CTG: Was der Wehenschreiber verrät

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CTG: Was der Wehenschreiber verrät

Im zweiten Schwangerschaftsdrittel wird eure Frauenärztin damit beginnen bei den Kontrollterminen ein CTG zu schreiben. Das CTG (Kardiotokographie, Wehenschreiber) ist eine Standarduntersuchung während der Schwangerschaft  – also kein Grund zur Sorge.

Beim CTG werden gleichzeitig die Herztöne des Kindes und die Wehen der Mutter gemessen. Was das CTG genau ist und wann du es brauchst, erfährst du hier!

Wieso wird ein CTG durchgeführt?

Mit Hilfe des CTGs wird die Gesundheit des Babys überwacht – bei den routinemäßigen Besuchen beim Frauenarzt und dann im Krankenhaus bei der Geburt. Mit dem CTG soll gecheckt werden, dass dein Baby ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. So können die Ärzte gegebenenfalls schnell reagieren.

Alle Fakten zum CTG in der Schwangerschaft auf einen Blick

  1. Das CTG dauert etwa 30 Minuten.
  2. Das CTG misst Länge, Stärke und Häufigkeit der Wehen.
  3. Das CGT dient dazu, die Sauerstoffversorgung des Kindes zu überprüfen.
  4. Das CTG ist eine tolle Untersuchungsmöglichkeit, denn es tut nicht weh und ist zudem für Mutter und Kind völlig ungefährlich.
  5. Das CTG basiert auf Ultraschallwellen.

Wann wird ein CTG geschrieben?

Die meisten Ärzte schreiben ab der 30. Schwangerschaftswoche routinemäßig ein CTG. Zwingend erforderlich ist diese Untersuchung jedoch laut Mutterschaftsrichtlinien nicht. Bei einer Risikoschwangerschaft (d.h. bei Mehrlingen, Schwangerschaftsdiabetes, vorzeitigen Wehen, Überschreitung des errechneten Geburtstermins etc.) kommt der Wehenschreiber schon ab der 25. Schwangerschaftswoche zum Einsatz.

Das CTG während der Geburt

Wenn du in einer Klinik entbindest, wirst du spätestens bei der Geburt Bekanntschaft mit dem CTG machen. Wenn die Wehen regelmäßig und stark sind, beginnt der Arzt mit dem CTG. Solange es keine Auffälligkeiten gibt, wird das CTG nach 30 Minuten beendet und dann regelmäßig ungefähr alle zwei Stunden wiederholt. Geht die Geburt in die Austreibungsphase wird meist ein fortlaufendes CTG durchgeführt. In der Endphase der Geburt kann es durchaus passieren, dass der Mutterkuchen oder die Nabelschnur kurzfristig schlecht durchblutet ist und nur wenig Blut (und damit auch Sauerstoff) zum Kind gelangt. Für den Arzt oder die Hebamme ist ein solcher Sauerstoffmangel in einem Absinken der Herzfrequenz zu beobachten.

Die CTG-Kurve zeigt dem Arzt oder der Hebamme an, ob alles okay ist oder ob sie eingreifen müssen, um eine Gefährdung des Babys zu verhindern. Bei einer Risikoschwangerschaft ist du möglicherweise sogar während der gesamten Geburt ans CTG angeschlossen. So soll sichergestellt werden, dass dein Baby durchgehend gut mit Sauerstoff versorgt ist.

Was wird beim CTG gemessen?

Beim CTG bekommst du einen Gurt mit zwei Sensoren um den Bauch. Der eine zeichnet die Herztöne deines Kindes (Kardiogramm) auf, der andere deine Wehen (Tokogramm). In vielen Frauenarztpraxen kannst du während des CTGs die Herztöne deines Kindes auch höhren. Ebenso ist es normal, wenn gerade bei einem CTG um die 30. Woche noch keine Wehen aufgezeichnet werden – viele Mamas haben zu diesem Zeitpunkt noch keine. Beide Kurven werden mittels Computer zusammengeführt und ergeben die charakteristischen Kurven des CTG: Unten sind die Wehen zu erkennen, in der oberen Kurve ist zu sehen, wie das kleine Herz schlägt. Beide Messkurven werden auf einem langen Papierstreifen mit Millimeterpapier ausgedruckt.

CTG schreiben
So sehen die Kurven beim CTG schreiben aus.

