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7 Wege, mit denen ihr eurem Kind achtsamer begegnen könnt

7 Wege, mit denen ihr eurem Kind achtsamer begegnen könnt

Im Moment sein

Wir alle versuchen, im hektischen Familienalltag unseren Kindern gerecht zu werden. Unseren Fokus auf Achtsamkeit und unsere langfristigen Erziehungsziele zu legen, fällt dabei gar nicht leicht – besonders in so unsicheren Zeiten. Klar, Achtsamkeit kann man mit etwas Übung trainieren. Aber für eine direkte Veränderung haben wir 7 Hacks für euch, wie ihr ganz schnell mehr im Moment und in Kontrolle eurer Handlungen seid – und dabei langanhaltende Erinnerungen mit euren Kindern schafft.

Vielleicht kennt ihr es auch: Am Ende eines langen Tages schafft ihr eure Kinder ins Bett und fragt euch:

  • Habe ich heute genug Zeit mit meinem Kind verbracht?
  • War ich im Moment, habe ich es richtig gesehen? Oder war ich mit den Gedanken mal wieder ganz wo anders?
  • Hat es sich heute von mir geliebt gefühlt?
  • Habe ich viel zu oft überreagiert?
  • Hätte ich mir mehr Zeit nehmen sollen, aber wie?

Denn es ist ganz normal, dass wir im Wirbel des Alltags gar nicht dazu kommen, unsere Handlungen so richtig zu reflektieren. Und dann abends unsere Kinder in den Armen halten und uns fragen, ob wir ihnen und ihren Bedürfnissen gerecht wurden. Unsere 7 Achtsamkeits-Hacks helfen euch mit Sofortwirkung mehr im Moment zu sein.

#1 Rollenspiel

Ihr rennt zur Kita um euer Kind abzuholen, aber hängt im Kopf noch im Meeting vom Nachmittag fest? Ein Trick, mit dem ihr ganz schnell das Stressfest im Kopf abschaltet, ist euch in euer Kind hineinzuversetzen. Wie sehr wird es sich freuen, wenn es euch sieht? Was wird es wohl erlebt haben, euch berichten wollen? Sich nach eurer Umarmung sehnen? Sehen sie den wichtigsten Menschen der Welt nach einem langen Tag wieder, fällt alles andere von unseren Kindern ab. Und wenn wir uns in sie hineinversetzen merken wir schnell, was wirklich zählt. Und dass es uns genauso geht!

#2 Routine und Care-Momente nutzen

Oft geht es gar nicht anders: Wickeln, Zähneputzen, Anziehen, Essen ... wie oft rasen wir durch diese Momente, um irgendwo 'anzukommen'? Sei es, weil wir schnell zur Kita/ Schule müssen, in den Park wollen, mit unseren Kids das neue Lego aufbauen oder oder oder. Dabei sind es nicht nur diese 'besonderen' Aktivitäten, die zählen. Sondern auch die ganz alltäglichen dazwischen. Vertreter*innen der respektvollen Erziehung wie Magda Gerber und Janet Lansbury legen deshalb ganz besonderen Wert darauf, Care-Momente dafür zu nutzen, eine Verbindung und Intimität zu unseren Kindern aufzubauen. Indem wir uns Zeit lassen, ihnen in die Augen schauen, ganz im Moment ankommen. Und diesen so für unsere Kids besonders machen. Denn für sie zählt, dass wir uns gerade NUR um sie kümmern.

Jennifer Kober

Der Weg ist das Ziel

Wie oft denken wir auf dem Weg zum Kindergarten: "Mist, wir sind spät!", "Ich muss zum Meeting!", "Hoffentlich weint heute niemand beim Abgeben" und und und. Aber was machen unsere Kinder inzwischen? Sie singen, lachen, schauen sich JEDES Baustellenfahrzeug, das vorbeifährt ganz genau an. Sie sind einfach im Moment! Davon lasse ich mich deshalb einfach anstecken und sehe, was meine Kids gerade sehen. Und nehme mir vor, diesen täglichen Weg für sie lustig, abenteuerlich und besonders zu gestalten. So fällt meine eigene Anspannung weg und alle kommen glücklicher in die Kita und zur Arbeit. Win Win!

#3 Armband-Hack

Blogautorin Emily Holmes hat einen tollen (und viralen) Erziehungs-Hack entdeckt, der ganz schnell hilft, respektvoller und ohne schimpfen mit unseren Kids umzugehen. Auch im Affekt! Alles, was ihr dafür braucht, sind fünf Haargummis (oder weniger). Am Tagesanfang packt ihr alle Gummis an ein Handgelenk. Und die Challenge beginnt! Denn jedes Mal, wenn ihr ungewollt laut werdet, schimpft oder eure Emotionen mit euch durchgehen, zieht ein Haargummi ans andere Handgelenk um.

Das Ziel ist, am Tagesende so viele Haargummis wie möglich auf der ursprünglichen Seite zu behalten. Dabei funktioniert der Trick aber sogar nachhaltig: Ihr werdet schnell merken, dass ihr in stressigen Situationen automatisch erst an euer Handgelenk greift, bevor ihr reagiert. Sozusagen eine verstärkte Version vom guten, alten 'bis 10 zählen'.

Wichtig: Der Hack hilft besonders, wenn ihr euch gleichzeitig mit den Grundlagen der sanften Erziehung auseinandersetzt. Lest deshalb auch unsere Artikel zu Resilienz stärken, Conscious Parenting, Positive Parenting und Attachment Parenting.

