kann ganz schön drücken und ziehen. Schwieriger wird es für dich, zwischen den Rückenschmerzen als Schwangerschaftssymptom und denen zu unterscheiden, die Komplikationen ankündigen.

Wieso kommt es zu Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Rückenschmerzen haben auch in der Schwangerschaft verschiedene Ursachen: Sie können als reines Schwangerschaftssymptom auftreten, auf vorhergehenden Muskel-und Gelenkbeschwerden basieren oder aber Anzeichen von Komplikationen sein. Kreuzbeinschmerzen und im Lendenwirbelbereich entstehen schnell, weil sich das sonst sehr widerstandsfähigen Bindegewebe und die Gelenke rund ums Becken mithilfe von Hormonen auflockern.

Laut Dr. med. Markus Donat, Neurochirurg aus dem Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz in München, führt dieser Prozess häufig zu schmerzhaften Blockaden im Iliosakralgelenk, kurz ISG, das die Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein bildet: „Verschieben sich die Gelenkplatten minimal, führt dies zu intensiven Schmerzen, die vom unteren Rücken über das Gesäß bis in die Beinrückseiten ausstrahlen.“ Laut Donat können schnelle Bewegungen und schweres Heben, aber auch schon Stress und Unruhe zu Schmerzen in dem Gelenk führen.

Sind Rückenschmerzen in der Schwangerschaft gefährlich?

Rückenschmerzen als Schwangerschaftssymptom sind sie zwar nervig, aber zum Glück unbedenklich. Über die Hälfte der werdenden Mamas leidet unter ihnen und bei der Mehrzahl verschwinden sie nach der Schwangerschaft auch wieder.
Rückenschmerzen und Ziehen im Lendenbereich können aber auch auf Komplikationen hindeuten: So kündigen sich vorzeitige Wehen, eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt oft (aber nicht immer!) durch Schmerzen im Rücken an. In der Frühschwangerschaft kann auch eine Eileiterschwangerschaft dahinter stecken. Und schon jetzt gut zu wissen: Am Ende des dritten Trimesters können Rückenschmerzen auch die Geburt deines Kindes ankündigen. Nicht wenige Frauen spüren den Wehenschmerz nicht wie erwartet im Bauchbereich, sondern durch teils extreme Schmerzen im unteren Rücken.

Wann zum Arzt?

Leichte Rückenschmerzen solltest du bei deiner nächsten Vorsorgeuntersuchung ansprechen. Starke Rückenschmerzen, besonders, wenn sie spontan einsetzen oder rhythmisch sind, sind ein Grund für einen direkten Arzt- oder Hebammenbesuch.

Was bedeuten Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft?

Wenn Rückenschmerzen auch schon im ersten Trimester auftreten, wenn vom Babybauch noch gar nichts zu sehen ist, kann das ein Anzeichen für Komplikationen sein: Eileiterschwangerschaften, vorzeitige Wehen und Fehlgeburten können Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft auslösen. Auch wenn sie weniger häufig sind, können die Rückenprobleme aber auch ganz harmlose Gründe haben, wie die Dehnung der Mutterbänder, die oft auf den unteren Rücken und sogar die Beine ausstrahlen kann.

Wie kann man Rückenschmerzen in der Schwangerschaft behandeln?

Bei starken Problemen kann dir deine Ärztin Physiotherapie und Massagen verschreiben. Auch der Besuch beim Osteopathen kann sinnvoll sein. Ansonsten sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

1. Wärme

Eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein warmes Bad entspannen die Muskulatur und helfen dir abzuschalten.

2. Bewegung

Dehnungsübungen, Yoga und Schwimmen sind tolle Wege, den Rücken zu entlasten.

3. Stress vermeiden

Entspannung ist wichtig, denn Stress und Unruhe können schnell zu unbewusster Anspannung führen, besonders in Bereichen, die sowieso schon wehtun.