So werden die kindlichen Herztöne aufgezeichnet

Die kindlichen Herztöne werden über ein Spezialmikrophon (Doppler-Ultraschall-Transducer) aufgezeichnet. Dabei sendet das Mikrofon Signale per Ultraschall, die vom Herzen des Kindes reflektiert und wiederum vom Ultraschallgerät empfangen werden. Diese kannst du auch hören, wenn deine Ärztin Lautsprecher angeschlossen hat. Moderne CTG-Geräte können nicht nur die Herztöne, sondern auch die Bewegungen des Kindes aufzeichnen. Diese Geräte heißen Kineto-Kardiotokographen (K-CTG). Die kindlichen Bewegungen sind später für den Arzt später bei der Geburt ein wichtiger Anhaltspunkt, wie es dem Kind während der Entbindung geht und ob es genügend Sauerstoff hat.

So werden deine Wehen aufgezeichnet

Deine Wehen werden über den Wehenmesser erfasst. Bei jeder Wehe drückt die sich zusammenziehende Gebärmutter gegen die Bauchdecke – diese Spannungen der Bauchdecke ergeben beim CTG die Wehenkurve. Hier lassen sich aber nur die Abstände zwischen den Wehen ablesen, eine verlässliche Aussage über die Wehenstärke ist nicht möglich.

Welche CTG-Werte sind normal?

Während das CTG läuft, ist es fast unmöglich nicht gebannt auf die Linien auf dem Bildschirm zu starren und zu versuchen sich daraus einen Reim zumachen. Wenn dann Schwankungen oder Ausreißer auftauchen, sind wir schnell alarmiert. Aber keine Sorge, das ist völlig normal. Zum Beispiel, wenn dein Baby schläft oder gerade besonders viele Purzelbäume übt, zeigt sich das auch im CTG. Ist das Kind sehr aktiv, kannst du in der Kurve Ausreißer nach oben sehen. Sollte während der ersten 20 Minuten des CTGs kein Ausreißer nach oben (Akzeleration) zu erkennen sein, wird dein vermutlich gerade schlafendes Baby sogar geweckt. Dabei rüttelt der Arzt oder die Hebamme ein bisschen an deinem Bauch, um dein Baby sanft aufzuwecken.

Ausreißer nach unten (Dezeleration) sind hingegen in direktem Zusammenhang mit einer Wehe zu beobachten: Sobald eine Wehe beginnt, fließt weniger Blut vom Mutterkuchen zu deinem Kind. Auch diese Ausreißer sind völlig normal und sollen sogar stattfinden. Denn sie zeigen an, dass dein Kind auf die mütterlichen Wehen reagiert.

Und was ist ein Doppler-Untraschall?

Eine weitere Untersuchung, die hilft, Probleme bei der kindlichen Entwicklung frühzeitig zu erkennen, ist der Doppler-Ultraschall. Diese spezielle Ultraschall-Untersuchung wird während der Schwangerschaft durchgeführt, um die Fließgeschwindigkeit in den Gefäßen und die Durchblutung wichtiger Organe zu messen.

Wann wird ein Doppler-Ultraschall durchgeführt?

Ein Doppler-Ultraschall (Duplex-Sonografie) kommt nur in besonderen Fällen zum Einsatz, zum Beispiel wenn befürchtet wird, dass das Kind zu langsam wächst, die Fruchtwassermenge nicht mehr ausreicht oder der Verdacht auf einen Herzfehler besteht. Auch bei Krankheiten der Mutter (Bluthochdruck, Schwangerschaftsvergiftung, Diabetes etc.) wird eine Doppler-Untersuchung gemacht. Bei Schwangeren jenseits des 35. Lebensjahres gehört die Doppler-Untersuchung inzwischen zu den Standarduntersuchungen während der Schwangerschaft.

Wie läuft ein Doppler-Ultraschall ab?

Mit einem speziellen Schallkopf wird ab der 19. Schwangerschaftswoche die Durchblutung der Gebärmutter, der Plazenta und der Nabelschnur, die Hauptschlagader und die Gehirngefäße des Babys untersucht. So kann der Arzt sehen, wie gut die kindlichen Organe mit Blut und Nährstoffen versorgt werden. Der Arzt bekommt auch Anhaltspunkte über das Wachstum deines Babys und eventuelle Mangelzustände.

Zeigt die Doppler-Untersuchung auffällige Ergebnisse, können Mutter und Kind besser überwacht werden. Bei einer unzureichenden Versorgung des Kindes kann so auch der richtige Zeitpunkt für eine vorzeitige Entbindung festgelegt werden. Studien haben gezeigt, dass der Doppler-Ultraschall gesundheitliche Probleme aufzeigen kann, bevor diese sich durch andere Symptome zeigen.

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