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Autsch!

Milchbläschen: So erkennst und behandelst du dieses Stillproblem

© Getty Images/ NataliaDeriabina
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Huch, was ist das da auf meiner Brustwarze, fragen sich stillende Mütter manchmal, wenn sie dort plötzlich einen kleinen hellen Punkt entdecken. Meist kommen gar noch Schmerzen dazu. Was ihr da seht, könnte ein Milchbläschen sein!

Wie sehen Milchbläschen aus?

Milchbläschen sind kleine, meist weiße oder blutiggefüllte Punkte, die bei Stillmamas auf den Brustwarzen auftauchen können. Sie sehen ein bisschen wie kleinere Eiterpickel aus, sind aber keine. Zwar bekommen manche Frauen in der Stillzeit immer mal wieder Pickelchen auf den Brüsten, aber sobald der weiße Punkt direkt auf der Brustwarze liegt, ist es vermutlich eher ein Milchbläschen. In den meisten Fällen ist das Auftreten des Milchbläschens auch mit Schmerzen verbunden.

So sehen Milchbläschen aus
Ein weißer oder gelber Punkt auf der Brustwarze – so sehen Milchbläschen aus.

Was sind Milchbläschen?

Hier muss man etwas differenzieren, wie uns die IBCLC Still- und Laktationsberaterin Katrin Bautsch erklärt hat. Ein "echtes" Milchbläschen ist ein Verschluss einer der vielen Milchkanäle der Brust mit einem dünnen Häutchen. So kann die Milch nicht mehr fließen.

Aber auch Bläschen mit klarer oder eventueller blutiger Flüssigkeit, die durch falsches Saugen entstehen, sogenannte Saugbläschen, werden häufig mit Milchbläschen verwechselt oder so genannt.

Als drittes gibt es noch den verstopften Milchkanal durch einen Fettpropf. Dies zeigt sich als gelblicher Punkt auf der Brustwarze und wird häufig auch als Milchbläschen bezeichnet, obwohl es keines ist.

Ursachen für Milchbläschen: Wie entstehen Milchbläschen?

Milchbläschen können spontan ohne Begleiterscheinungen wie wunde Brustwarzen entstehen oder Teil eines tiefgreifenderes Stillproblems sein.

Diese verschiedenen Ursachen kommen für Milchbläschen, Saugbläschen und Fettpfropf in Frage:

  1. Saugbläschen entstehen durch ein zu hohes Vakuum beim Saugen
    Durch ein zu hohes Vakuum beim Ansaugen der Brust oder fehlerhaftes Saugverhalten z. B. zu viel Druck auf der Brustwarze kann die äußere Hautschicht der Brustwarze angehoben werden. Besonders in den Anfängen der Stillzeit können dadurch Bläschen entstehen, die durchaus auch mit Schmerzen verbunden sind. Wichtig: Diese "Milchbläschen" können auf eine falsche bzw. unsaubere Anlegetechnik hinweisen, z. B. wenn das Kind beim Saugen keinen ausreichend großen Teil der Mamillen mit dem Mund greift oder es durch Fremdsauger zu einem veränderten Saugmuster kommt. Dies kann neben den Saugbläschen auf Dauer weitere, unangenehme Folgen haben wie Probleme mit dem Auslösen des Milchspendereflexes, Stagnation der Gewichtszunahme des Kindes, wunde Brustwarzen, etc.
  2. Echte Milchbläschen entstehen durch das Überwachsen des Milchkanals
    Manchmal wächst auch ein dünnes Häutchen über den Milchkanal, ähnlich dem Zuwachsen eines gestochenen Ohrlochs. Das Auftreten des Milchbläschens ist in jedem Fall mit Schmerzen beim Stillen verbunden. Je nach Dicke der Haut kann sich das Bläschen beim nächsten Stillen schon wieder öffnen. Oftmals ist dies aber nicht der Fall und das Milchbläschen wird größer und führt bei weiterem Bestehen zu einem Milchstau. Laut IBCLC-Beraterin Bautsch gibt es Frauen, die eine stärkere Tendenz für die Bildung von Milchbläschen haben.
  3. Kein "echtes" Milchbläschen, sondern ein Verschluss durch einen Fettpfropf Muttermilch ist fetthaltig und auch unsere Haut sondert permanent Fett ab, um die oberste Hautschicht geschmeidig zu halten. Die Fette aus der Milch können zu einem kleinen Fettpfropf führen, der den Milchkanal verstopft. In diesem Fall ist der Punkt den du auf deiner Brust gefunden hast eher gelblich.

