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Wutanfall beim Kleinkind: 10 Tipps, die Eltern retten

Wutanfall beim Kleinkind: 10 Tipps, die Eltern retten

Autonomiephase

Das Kind liegt schreiend in der Quengelzone auf dem Boden und kann sich nicht halten. Ihr steht hilflos daneben und schämt euch. Nicht schon wieder, denkt ihr, während ihr spürt, wie in euch dieselbe Wut aufsteigt wie bei eurem Nachwuchs. Diese Überforderung lässt sich jedoch mit einigen Kniffen auffangen. Jeder Wutanfall beim Kleinkind braucht Begleitung.

Den Wutanfall bei Kleinkindern begleiten

Eltern leben vor, wie Kinder als Erwachsene mit ihrer Wut umgehen können. Das bedeutet, wenn ihr bei einem Wutanfall euer Kind ruhig und liebevoll begleiten könnt, legt ihr ein gutes Fundament für die spätere Selbstregulation. Dabei ist die Trotzphase, zu Recht mittlerweile Autonomiephase genannt, eine der ersten wirklich grundlegenden Prüfungen im Verhältnis zwischen Eltern und Kind. Hier kommen einige Ideen, wie ihr die Zeit um das zweite Lebensjahr gut überstehen könnt und dabei gleichzeitig eurem Kind helft.

1. Atmen beruhigt bei einem Wutanfall beim Kleinkind

Es klingt erst einmal ganz simpel. Wenn die Welt für das Kindes Kopf steht, brauchen Eltern einen ruhigen Geist. Große Emotionen lassen sich nicht begleiten, wenn die Erwachsen ebenfalls aufgewühlt sind. Ihr konzentriert euch auf euren Atem. So sagt ihr eurem Körper, dass kein Grund zur Gefahr besteht. Die ruhige Atmung fährt den Stresspegel wieder herunter und das Gehirn beginnt klar zu denken.

Anstatt zu kämpfen oder wegzurennen, seid ihr so ganz präsent und euer Kind kann sich wieder beruhigen. Es gibt keine Wut und kein schnelles Gezerre zum Ausgang, und langsam findet ihr beide eure Balance wieder. Nun gibt es überhaupt erst die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden, die für euch beide funktionieren.

2. Langsam zählen und die Trotzphase begleiten

Wenn ihr zählt, kommt euer Kopf auf andere Gedanken und die stressige Situation tritt zurück. Das Weinen des Kindes wird zum Hintergrundgeräusch. Die Aufmerksamkeit der anderen Menschen ringsherum nimmt ab. So könnt ihr euch Raum nehmen für eine vernünftige Lösung des Wutanfalls.

Indem ihr die Aufmerksamkeit vom Kind weglenkt, verkürzt ihr den Meltdown. Anstatt ein sich windendes Kind aus dem Einkaufszentrum zu tragen, könnt ihr die Wellen an Gefühlen vorbeiziehen lassen. Was passiert ist, ist passiert.

3. Den Wutanfall des Kindes annehmen

Wenn die Situation ist, wie sie ist, hilft sich ärgern auch nicht. Also könnt ihr euch auch einfach sagen: Ich bin spät dran. Mein Kind weint. Ich stehe in der Süßwarenabteilung. Meine Einkaufstaschen liegen auf dem Boden. Je genauer ihr euch selbst wahrnehmt, umso eher seid ihr in der Lage, einen Ausweg aus der momentanen Überlastung zu finden.

4. Ab unter die Glasglocke

Ebenfalls fantastisch funktioniert eine andere Methode, die Glasglockentechnik. Wenn ihr in einem konkreten Wutanfall beim Kleinkind feststeckt, sind häufig nicht die Tränen das Schlimmste, sondern die verurteilenden Blicke anderer. Dann ist es häufig nicht leicht, so entspannt zu handeln wie zu Hause.

Gegen diesen sozialen Druck hilft es, sich vorzustellen, gemeinsam mit dem Kind unter einer festen Glaskuppel zu sitzen. Schall kann weder hinein noch hinaus. Negative Kommentare können euer Kind und euch nicht erreichen. So könnt ihr ganz gezielt eure Energie nutzen, um die Situation aufzulösen.

5. Geht auf Augenhöhe mit eurem Kind

Wenn das Kind schreit, mit den Beinen strampelt und die Mama oder den Papa von sich stößt, ist die Zeit gekommen, in der euer Nachwuchs euch am dringendsten braucht. Ein Wutanfall eines Kleinkinds kann ein Signal dafür sein, dass euer Kind nicht geerdet ist und sich nach der Sicherheit des Elternteils sehnt.

