Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Wie fühlen sich Wehen an? Bei jeder Frau und bei jeder Geburt ist alles anders!

Geburt

Wie fühlen sich Wehen an? Bei jeder Frau und bei jeder Geburt ist alles anders!

Geht es in die letzten Wochen der Schwangerschaft, sind wohl die allermeisten Frauen inkl. der Partner*innen nervös. Jede Kontraktion steigert die Vorfreude aufs Baby. Aber gerade Erstgebärende fragen sich "wie fühlen sich Wehen eigentlich an und wird es jetzt schon ernst?"

Wie fühlen sich Übungswehen/Vorwehen an?

Am Anfang der Schwangerschaft zieht es mal hier und mal dort, die Gebärmutter weitet sich und macht Platz. Wenige Wochen später (ggf. schon um die 20. Schwangerschaftswoche) kann es dann schon sein, dass es zu den ersten Übungswehen bzw. Vorwehen kommen.

Der Bauch wird hart und es kann bis in die Leisten ziehen. Übungswehen wirken sich nicht auf den Muttermund aus und sind in aller Regel nicht schmerzhaft. Sie kommen unregelmäßig und treten häufig abends auf.

Die Gebärmutter sorgt durch die Kontraktionen für eine bessere Durchblutung und "übt" tatsächlich schon für die Geburt. Gönnt euch Ruhe und atmet tief in den Bauch, das entspannt. Meist ist es dann auch schon wieder vorbei.

Wie fühlen sich vorzeitige Wehen/Frühwehen an?

Vorzeitige Wehen kommen vor der 36. Schwangerschaftswoche vor. Es kommt zu einem Ziehen im Bereich der Gebärmutter, welches bis in die Leisten bzw. in den Rücken gehen kann. Hinzu kommt ein Druck nach unten. Sie erinnern etwas an Menstruationsbeschwerden.

Anders als Übungswehen können vorzeitige Wehen sehr intensiv sein und sind eben unter Umständen muttermundwirksam. Der Gebärmutterhals öffnet sich und das Baby rutscht tiefer ins Becken. Hinzu kann ein blutiger Ausfluss kommen.

Habt ihr vor der 36. Schwangerschaftswoche regelmäßig mit Wehen zu tun, habt ein Druckgefühl nach unten und/oder bluten Ausfluss, sprecht bitte mit eurer Hebamme bzw. eurer Frauenärztin/eurem Frauenarzt. Im schlimmsten Fall können vorzeitige Wehen zu einer Frühgeburt führen.

Wie fühlen sich Senkwehen an?

Ab der 36. Schwangerschaftswoche ist es vorbei mit Übungswehen und die Rede ist nun von Senkwehen. Wie der Name verrät, drückt sich das Baby nun tiefer ins Becken. Der Gebärmutterhals wird nun ebenfalls weicher und kürzer. Der Muttermund öffnet sich normalerweise noch nicht, aber das kann bei jeder Frau anders sein.

Senkwehen sind nun schon ein bisschen intensiver als Übungswehen und ihr könnt vielleicht schon das ein oder andere Mal üben, die Wehe zu veratmen. Übung macht ja bekanntlich den Meister bzw. die Meisterin und ihr wisst, was bei den Geburtswehen zu tun ist.

Senkwehen sind unregelmäßig und hören auch irgendwann wieder auf. Vielleicht setzen sie einige Tage später wieder ein. Setzt euch ruhig auch in die warme Badewanne, das entspannt und meist hören die Senkwehen dann auch auf.

Wie fühlen sich Geburtswehen/Eröffnunsgwehen an?

Mit Geburts- bzw. Eröffnungswehen geht die Geburt los. Eigentlich ist das natürlich ein Grund zur Freude, aber nun werden die Wehen natürlich auch immer intensiver. Wie schnell ab jetzt alles geht, hängt von verschiedensten Faktoren ab und lässt sich absolut nicht vorher sagen. Jede Frau und jede Geburt ist anders.