Was tun bei Milchbläschen?

Häufig werden die kleinen weißen Punkte von Schmerzen beim Stillen, harten Stellen an der Brust und gar Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen begleitet. Ist Letzteres bei dir der Fall, hast du vermutlich einen Milchstau, der bereits zu einer Brustentzündung geführt hat.

Wenn du nur ein Milchbläschen entdeckst, aber keine grippeähnlichen Symptome hast, kannst du versuchen das Bläschen zu lösen. Dafür gibt es verschiedene sanfte Methoden.

Beim Auftreten von Milchbläschen – aber auch bei Saugbläschen und Verstopfung durch Fettpfropfen – ist es immer wichtig auf Ursachenforschung zu gehen, damit das zugrunde liegende Problem behoben werden kann. Sonst kann es immer wieder zur Bläschenbildung kommen.

IBCLC Still- und Laktationsberaterin Katrin Bautsch

Muss ich mit Milchbläschen zum Arzt?

Leidest du zu deinem Milchbläschen bereits unter grippeähnlichen Symptomen, suche besser gleich eine erfahrene Hebamme, Stillberaterin oder gleich deine Frauenärztin auf. Wenn der Milchstau zu weit fortgeschritten ist und sich bereits eine starke Entzündung gebildet hat, musst du eventuell sogar ein Antibiotika einnehmen.

Darf man Milchbläschen öffnen?

Ja, das darfst du. Am besten aber unter Anleitung deiner Hebamme oder Stillberaterin. Solltest du keine Betreuung durch eine Hebamme mehr haben und dein Milchbläschen nur mit lokalen Schmerzen, aber ohne grippeähnliche Symptome auftreten, dann kannst du versuchen das Bläschen vorsichtig zu öffnen.

Katrin Bautsch rät allerdings dazu, wenn möglich nicht selbst Hand anzulegen, schon gar nicht mit einer Nadel. Es ist immer besser sich an eine zertifizierte Stillberaterin zu wenden. Wenn du keine Stillberaterin in deiner Nähe hast, gibt es auch Fachfrauen, die dich über das Telefon oder Online anleiten.

Wie öffne ich Milchbläschen?

Beim Öffnen eines Milchbläschens ist große Vorsicht geboten, damit die Brust nicht verletzt wird – das kann zu weiteren Schmerzen beim Stillen oder gar einer Entzündung führen!

Außerdem solltest du sicher sein, dass es sich bei deinem Bläschen auf der Brust um ein "echtes" Milchbläschen handelt. Saugbläschen, die durch falsches Saugverhalten deines Babys entstehen, lassen sich so nicht behandeln. Hier solltest du dich dringend an eine Still- und Laktationsberaterin wenden, die sich eure Stillbeziehung genau anschaut.

  1. Sanftes Öffnen durch Stillen
    Wenn du keine starken Schmerzen hast, kannst du auch erst einmal weiter stillen. Achte dabei auf eine korrekte Anlegetechnik und probiere verschiedene Stillpositionen aus. Manchmal öffnet sich das Milchbläschen dann von alleine. Wenn du vor dem Stillen eine feuchtwarme Kompresse auf die Brust legst oder ein langes, warmes Bad nimmst, kann dies das selbstständige Öffnen des Milchbläschens durchs Stillen unterstützen.
  2. Vorsichtiges Rubbeln
    In einigen Fällen lässt sich das Bläschen "aufreiben". Dafür zur Vorbereitung einen feuchtwarmen Lappen auf die Brust legen oder lange und warm baden. Dadurch wird die Haut aufgeweicht und öffnet sich leichter. Jetzt kannst du versuchen, dass Milchbläschen durch sanftes Rubbeln mit einem feuchten Waschlappen oder deinen Fingern vorsichtig zu öffnen.
  3. Öffnen des Milchbläschens mit einer Nadel
    Das Öffnen eines Milchbläschens mit einer Nadel sollte man eigentlich lieber einem Profi überlassen. Wenn du aber gar keine Möglichkeit hast zum Arzt zu gehen oder eine Hebamme um Hilfe zu bitten, dann kannst du wie folgt vorgehen: Hände und Brust ordentlich mit Seife waschen. Dann eine Nadel sterilisieren – entweder durch auskochen oder mit Alkohol (mind. 70 %). Nun kannst du versuchen, die Nadelspitze ganz vorsichtig gegen das Milchbläschen zu drücken und dieses dann mit der Nadel anzuheben. Stich bitte nicht einfach kraftvoll in das Bläschen hinein. Versuche lieber es mit sanftem Druck in einer Aufwärtsbewegung zu perforieren. Danach musst du dein Kind anlegen oder die Brust mit einer Pumpe oder manuell von Hand entleeren. Wie bei den anderen sanften Öffnungsmethoden kann es auch hier nötig sein, den Vorgang mehrfach zu wiederholen, um die Verstopfung im Milchgang zu lösen.
  4. Öffnen eines Milchbläschen-Fettpfropfs
    Ist dein "Milchbläschen" ein festsitzender Fettpfropf, kannst du folgendes Versuchen: Lege für mindestens 20 Minuten ein Öl getränktes Läppchen auf deine Brustwarze. Danach noch einmal für 20 Minuten eine feuchtwarme Kompresse. Jetzt kannst du versuchen den festsitzenden Fettklumpen vorsichtig herauszumassieren. Danach legst du dein Baby am besten im Vierfüßlerstand mit Kinn Richtung harte Stelle, sofern vorhanden, an. Das mag doof aussehen und du kommt dir dabei vielleicht auch ein bisschen wie eine Milchkuh vor, aber diese Stillposition ist optimal, um die Brust mit Hilfe der Schwerkraft zu entleeren. Solange du keine starken Schmerzen und weitere Symptome hast, kannst du diesen Versuch des Öffnens mehrfach wiederholen. Es klappt nämlich nicht immer beim ersten Mal.
Charoline Bauer