Anstatt das Kind für seinen Ausfall zu bestrafen, könnt ihr also in Verbindung gehen. Denn das Gehirn der Kids ist in dieser Phase ohnehin wie ausgeschaltet. Verhandlungen machen jetzt in etwa so viel Sinn wie im Schneegestöber nach einer weißen Feder zu suchen. Solange es stürmt, kommt nichts durch. Da kann noch so mit den Armen gerudert und diskutiert werden – der Wutanfall beim Kleinkind wird nur noch länger. Auch all die guten Tipps für Eltern verfangen in dem Moment nicht. Das einzige, was hilft, ist: in Ruhe und auf gleicher Augenhöhe zu sagen: „Alles ist gut. Ich bin da.“ Sobald diese Botschaft einsinkt, kommt der Wutanfall zur Ruhe und ihr könnt reden.

6. Trotz Wutanfall beim Kleinkind: Mit Liebe auf das Kind blicken

Nichts nervt gerade mehr als der kleine Wutgnom? Wahrscheinlich schon. Trotzdem hilft es sicherlich eher, die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder auch in diesen schwierigen Momenten einfach anzunehmen. Weil die Kids gerne mit ihren Eltern zusammenarbeiten wollen. Wenn ihnen das nicht gelingt, weil der Honig beim Frühstück alle ist oder die Lieblingshose spontan in der Wäsche, geht die kleine Welt darauf unter.

Dann hilft dieser Gedanke: Was für uns Erwachsene scheinbar banal ist, kann für Kinder die ganze Welt bedeuten. Sie haben weder das Gehirn noch die Erfahrungen, um frustrierende Situationen gut bewältigen zu können. Wenn ihr euer Kind in der Wut annehmt und es liebevoll begleitet, steigt die Chance, dass es das nächste Mal etwas leichter wird. Schritt für Schritt geht es so zu einem guten Wutmanagement.

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7. Vermeidet im Wutanfall beim Kleinkind unnötige Diskussion

Das Kind befindet sich im mentalen Shutdown. Jetzt können Argumente im Gehirn keinen Sinneswandel mehr auslösen. Sie werden schlicht nicht gehört. Anstatt also die Energie ins Diskutieren zu investieren, liegt der Fokus darauf, dass das Kind nicht allein in dieser anstrengenden Lage ist. Ihr seid zusammen. Wenn sich der Nachwuchs als Teil eures Teams sieht, steigt der Wunsch nach Kooperation, weil er Sicherheit vermittelt. Was dieses Mal falsch lief und nächstes Mal besser laufen könnte, könnt ihr dann besprechen, sobald sich euer Kind wieder ganz gefangen hat.

8. Denkt über mögliche Ursachen nach

Wie heißt es so schön? Hinterher ist man immer schlauer. Im Nachhinein, wenn ihr euch wieder beruhigt habt, ist der Grund für den Wutanfall beim Kleinkind plötzlich offensichtlich. Der eigene Stress wegen des wichtigen Meetings später – hat er vielleicht auf euren Nachwuchs abgefärbt? Oder war die Idee, am Wochenende vor den Feiertagen schnell noch ein paar Besorgungen mit dem Kind zu machen, eine Fehlentscheidung? Was beschäftigt euer Kind noch? War es hungrig, durstig oder müde? Am Ende dieser Gedankenreihe steht ein Arsenal an Möglichkeiten, dass ihr nächstes Mal verwenden könnt, um den Wutanfall gar nicht erst eskalieren zu lassen.

9. Schon vorher etwas gegen die Wut tun

Wenn ihr wisst, was euer Kind umgetrieben hat, könnt ihr möglichen Wutanfällen schon im Vorfeld begegnen. Wenn ihr darauf achtet, eure Bedürfnisse und die eures Kindes zu erfüllen, sind auch stressige Momente leichter. Wenn immer ihr es euch einrichten könnt: Achtet darauf, dass es genug Nähe, Essen, Ruhe und etwas zu trinken gibt. Vieles läuft dann einfach leichter.

10. Kennt eure eigene Wut

Ihr seid die Anker im Leben eures Kindes. Nicht nur an der Supermarktkasse, sondern überall. Wenn ihr die Wutanfälle eines Kleinkindes begleiten wollt, ist es wichtig, zuerst zu verstehen, wann und wie ihr wütend werdet. Denn was euch nicht ärgert, kann auch euer Kind nicht ärgern – und der Endgegner Trotzphase verliert seinen Schrecken.

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Mein Fazit

Eins ist klar: Wutanfälle bleiben anstrengend und schwer. Diese Tipps hier sind keine Magie. Aber sie helfen ungemein dabei, das Kind zu verstehen. Nur so können wir begreifen, dass wir an ganz anderen Stellen ansetzen müssen, als wir vielleicht denken.

Bildquelle: Getty Images/Image Source

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