#4 Erinnerungen aufschreiben

Klar, Tagebücher, Babybücher, Blogs, Facebook-Posts und Co. über die Zeit mit unseren Kindern sind eine wundervolle Erinnerung an sich. Trotzdem kämpfen viele von uns Eltern damit, am Ende des Tages die Zeit, Energie und Brainpower zu finden, die schönen Momente festzuhalten. Und wenn unser Kind uns auffordert: "Mama, erzähl mir eine Geschichte von mir als Baby " fällt uns nichts ein, denn Stress, Schlafentzug und Mental Load überfordern tagtäglich unser Gedächtnis.

Papa Matthew Dicks hat deshalb den perfekten Hack für uns (und wir haben ihn natürlich erprobt): Sucht euch jeden Tag EINEN Moment aus, den ihr von eurem Kind festhalten wollt. Legt euch am besten ein Spreadsheet an, in dem ihr täglichen Notizen macht. So habt ihr nicht nur eine machbare Aufgabe und kreiert eine riesige Sammlung an Erinnerungen. Sondern ihr konditioniert euch selber darauf, achtsamer zu werden und Momente voll wahrzunehmen. Schließlich wollt ihr heute Abend ja einen davon aufschreiben!

#5 Perspektive (wieder)finden

Es gibt Momente, da fällt uns Achtsamkeit und volle mentale Verfügbarkeit besonders schwer. Z. B. dann, wenn unsere Kinder uns brauchen und wir selber krank, müde, überlastet sind. So kommen wir vielleicht an unsere Grenzen, falls wir unsere Kleinen nachts zum 100. mal durch die Wohnung tragen. Oder unser Kleinkind den vierten Wutanfall des Vormittags hat. Was mir hilft: Meine Perspektive wiederzufinden. Ja, ich bin müde, genervt, überfordert. Aber wie denke ich in einigen Monaten, Jahren, Jahrzehnten an heute zurück? Ich werde vermissen, die Kleinen im Arm zu halten, ihr Gewicht und ihre Wärme zu spüren. Auf so eine simple Weise für sie da sein zu können. Und das Gefühl, dass es gerade nur uns beide auf der Welt gibt. Das bringt mich direkt in den Moment, ohne Frustration, ohne Gedanken an alles, was als Nächstes kommt oder wer 'Schuld' hat.

Wundervoll und bittersüß sind die Gedichte und Gedanken von Karen McMillan über die ersten Eltern-Jahre. Ein absolutes Go-To für Perspektive in harten Zeiten, oder wenn ihr einfach mal gerne losheulen wollt.

MOTHER TRUTHS: Poems
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#6 Gute-Nacht-Geschichte

Wenn ich meine Kinder ins Bett schaffe, gehen wir zusammen den Tag noch einmal durch. Oft bin ich es einfach, die ihn zu einer kurzen Geschichte spinnt. Das kann helfen, alles sacken zu lassen, runterzukommen und zeigt, dass wir unsere Kinder sehen und verstehen. Uns Eltern gibt es Gelegenheit, uns in unsere Kinder hineinzufühlen. Und Inspiration, es morgen besser/ anders zu machen. Z. B. wenn ich meinen Großen daran erinnere, wie viel Spaß er beim Fahrradfahren üben mit Daddy hatte und innerlich denke ('Ich wäre so gerne dabei gewesen!'). Wie mache ich es möglich, dass ich das Nächste Mal mit ihm gehen kann? Oder der Kleine hat das erste Mal 'Monkey' gesagt. Vielleicht ist es doch mal Zeit für den lang verschobenen Zoo-Besuch? Wenn wir uns aktiv ein paar Minuten nehmen, um solche Pläne in unserem Kopf zu schmieden, sind wir auch viel mehr bei der Sache, wenn wir sie endlich umsetzen. Und diesen Enthusiasmus spüren auch unsere Kinder, versprochen!

Jennifer Kober

Hacks mit Sofortwirkung

Unsere Hacks sind im Familienalltag echt Gold wert. Egal, ob es euch um mehr Entschleunigung, Gerechtigkeit, positive und respektvolle Erziehung, eine größere Aufmerksamkeitsspanne oder einfach mehr 'mit euren Kindern im Moment sein' geht: Sie helfen euch garantiert, es SOFORT umzusetzen. Nicht erst, nachdem ihr das tausendste Erziehungsbuch gelesen habt.

#7 Wer sieht zu?

Wir alle haben solche Tage, an denen wir komplett neben uns stehen. Und das Gefühl haben, wir reagieren nicht so auf unsere Kinder, wie wir es gerne würden. Und besonders dann fällt es uns noch schwerer, den richtigen Takt zu finden. Hier hilft dieser Hack aus der respektvollen Erziehung: Wie würdet ihr euch verhalten, wenn jemand zusehen würde? Euch danach beurteilen würde, wie ihr euch gerade verhaltet? Die eigene Mutter, die Nachbarin, andere Eltern?

Weil wir uns in der Öffentlichkeit oft ganz unbewusst von unserer besten Seite zeigen, hat der Trick auch einen sofortigen Effekt auf unser Verhalten: Wir werden vielleicht leiser, verständnisvoller, gelassener. Langfristig ist es wichtig, dass wir uns Folgendes bewusst machen: Wir stehen IMMER unter Beobachtung. Nämlich der unserer Kinder, die jedes Verhalten von uns registrieren und versuchen, zu verstehen. Wenn wir uns das ins Gedächtnis rufen, können wir auch langfristig achtsamer mit ihnen umgehen.

Weniger schimpfen, weniger schreien
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Mit unseren Tipps könnt ihr Regeln ganz leicht und harmonisch einführen:

Welcher Mama-Typ bist du oder wirst du?

Bildquelle: Getty Images/DisobeyArt

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