Wichtiger Hinweis

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass das Öffnen mit einer Nadel wirklich nur im Ausnahmefall selbst vorgenommen werden sollte. Wenn neben dem Milchbläschen weitere Beschwerden auftreten, solltet ihr auf jeden Fall Fachpersonal drauf schauen lassen, um eure Gesundheit nicht zu gefährden!

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Was passiert nach dem Öffnen des Milchbläschen an der Brust?

Je nachdem welche Ursache euer Milchbläschen hat und wie lange es schon vorhanden ist, können sich nach dem Öffnen verschiedene Situationen ergeben:

  • Wenn der Milchkanal nur durch ein dünnes Häutchen verschlossen war, und dies auch nicht für lange Zeit, wird das Milchbläschen nach dem Öffnen oder Lösen vermutlich einfach ohne weitere Spuren verschwinden.
  • War euer Milchkanal durch einen Fettpfropfen verstopft, kann es sein, dass aus eurer Brust an der Stelle der Verstopfung etwas austritt, das aussieht wie ein Grieskorn oder gar ein Stück Spaghetti.
  • Ist das Milchbläschen bzw. der Milchkanal geöffnet, heißt das nicht, dass es das auch bleibt. In vielen Fällen muss man die Öffnungsmaßnahmen mehrfach wiederholen, um das Problem, dass dem Milchbläschen bzw. Fettpfropfen zugrunde liegt zu beheben.

Wie kann ich Milchbläschen verhindern?

Milchbläschen lassen sich nicht immer hundertprozentig vorbeugen. Dennoch gibt es einige Tricks, wie man Milchbläschen verhindern kann:

  • Immer auf eine korrekte Anlegetechnik achten
  • Bei Stillproblemen eine IBCLC-Stillberaterin auf eure Stillbeziehung schauen lassen
  • Bei immer wiederkehrenden Milchbläschen das Lippen- und Zungenbändchen von einer Expertin kontrollieren lassen
  • Bei der eigenen Ernährung auf hochungesättigte Fette achten
  • Hochdosiertes Lecithin einnehmen
  • Vor dem Stillen mit einem feuchtwarmen Umschlag wärmen

Ist euer Bläschen ein Saugbläschen hilft euch nur eine professionelle Stillberatung. Denn Stillen sollte niemals mit Schmerzen verbunden sein, wie Expertin Katrin Bautsch noch einmal klar stellt.

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Milchbläschen und Milchstau

Milchbläschen können, müssen aber nicht immer mit einem Milchstau einhergehen. Habt ihr zu eurem Bläschen zusätzlich einen Milchstau muss dieser zügig behandelt werden, damit es nicht zu einer Entzündung kommt. Leidet ihr bereits unter grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Kopfweh, solltet ihr unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Weitere wertvolle Tipps zum Thema Milchbläschen und andere Stillthematiken bekommt ihr auch im tollen Podcast "Stillleben - der Podcast mit einem Schuss Muttermilch" von IBCLC Still- und Laktationsberaterin Katrin Bautsch und Journalistin Mila Weidelhofer.

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