Ausfluss in der Schwangerschaft: Was Farbe und Konsistenz bedeuten

Grund zur Sorge?

Ausfluss in der Schwangerschaft: Was Farbe und Konsistenz bedeuten

Es ist kein Thema, das man beim Friseur oder Kaffeekränzchen bespricht: Ausfluss in der Schwangerschaft. Dennoch ist es super wichtig, dass du die Zeichen deines Körpers gerade jetzt deuten kannst. Wir verraten dir, worauf Farbe und Konsistenz hinweisen.

Eines vorweg: Alle Frauen haben Ausfluss. Wobei Ausfluss eigentlich gar nicht der richtige Begriff für das ist, was da immer mal wieder in deinem Slip landet. Meist findest du dort nämlich eher Zervixschleim, der im Gebärmutterhals entsteht, den Muttermund verschließt und ihn vor Keimen schützt. Ganz natürlich und wichtig also!

Doch Zervixschleim ist nicht gleich Zervixschleim: Das Sekret verändert sich nämlich im Laufe deines Zyklus in Konsistenz und Farbe und ist mal vermehrt da und dann wieder kaum.

Weil sich dann der Hormonhaushalt verändert, ist der Beginn einer Schwangerschaft eine Phase, in der der Zervixschleim zunimmt. Aber: Viel Schleim bedeutet aber nicht automatisch, dass du wirklich schwanger bist. Um das herauszufinden, brauchst du einen Schwangerschaftsfrühtest. Oder wartest erst einmal, ob deine Periode ausbleibt und lässt es dann vom Arzt bestätigen.

Ausfluss in der Schwangerschaft: Wann ist alles gut?

Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt kann es zu Ausfluss in der Schwangerschaft kommen. Und das ist ein gutes Zeichen! Schließlich sorgt das Sekret dafür, dass Mutter und Kind geschützt werden, da er Keime, Bakterien und Viren abtransportiert und dafür verantwortlich ist, dass der Muttermund fest verschlossen ist.

Dieser natürliche, gesunde Ausfluss in der Schwangerschaft ist geruchsneutral, hell und farblos bis milchig. Bei manchen Frauen tritt er während den gesamten neun Monaten vermehrt auf, bei anderen reduziert er sich wieder, sobald der Körper sich an die veränderten Hormone gewöhnt hat.

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Ausfluss in der Schwangerschaft: Muss ich zum Arzt...

1. ... bei weißem Ausfluss in der Schwangerschaft?

Wie gesagt: Ein weißlicher Ausfluss in der Schwangerschaft ist die normalste Sache der Welt. Verändert sich jedoch die Konsistenz des sogenannten Weißflusses – wird er eher bröselig – und juckt und brennt es in deiner Vagina, sind das Anzeichen für einen Pilz.

Das solltest du auf jeden Fall von deinem Frauenarzt abklären lassen. Solang die Infektion behandelt wird, besteht keine Gefahr für das Ungeborene. Unbehandelt kann es jedoch zu Komplikationen kommen.

2. ... bei braunem Ausfluss in der Schwangerschaft?

Winzige Verletzungen, die zum Beispiel durch Sex, eine Untersuchung beim Frauenarzt oder durch Verstopfung hervorgerufen werden, können zu einem leicht bräunlichen Ausfluss führen und sind in der Regel unbedenklich.

Ernst wird's erst, wenn das Sekret mehr wird und eher rötlich gefärbt ist. Kommen noch Brennen oder Jucken hinzu, könnten das Anzeichen für eine HPV-Infektion sein. Das solltest du unbedingt beim Arzt abklären lassen.

Achtung: Schmerzen und Krämpfe zusätzlich zum braunen Ausfluss können Anzeichen für eine Fehlgeburt sein. Dann sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme fahren!

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3. ... bei grünem Ausfluss in der Schwangerschaft?

Ab zum Arzt heißt es auch bei grünem Ausfluss in der Schwangerschaft. Besonders wenn er von einem komischen Geruch und Jucken begleitet wird, ist Vorsicht geboten, denn das können Anzeichen für eine Infektion durch Pilze, Viren oder Bakterien sein. Oder auf eine Geschlechtskrankheit hindeuten. Dein Frauenarzt weiß nach der Untersuchung mehr.

4. ... bei gelbem Ausfluss in der Schwangerschaft?

Findest du gelblichen Ausfluss in deiner Unterhose, könnte das auf eine Infektion, zum Beispiel eine Vaginose oder Hefepilzbefall hindeuten. Wird die Infektion behandelt, besteht in der Regel keine Gefahr für dein Baby. Unbehandelt kann es im schlimmsten Fall zu vorzeitigen Wehen oder sogar einer Frühgeburt kommen. Es sollte also unbedingt immer ein Arzt zu Rate gezogen werden!

5. ... bei klarem Ausfluss zum Ende der Schwangerschaft?

Ist das noch normaler Ausfluss oder etwa schon Fruchtwasser? Viele Frauen sind sich gerade in den letzten Tagen und Wochen ihrer Schwangerschaft da nicht mehr sicher.

Daran erkennt man Fruchtwasser: 

  • am süßlichen Geruch
  • am schwallartigen Austreten in großer Menge, wenn das Baby noch nicht ins Becken gerutscht ist
  • am permanenten Tröpfeln, wenn das Becken schon im Becken liegt

Bist du dir trotzdem nicht sicher, frag deine Hebamme oder den Frauenarzt um Rat.

6. ... bei schleimigem Ausfluss zum Ende der Schwangerschaft?

Steht eine Geburt kurz bevor, löst sich der Schleimpfropf, der bislang den Muttermund fest verschlossen und das Baby in der Gebärmutter geschützt hat. Findest du einen solchen Klumpen, manchmal auch vermischt mit einer kleinen Menge Blut, in deiner Unterwäsche heißt das aber nicht automatisch, dass es jetzt sofort losgeht. Aber in den nächsten Tagen wirst du auf jeden Fall dein Kleines in Händen halten!

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Bildquelle: Alexmia / Getty Images

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