Deshalb solltest du dein Kind besser für die Handynutzung aufklären

Laut einer Studie sind die meisten Handyspiele für Kinder unpassend. Die Ergebnisse zeigen aber, dass nicht die Spiele an sich das Problem sind, sondern vielmehr mangelnde Medienkompetenzen zu Gefahren führen können. Wir zeigen, wie du dein Kind schützen kannst.  

Handyspiele

Die Ergebnisse der Handyspiel-Studie von Stiftung Warentest zeigen ganz klar, wie wichtig es ist, Kinder besser für ihre Smartphonenutzung aufzuklären.


Stiftung Warentest hat Spiele-Apps für Kinder getestet. Ihr Urteil: Keines der geprüften Hand­yspiele ist für Kinder empfehlenswert. Insgesamt 14 Spiele – darunter prominente Titel wie Minecraft, Angry Birds oder Candy Crush – standen auf dem Prüfstand und wurden aus der Sicht eines 10-jährigen Kindes getestet. Grund für das negative Fazit der Stiftung sind aber weniger die Spielinhalte an sich, sondern vielmehr das Drumherum: In-App-Käufe, rassistische Nicknames anderer Spieler, schlechte Datenschutzbedingungen oder unpassende Werbung waren ausschlaggebend, um für keines der Spiele eine Empfehlung auszusprechen.

Unsere Kollegen aus der Giga-Redaktion kritisieren an der Studie, dass sie kaum auf die Spielinhalte an sich eingeht – denn dass Apps voll von Kauffallen und unseriösen Werbelinks sind, ist nichts Neues. Auch wir finden, dass es spannend gewesen wäre, einmal nur die Spiele an sich auf Kindertauglichkeit zu prüfen. Es ist nicht sinnvoll, Games wie Minecraft, die eigentlich die Kreativität oder das räumliche Denken fördern sollen, aufgrund von Werbung oder einer schlechten Community direkt zu verteufeln. Trotzdem sind die Gefahren, wie Werbeanzeigen, die zu pornografischen Inhalten verweisen oder Nutzer, die in der Community eines Spiels rechtes Gedankengut verbreiten, definitiv ernst zu nehmen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen noch einmal ganz klar, wie wichtig es ist, Kinder besser über ihre Smartphonenutzung aufzuklären. Medienkompetenz ist das A und O, wenn es darum geht, seine Kinder vor Gefahren in Handygames und Co. zu schützen. Spiele zu verbieten macht keinen Sinn, vielmehr müssen Kinder lernen, verantwortungsvoll mit ihrem Smartphone umzugehen. Denn unpassende Werbeanzeigen oder ungewollte Käufe können überall im Internet drohen, nicht nur in Spieleapps. Wir haben euch dafür ein paar Tipps zusammengestellt.

Verantwortungsvoller Umgang mit Handyspielen: So könnt ihr euer Kind unterstützen

Tipp 1: Aufklären
Das Wichtigste ist zunächst, dass ihr mit euren Kindern über die möglichen Gefahren, die in Handyspielen aber auch generell im Internet lauern, sprecht. Klärt sie über Kaufgefahren, unseriöse Werbung und die Wichtigkeit von Datenschutz auf. Auch solltet ihr darüber reden, wie man mit Kommentaren und Beleidigungen in der Community umgeht. Dazu solltet ihr euren Kindern deutlich machen, dass ihr als kompetente Ansprechpartner immer bereit steht. Wenn ihnen etwas komisch vorkommt, sollten sie ohne Scham oder Angst vor Konsequenzen zu euch kommen können.

Tipp 2: In-App-Käufe sperren
Ein großer Kritikpunkt der Studie der Stiftung Warentest: Viele Handygames sind voll von Kostenfallen. So sind die In-App-Käufe in manchen Apps intransparent und lassen Nutzer gerne mal Hunderte von Euro ausgeben. Bei Angry Birds 2 sollen Spieler z. B. bei einem Kauf von virtuellen Edelsteinen rund 110 € verlieren können. In anderen Apps werden Spieler schnell dazu verleitet, Kostüme für Spielfiguren oder Rohstoffe käuflich zu erwerben. Ein klarer Negativpunkt, der sich allerdings leicht umgehen lässt: Ihr könnt bei den Einstel­lungen des Google Play Stores eures Kindes einfach ein Pass­wort für In-App-Käufe vergeben, das euer Kind nicht kennt. Apple-Nutzer können In-App-Käufe unter Einstel­lungen in der Funk­tion „Bild­schirm­zeit“ sogar deaktivieren.

3. Offline Spielen
Wenn ihr euer Kind Spiele spielt, die offline funktionieren, kann es gar nicht erst zu versehentlichen Käufen kommen.

4. App-Store per Passwort sichern
Mit einem Passwort für den App-Store eures Kindes könnt ihr sicherstellen, dass es keine unpassenden Apps herunterlädt. So könnt ihr euch mit eurem Kind gemeinsam die Spiele, die es spielen möchte, ansehen und testen und könnt es vor Sicherheitslücken und Co. warnen.

5. Kinder­sicherung festlegen
Über Kinder­sicherungs-Apps könnt ihr u. a. die Spieldauer beschränken und klare Regeln für die Nutzung fest­legen.

Das Wichtigste, wenn es um die Smartphonenutzung eures Kindes geht: Schaut hin! Anstatt einfach Verbote für Handyspiele auszusprechen (die diese besonders für pubertierende Kinder noch viel interessanter machen), schaut eurem Nachwuchs beim Spielen lieber einmal länger über die Schulter und redet über das, wovor ihr euch sorgt.

Quelle: Stiftung Warentest

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