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Blasensprung! Wie man ihn erkennt und was du jetzt tun solltest

Keine Panik

Blasensprung! Wie man ihn erkennt und was du jetzt tun solltest

In der Regel heißt ein Blasensprung: Jetzt wird's ernst! Denn wenn die Fruchtblase platzt und das Fruchtwasser austritt, ist das meist der Startschuss für die Geburt. Doch manchmal kommt es auch zu einem vorzeitigen Blasensprung. Was dann zu tun ist.

Was passiert beim Blasensprung?

Die mit Fruchtwasser gefüllte Fruchtblase, die während der gesamten Schwangerschaft den Fötus umgibt, öffnet sich und das Fruchtwasser fließt ab. Meist geschieht das schwallartig und in einer Menge, die sich nicht übersehen lässt.

Wie erkennt man, ob es auch wirklich ein Blasensprung ist?

Fruchtwasser oder nur Ausfluss? Da sich in den letzten Wochen der Schwangerschaft der Ausfluss verstärkt, sind sich manche Frauen darüber unsicher. Doch das Fruchtwasser, das nach dem Platzen der Fruchtblase austritt, entscheidet sich deutlich von normalem Scheidenausfluss, zum Beispiel in diesen Punkten:

  • Es kommt häufig schwallartig.
  • Es lässt sich nicht aufhalten.
  • Es ist so dünn und durchsichtig wie Wasser, nicht dickflüssig wie der Ausfluss üblicherweise gegen Ende der Schwangerschaft.
  • Es riecht neutral.

Welche Arten von Blasensprung gibt es?

1. Rechtzeitiger Blasensprung

Von einem rechtzeitigen Blasensprung spricht man, wenn das Fruchtwasser im ersten Drittel der Geburt, also in der Eröffnungsperiode, abgeht. Der Muttermund ist dann bereits vollständig geöffnet, und es sind bereits Geburtswehen vorhanden. In zwei Drittel aller Geburten kommt es dazu.

2. Frühzeitiger Blasensprung

Ist der Muttermund in der Eröffnungsperiode der Geburt noch nicht vollständig geöffnet und das Fruchtwasser geht trotzdem schon ab, dann nennt man das frühzeitigen Blasensprung.

3. Vorzeitiger Blasensprung

Wenn es schon vor der Eröffnungsphase der Geburt zum Sprung der Fruchtblase kommt, nennt man diesen vorzeitig. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel:

  • vorzeitige Wehen
  • bei Mehrlingsschwangerschaften
  • Infektionen, die aus der Scheide aufsteigen
  • vorzeitige Zervixreifung
  • Untersuchungen durch einen Arzt, etwa eine Fruchtwasseruntersuchung oder -spiegelung
Ein Blasensprung kann eine Hochschwangere überall ereilen

Kommt es nach einem Blasensprung automatisch zu Wehen?

Innerhalb von einem Tag kommt es bei den allermeisten Schwangeren (9 von 10) nach einem Blasensprung zu Wehen. Falls nicht, wird die Geburt eingeleitet – vorausgesetzt, die Lungen des Babys sind bereits reif (siehe oben).

Ist ein vorzeitiger Blasensprung gefährlich?

Das kommt ganz auf die Schwangerschaftswoche (SSW) an, in der das Fruchtwasser abgeht:

Vorzeitiger Blasensprung ab SSW 37:

Treten innerhalb von acht Stunden nach dem Platzen der Fruchtblase keine Wehen auf, wird normalerweise die Geburt eingeleitet, wenn die 36. SSW bereits vollendet wurde.

Der Grund: Es kann durch aus der Scheide aufsteigende Keime sonst zum Amnioninfektionssyndrom (AIS) kommen, einer Infektion der Eihäute, des Fruchtwasser, des Mutterkuchens und auch des Babys, die gefährlich werden kann.

Um eine mögliche AIS festzustellen, wird auf erhöhte Entzündungswerte im Blut der Mutter und auf Fieber geachtet. Außerdem wird das ungeborene Kind über CTG überwacht.

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Vorzeitiger Blasensprung zwischen 28. und 36. SSW:

Falls kein AIS festgestellt wird, kann in diesem Zeitraum der Schwangerschaft mit der Einleitung der Geburt noch gewartet werden. Kommt es zu AIS, wird unterschieden, ob die Lungen des Babys bereits voll ausgereift sind. Falls ja, wird die Entbindung eingeleitet. Falls nein, bekommt die Schwangere Wehenhemmer, um dem Ungeborenen Zeit im Mutterleib zu verschaffen, in der die Lungen reifen können.

Vorzeitiger Blasensprung vor der 28. SSW:

Liegt keine Infektion vor, wird bei einem vorzeitigen Abgang des Fruchtwassers vor der 28. SSW ebenfalls mit der Einleitung gewartet und so verfahren wie zwischen der 28. und 36. SSW (siehe oben). In manchen Fällen bekommt die Schwangere zur Unterstützung der reifung der kindlichen Lunten Kortison.

Vorzeitiger Blasensprung vor der 24. SSW:

Da die Lunge des Babys zu diesem recht frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft noch zu klein und nicht richtig entwickelt ist, hat ein Sprung der Fruchtblase in diesem Stadium lebensbedrohliche Folgen für das Kind.

Wie sollte man bei einem Blasensprung reagieren?

Egal, in welchem Stadium der Schwangerschaft der Blasensprung passiert: Das Wichtigste ist jetzt, Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu geraten! Lasse dich möglichst liegend in die Klinik bringen, in der du die Entbindung geplant hast. Falls das mit einem privaten Fahrzeug nicht möglich ist, rufe einen Krankenwagen.

Wichtig: Hast du einen vorzeitigen Blasensprung, lege dir ein Kissen unter den Po, um das Becken etwas erhöht zu lagern. So lässt es sich verhindern, dass das Baby tiefer ins Becken rutscht und es zu einem Nabelschnurvorfall kommt.

Welche Art der Entbindung passt zu mir?
Bildquelle: nicoletaionescu / Getty Images

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