Wie fühlen sich diese Wehen denn nun an? Eröffnungswehen beginnen sanft, steigern sich zu einem Höhepunkt und flachen wieder ab, wie eine Welle also. Dann ist Ruhe, bevor es einige Minuten später wieder los geht. Am Anfang fühlt es sich vielleicht eher an, als bekämt ihr eure Periode, aber das wird sich noch steigern.

Anfangs kommen die Wehen alle 10 Minuten und halten eine Minute an. Der Abstand wird dann immer kürzer. Zum Ende hin kommen sie alle zwei bis drei Minuten. Sie sind muttermundwirksam, manchmal platzt auch die Fruchtblase. Ladet euch im Vorfeld doch eine Wehen-App herunter, dann könnt ihr euren Partner/eure Partnerin bitten, die Zeit zu stoppen. So bekommt ihr einen ganz guten Überblick... und das Atmen nicht vergessen.

Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Geburtspositionen

Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Geburtspositionen
Bilderstrecke starten (8 Bilder)

Wann solltet ihr ins Krankenhaus?

Grundsätzlich gilt wahrscheinlich: Solange ihr euch zu Hause wohl fühlt, bleibt ruhig zu Hause. Erfahrungsgemäß läuft die Geburt dann unkomplizierter ab und ihr müsst nicht im Krankenhaus die Gänge auf und ab laufen oder werdet gar wieder nach Hause geschickt.

In den allermeisten Fällen dauert es einige Stunden, bis der Muttermund geburtsreif ist, sodass ihr genügend Zeit habt. Ihr werdet merken, wenn es dann doch Zeit ist, ins Krankenhaus zu fahren. Ruft doch einfach im Kreißsaal an und besprecht euch mit der Hebamme. Ein häufiger Rat ist: Kommt, wenn die Wehen alle fünf Minuten kommen.

Es gibt allerdings doch einige Indikatoren, die dafür sprechen, eher ins Krankenhaus zu fahren:

  • geplatzte Fruchtblase, vor allem, wenn das Fruchtwasser gründlich ist
  • blutiger Ausfluss
  • ihr einen starken Drang habt zu pressen

Wie fühlen sich Austreibungswehen an?

An die Eröffnungsphase schließt sich die Austreibungsphase an. In vielen Fällen geht diese Phase schneller vorbei als die erste, ein Ende ist also in Sicht und euer Baby auch schon fast da.

Austreibungswehen schieben das Baby aktiv weiter ins Becken. Der Muttermund weitet sich weiter und ist dann zum Ende hin vollständig geöffnet. Viele Frauen erleben besonders diese Phase als intensiv und verlangen spätestens jetzt nach einer PDA. Dafür ist es allerdings häufig schon zu spät. Außerdem fällt auch gerne der Satz "Ich kann nicht mehr."

Ihr werdet dann in ein freudestrahlendes Gesicht eurer Hebamme blicken und sie wird euch dann sagen: "Dann ist es bald geschafft." Gebärende Frauen fangen dann auch gerne an zu schimpfen, auch das ist völlig normal.

Wie fühlen sich Presswehen an?

Spätestens jetzt ist es vorbei mit Schimpferei, denn nun braucht ihr alle Kraft. Ist das Köpfchen tief genug im Becken drückt es auf den Enddarm und löst den Pressdrang aus. Hört nun gut auf eure Hebamme. Sie wird euch anleiten, sodass das Baby möglichst unkompliziert den letzten Teil des Geburtskanals passieren kann.

Sie wird euch auch genau anleiten, wo ihr hindrücken müsst. Erstgebärende trauen sich häufig bei den ersten Presswehen noch nicht, richtig zu drücken. Aber das kommt mit der Zeit, denn schließlich wollen wir alle so schnell wie möglich unser Baby auf dem Arm haben.

Die Wehen kommen ebenfalls alle drei Minuten und verlaufen in einer Welle. Ihr seid nun schon Profis und könnt kurz vor der Wehe Bescheid sagen, sodass alle wieder konzentriert sind.