Starke Schmerzen können gut auf Gymnastik und Entspannungstechniken ansprechen, manchmal aber auch noch nach der Geburt anhalten. Wichtig ist, dass du Rückenschmerzen besonders in der Frühschwangerschaft mit deiner Ärztin und Hebamme besprichst. Sie haben nicht nur tolle Tipps, sondern können auch schwere Komplikationen ausschließen.

Wie kann ich Rückenschmerzen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Auch wenn du keinerlei Rückenprobleme hattest, bevor dein Baby es sich in deinem Bauch gemütlich gemacht hat: In der Schwangerschaft sind rückenfreundliche Bewegungen und Gewohnheiten der beste Weg, Rückenschmerzen auf ein Minimum zu reduzieren.

1.  High-Heels weglassen

So toll sie aussehen: Absatzschuhe verlagern dein Körpergewicht nach vorne, sodass dein Rücken ungleichmäßig belastet wird. Wenn du ohne deine High-Heels auch in der Schwangerschaft nicht leben kannst, versuche die Absatzhöhe auf ein Minimum zu reduzieren und packe dir am besten ein paar Ballerinas oder Turnschuhe für längere Wege ein.

2. Auf eine aufrechte Haltung achten

Mit Babybauch verfallen wir meist automatisch in die sogenannte Lordosehaltung, in der sich die S-Kurve der Wirbelsäule verstärkt und wir unseren Bauch nach vorne strecken. Versuche, dich zwischendurch bewusst aufzurichten und dein Becken abzusenken. Stelle dir vor, dein Körperschwerpunkt liegt nicht bei deinem Baby, sondern mittig in deinem Bauch. Klingt kompliziert? Seitlich vor einem Spiegel siehst du leicht, was wir meinen.

3. Richtig beugen und aufstehen

Wir wissen es alle, trotzdem ist es im Alltag schnell vergessen: Statt dem Rücken ist es besser, beim Heben und Bücken die Knie zu beugen. So bleibt der Rücken gerade und die Last verteilt sich gleichmäßig auf die Wirbelsäule. Und auch, wenn es nicht immer machbar ist: Versuche, in der Schwangerschaft nicht regelmäßig mehr als 5 kg zu heben.

4. Regelmäßiges (Rücken-)Training

Bewegung ist die beste Art, Rückenschmerzen zu reduzieren. Neben Schwimmen sind auf Schwangere ausgelegte Kurse wie Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerenyoga toll, denn sie sind speziell auf die Entlastung des Rückens und der Wirbelsäule zugeschnitten.

5. Auf der Seite schlafen

Am besten kannst du deinen Rücken entlasten, indem du auf der Seite schläfst. Das gilt auch schon für Mamas ohne sichtbaren Babybauch. Schwangerschaftskissen wie das Schwangerschafts- und Stillkissen von Theraline, hier erhältlich über Amazon* sind echte Lebensretter, helfen deine Wirbelsäule im Schlaf zu entlasten und stützen später deinen Babybauch. Auch zum anschließenden Stillen im Wochenbett sind sie eine tolle Hilfe.

6. Rückenmassage

Da nicht alle Massagen in der Schwangerschaft erlaubt sind, suchst du am besten einen Therapeuten der spezielle Schwangerschaftsmassagen anbietet. Mit besonderem Fingerspitzengefühl darf aber auch mal dein Partner ran. Für eine kleine Solo-Massage eignet sich diese Übung aus dem Schwangerschaftsyoga gegen Kreuzbeinschmerzen perfekt: Lege dich bequem auf den Rücken und hebe deine angewinkelten Knie Richtung Decke. Die Füße lässt du locker hängen. Beginne jetzt langsam dein Kreuzbein zu massieren, indem du mit deinem Becken Kreise oder Achten malst.

Quellen:
Berufsverband der Frauenärzte e.V.
SI-BONE

Bildquelle:

Getty Images

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