eSports – Wenn der Controller den Fußball ersetzt

Für die einen ist es ein Sport wie Fußball, für die anderen sinnloses Gedaddel. Wenn Kinder sich für eSports begeistern, stellen Eltern sich viele Fragen. Wir haben die Antworten.

Ist eSports ein Sport wie Fußball oder Basketball?

Ist eSports ein Sport wie Fußball oder Basketball?


Wie definiert man eigentlich Sport? Die einen setzen den Begriff mit “Bewegung” gleich, andere zählen auch ruhige Spiele wie Schach dazu. Seit ein paar Jahren wird auch darüber diskutiert, ob eSports eine Sportart ist. Die Bundesregierung (2018) hat sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass sie eSports als eigene Sportart anerkennen will. Gerade wenn Kinder viel vor der Konsole hocken, machen Eltern sich Gedanken über die Gesundheit, fragen sich, ob das viele “Gedaddel” schädlich für ihr Kind ist und ob das Zocken gewöhnlichen Sport wie Fußball oder Leichtathletik ersetzen kann.

Von der Halle ins Netz

eSports ist die Abkürzung für elektronischen Sport. Dabei werden Videospiele am Computer oder an der Konsole als Wettkampf gespielt. Schauplatz ist dabei nicht die Halle oder das Stadion, sondern das Internet. Wo bei anderen Sportarten zu Bällen oder Schlägern gegriffen wird, kommen beim eSport die Maus, Tastatur oder der Controller zum Einsatz. Dabei gibt es viele verschiedene Genres und Disziplinen wie Renn-, Sport-, Action- oder Strategiespiele. Beispiele hierfür sind Games wie Fifa, League of Legends, Forza oder World of Warcraft. Wie auch bei gewöhnlichen Sportarten wird entweder alleine oder im Team gegeneinander gespielt.

Daddeln = Sport?

Dennoch gibt es viele Kritiker, die in eSport keine Sportart sehen. Zum Vergleich wird Musik herangezogen: Punkte wie Training oder Konzentration lassen sich schließlich genauso auf das Erlernen eines Musikinstruments anwenden und das gilt auch nicht als Sport. Kritischen Stimmen, wie beispielsweise dem Landessportbund NRW mangelt es bei eSports einfach an verstärkten körperlichen Aktivitäten.

In Bewegung bleiben

Doch egal, ob die Bundesregierung in den nächsten Jahren eSports zu einer Sportart erklärt, oder nicht – klar ist: Das Gaming ersetzt keine körperliche Bewegung, die für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ungemein wichtig ist. Handball, Hockey oder Ausdauerlauf können also nicht vom Sport vor dem Bildschirm abgelöst werden. Trotzdem sollte Gaming nicht verteufelt werden, schließlich können auch viele kognitive Eigenschaften geschult werden. Kritische Eltern sollten versuchen, dem Thema offen gegenüberzutreten. eSports zu verbieten ist wenig zielführend, schließlich wird doch am Ende alles, was nicht erlaubt ist, gerade erst interessant. Wichtig ist, sich mit den Interessen des Kindes auseinanderzusetzen und sich mit den Inhalten der Games zu beschäftigen. Der Markt ist gigantisch: Manche Spiele sind toll und bieten eine Menge Lernpotenzial, andere sind einfach Schrott, frustrieren und machen aggressiv. Je besser sich Eltern mit der Materie auskennen, umso besser können sie auch einschätzen, welches Spiel für ihr Kind geeignet ist. Wichtig ist dabei die Altersrichtlinien zu beachten.

Suchtanzeichen erkennen

Wenn es um Computer- und Konsolenspiele geht, spielt auch die Frage nach dem Suchtpotenzial eine Rolle. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind 5,8 % aller 12- bis 17-jährigen Jugendlichen von einer Computerspiel- oder Internetabhängigkeit betroffen. Die Bundesregierung hat in ihrem jährlichen Drogen- und Suchtbericht Punkte aufgeführt, an denen Eltern eine Gaming-Sucht erkennen können. Wenn mehrere der Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, liegt eine Sucht vor:

  • Dauerhafte Beschäftigung mit Games
  • Entzugssymptome wie Unruhe oder Gereiztheit, wenn nicht gespielt werden kann
  • Bedürfnis, immer mehr zu spielen
  • Versuche, das Spielverhalten zu reduzieren, klappen nicht
  • Andere Hobbies werden uninteressant
  • Beziehungen zu Freunden und Familien werden abgebaut
  • Gefährdung der Ausbildung
  • Lügen über das Ausmaß des Spielens
  • Nutzung zur Kompensierung negativer Gefühle wie Angst oder Aggression

Letztendlich ist eSports mittlerweile nicht nur bei Kindern und Jugendlichen hoch im Trend, auch viele Erwachsene faszinierendie verschiedenen Möglichkeiten, sich vor dem Bildschirm auszuleben. Bevor das Zocken also verurteilt wird, lohnt sich ein Blick auf die Fülle der Spiele – und wer weiß: Vielleicht gibt es hier auch für die ein oder anderen Eltern ein neues Hobby zu entdecken.

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