Und dann habt ihr es geschafft und euer Baby ist auf der Welt!

Wie fühlen sich Nachgeburtswehen und Nachwehen an?

Für die meisten ist mit dem Baby auf dem Arm die Geburt beendet. Das stimmt aber nicht ganz. Nach dem Baby gebärt die Frau auch noch die Plazenta. Auch hierfür zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen (Nachgeburtswehen). Nach den Geburts- und Presswehen sind diese Wehen aber deutlich besser auszuhalten.

Darüber hinaus kommt es nach der Geburt im Wochenbett zu Nachwehen. Häufig merkt ihr sie beim Stillen, denn dann schüttet der Körper besonders viel Oxytocin aus. Diese Wehen helfen, dass sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht und wieder auf ihre ursprüngliche Größe schrumpft. Wärme hilft und entspannt etwas.

Baby-Rekorde: 20 ungewöhnliche Geburten und Rekord-Babys

Baby-Rekorde: 20 ungewöhnliche Geburten und Rekord-Babys
Bilderstrecke starten (21 Bilder)
Sarah Plück
Das sagtSarah Plück:

Die Geburt verläuft immer anders.

Ich habe doch einige Stunden gebraucht, um zu realisieren, dass wir bald unser Baby auf dem Arm halten werden. Ich hatte schon einige Tage vor der Geburt immer mal wieder Wehen. Es fühlte sich tatsächlich an wie Periodenschmerz. Ich war allerdings erst in der 38. Schwangerschaftswoche und erwartete mein erstes Kind. Also habe ich das alles nicht so ernst genommen.

Am Tag vor der Geburt musste ich dann schon die ein oder andere Wehe veratmen, aber sie kamen noch sehr unregelmäßig. Gegen Abend schalteten wir dann das erste Mal die App an und zeichneten den Verlauf mit auf. Ich legte mich auch kurz in die warme Wanne, denn ich hatte irgendwo aufgeschnappt: "Geburtswehen bleiben, Senkwehen hören wieder auf."

Die Wehen wurden dann sehr regelmäßig und ich erkannte den beschriebenen Wellenverlauf. Ein Anruf im Krankenhaus bestätigte, dass es zwar losgehen wird, aber die Wehen ruhig mal zwei Stunden alle fünf Minuten kommen sollen - gerade beim ersten Kind.

So stand ich an der Fensterbank und veratmete Wehe für Wehe. Durch die Konzentration auf das Atmen und das Bescheid sagen, wann die Wehe kommt und geht, konnte ich das allerdings gut aushalten.

Nach den besagten zwei Stunden riefen wir wieder im Kreißsaal an und sagten Bescheid, dass wir nun kommen würden. Also genau genommen, sagte das mein Mann, denn ich war dazu nicht mehr in der Lage. Die Hebamme hörte mich im Hintergrund und sagte nur: "Das hört sich doch alles sehr gut an."

Im Kreißsaal angekommen, verkündete ich, dass ich jetzt eine PDA haben möchte, denn mir würde es jetzt reichen. Die Hebamme grinste und war sich sehr sicher, dass das Baby in wenigen Minute auf der Welt sein wird. Mit den Minuten hatte sie zwar nicht recht, aber damit, dass es für eine PDA zu spät war schon.

Ich glaube, ich sagte noch so etwa wie "ich kann nicht mehr." Aber auch das nahm die Hebamme sehr locker und verkündete: "Das höre ich gerne, dann hast du es bald geschafft und ihr habt euer Baby." Recht hatte sie!

Ich weiß, bei jeder Geburt verlaufen die Wehen anders. Ich habe sie im Bauch gespürt, andere Frauen merken sie sehr deutlich im Rücken und weniger im Bauch. Hört auf euch und euer Bauchgefühl. Fühlt ihr euch unwohl, lasst es abklären und ansonsten... Atmen!

Bildquelle: Gettyimages/Halfpoint

Galerien

Lies auch

Teste dich