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Mit Kindern über den Krieg sprechen: Diese 12 Tipps helfen uns Eltern dabei

Mit Kindern über den Krieg sprechen: Diese 12 Tipps helfen uns Eltern dabei

Heikles Thema

Mit Kindern über den Krieg sprechen, das möchte eigentlich niemand von uns. Und doch zwingt uns die aktuelle Lage dazu, zumindest in kleinen Teilen zu erklären, was los ist in der Welt. Unsere Expertin Katja Martinho Lotz ist systemischer Coach und hat Tipps, wie ihr euch auf das Gespräch vorbereitet und mit der Situation umgehen könnt.

Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie befinden wir Eltern und jetzt ein weiteres Mal in der Situation, zum einen mit unseren eigenen Ängsten und Sorgen umgehen zu müssen, und gleichzeitig unseren Kindern die richtigen Antworten auf ihre Fragen zu geben und Sicherheit zu vermitteln. Ein nicht einfacher Spagat, aber es gibt einige Hilfestellungen für ein Gespräch mit unseren Kindern über den Krieg – und auch für uns selbst.

1. Sei dieser Tage (mehr noch als sonst) ansprechbar für deine Kinder

Tagtäglich versuchen wir Eltern für uns und unsere Kinder ein glückliches und entspanntes Umfeld zu schaffen, mit einem friedvollen Miteinander als Selbstverständlichkeit. Von einem Moment auf den anderen, ist diese Selbstverständlichkeit in Europa verpufft, und nichts könnte gegensätzlicher zu dem sein, was gerade viele ukrainische Familien erleben müssen: Flucht, Abschied von Familienangehörigen und Freunden, Zerstörung, Angst und Verlust. Schockiert, traurig und mit Sorge beobachten wir die Geschehnisse, und es fällt uns schwer nachzuvollziehen, wie es jemals dazu kommen konnte.

Umso schwieriger ist es für Kinder zu verstehen, wie es zu so einem schrecklichen Ereignis kommen kann, wo Menschen anderen Menschen so weh tun können und wo auch andere Kinder darunter leiden müssen.

Es ist wichtig, die Fragen, Sorgen und Ängste unserer Kinder bezüglich des Krieges ernst zu nehmen und auf sie einzugehen. Werden Kinder damit allein gelassen, können sie Unsicherheiten und größere Ängste entwickeln.

2. Gespräche finden auch außerhalb von zuhause statt

Gehe davon aus, dass in der nächsten Zeit vor allem ältere Kinder auch außerhalb von zuhause Informationen aufschnappen werden, die sie verunsichern können. Hier sollten wir ihnen stets zur Seite stehen, wenn sie mit uns Eindrücke teilen oder Fragen stellen. Hier ist zuhören sehr wichtig!

3. Du musst und kannst nicht alle Antworten haben

Denn wenn wir ganz ehrlich sind, können wir selbst ernsthaft nachvollziehen, warum das da alles gerade passiert? Es ist ok, wenn du deinem Kind zeigst, dass auch Erwachsene manchmal ratlos sind und du authentisch bleibst.

4. Bleib ruhig und gelassen

Kinder brauchen Erwachsene, die Sicherheit vermitteln können, vor allem nach den letzten zwei Jahren. Natürlich machst du dir vermutlich selbst Sorgen, und das ist völlig nachvollziehbar und okay.

5. Versuche für deine eigenen Ängste ein passendes Ventil zu finden

Das können Gespräche mit deine*r Partner*in sein, mit Freund*innen oder mit professionellen Anlaufstellen, wo dir zugehört wird und du über deine Sorgen und Ängste in einem vertrauensvollen und geschützten Rahmen sprechen kannst.

6. Keep it simple: Bleibe bei dem, was gerade passiert

Vor allem bei Kita-Kindern und jungen Grundschulkindern braucht es keine langen historischen Exkurse oder ein umfassendes Bild der Zusammenhänge, vor allem wenn sie nicht danach fragen.

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7. Orientiere dich an den konkreten Fragen deines Kindes

Versuche dein Kind da abzuholen, wo es gerade ist. Beispiele aus seiner Welt, beispielsweise ein Konflikt in der Kita, könnten da in Ansätzen helfen zu verstehen, wie so ein Krieg zustande kommen kann.

8. Versuche ehrlich auf Fragen zu antworten und nicht auszuweichen

Wenn dir das gerade schwerfällt, sag deinem Kind, dass du gerne etwas später alle ihre Fragen beantworten wirst, und dass du etwas Zeit brauchst, um darüber nachzudenken. Das ist vollkommen normal, dass auch wir Eltern nicht alles immer und sofort erklären können.

9. Überdenke deine Werte

Oft vermitteln wir unbewusst oder bewusst in diesen Gesprächen unsere Werte. Es hilft, wenn du weißt, was du deinen Kindern für ihr eigenes Leben mitgeben möchtest. Zum Beispiel: Menschen wollen grundsätzlich den Frieden, Russ*innen und Ukrainer*innen sind da gleich, und das hier ist erstmal ein Krieg unter Staaten, den ein Mensch begonnen hat.

10. Bewusster Medienkonsum

Versuche die Nachrichten über den Krieg dosiert zu konsumieren, vor allem während die Kinder zuhause sind. Andernfalls könnten sie ungefiltert mit nicht kindgerechten Bildern und Sprache konfrontiert werden, und außerdem würde das Thema zu viel Platz im Alltag des Kindes (und in deinem) einnehmen. Sollten sie schon im Alter sein, Kindernachrichten zu gucken, tut dies gemeinsam und sprecht nach der Sendung darüber.

Der Ukrainekrieg für ältere Kitakinder und Grundschulkinder erklärt:

11. Das Gute nicht aus den Augen verlieren

Wenn du das Gefühl hast, dein Kind wirkt durch das Thema öfter bedrückt, sprecht darüber, was auch Gutes jeden Tag in der Welt passiert. Das hilft die Perspektive zu behalten.

12. Suche Unterstützung, wenn sie nötig ist

Wenn du merkst, du möchtest mit jemanden darüber sprechen, hören wir dir bei REDEZEIT FÜR FAMILIE zu. Wir sind über 350 im Zuhören geschulte Coaches, Therapeut*innen und Psycholog*innen und machen das ‘pro bono’, also komplett kostenfrei.

So funktioniert es: Finde unter www.redezeitfuerfamilie.de die/den Zuhörer*in mit passendem Schwerpunkt und schreib ihr/ihm eine E-Mail. Zumeist gibt es noch am selben Tag Rückmeldung oder sogar direkt das Gespräch per Telefon oder Video-Call. Das Gespräch ist streng vertraulich und es werden keine Verpflichtungen eingegangen.

Redezeit für Familie

Katja Martinho Lotz

Katja Martinho Lotz ist systemischer Coach für Einzelpersonen und für Teams in Organisationen. Bei REDEZEIT für Dich beschäftigt sie sich mit einer ganz besonderen Art von Team, die ihr besonders am Herzen liegt: den Familien.

Als Mutter von 2 Kindern, die viele und oft ernste Fragen stellen, unterstützt sie andere Eltern diesen Situationen gut zu begegnen und gleichzeitig für sich selbst zu sorgen.

Eure Sorgen werden übermächtig? Dann schaut euch die Tipps im Video an:

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Bildquelle: getty images / iStock / Getty Images Plus/ fizkes Fotocredit: Mara Nollert

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