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Papa-Phase beim Kleinkind: Wenn Mama zeitweise abgelehnt wird

Papa-Phase beim Kleinkind: Wenn Mama zeitweise abgelehnt wird

Mama-Weg-Phase

"Papa ist der Beste. Mama ist blöd." Viele Kinder stecken irgendwann in der sogenannten Papa-Phase. Diese kann eine gewisse Zeit andauern und sich sogar wiederholen. Was aber steckt hinter der "Mama-Weg-Phase"?

Kind will nur zu Papa? Mamas, seid nicht beleidigt!

Manche Mütter nehmen's locker, wenn das Kind in der Papa-Phase steckt, andere sind todunglücklich. Eins ist sicher: Wenn ein Kind nur noch nach dem Vater verlangt, hat das nichts damit zu tun, dass die Mutter abgewiesen wird. Im Gegenteil: Die Zuwendung zum männlichen Elternteil ist absolut positiv zu sehen. Es kann mehrere Ursachen für die Papa-Phase geben.

Autonomie: Die Papa-Phase mit 1 - 2 Jahren

Erst vor kurzem erzählte mir eine Freundin todunglücklich von der aktuellen Misere: Ihre Zwillinge (fast 2) wenden sich von ihr ab. Sie rufen ausschließlich nach "Papa, Papa". Sie als Mutter würde sogar weggestoßen. "Was habe ich bloß falsch gemacht?", fragt sie sich. "Ich als Mutter reiße mir den A*** für die beiden auf und dann wollen sie nur zum Papa." Die Antwort: Sie hat gar nichts falsch gemacht. Die Papa-Phase ist ganz normal. Das trotzige Kleinkind wendet sich von der ersten Bezugsperson ab und richtet sämtliche Wünsche an die ihr ebenfalls vertraute Person.

Aber: Papa ist eben nicht die Person, die das Kind ausgetragen, gestillt, Tag für Tag gewickelt und getröstet hat. Und doch ist er absolut vertraut im Leben des Kindes. Das Kleinkind zeigt damit, dass es langsam zum autonomen Wesen wird. Vielmals geht dieses Verhalten auch mit der Trotz-Phase einher. Das Kind braucht seine Bezugsperson Nummer 1 nicht mehr ständig um sich herum. Der Radius vergrößert sich, das Kleinkind entdeckt sich selbst und sagt manchmal auch schon "Ich". Übrigens: Insbesondere Zwillinge brauchen ein bisschen länger als Einzelkinder, um die Autonomie-Phase zu erreichen. Sie müssen sich nicht nur von der Mutter lösen, sondern müssen auch erkennen, dass die Schwester/der Bruder eine andere Person ist.

"Ich als Mutter reiße mir den A*** für die beiden auf und dann wollen sie nur zum Papa."

Wildes Spielen: Die Papa-Phase mit 2 - 4 Jahren

Wenn sich der Spieltrieb immer weiter ausbildet, ist es gut möglich, dass Papa wesentlich höher im Kurs als Mama steht. In vielen Familien spielt die Mutter anders mit dem Kind als der Vater. Beim Papa geht es wilder zu. Die Schaukel schwingt höher, der Papa wirbelt seine Tochter oder seinen Sohn schnell durch die Luft oder liefert sich wilde Verfolgungsjagden und Kitzelattacken. Mit Mama ist öfter mal lesen, basteln oder Memory spielen angesagt. Wenn das Kind mehr Drang nach Abenteuer hat, den es eher mit Papa erlebt, dann wird es diesen womöglich eher mal als Spielgefährten bevorzugen. Das kann jedoch von Familie zu Familie unterschiedlich sein.

Geschlechterrolle: Die Papa-Phase ab 3 Jahren

Ab etwa drei Jahren sind sich Kinder darüber bewusst, dass es unterschiedliche Geschlechter gibt. Manche Töchter binden sich in dieser Zeit noch mehr an die Mutter und manche Söhne an ihre Väter. Auch dies ist eine mögliche Begründung für die Papa-Phase. Bisher war Mama immer die engste Bindungsperson für Trost und in jeder Situation, wo das Kind traurig und unsicher war. Jetzt kann es sein, dass es bewusst nach Papa ruft und sich mehr mit ihm identifiziert. Das übrigens bei Jungen und bei Mädchen gleicher maßen vorkommen.

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Wenn die Papa-Phase bleibt

Auch diese Variante erleben manche Väter: Manchmal dauert diese Phase länger an und das Kind will nur zu Papa. Das kann auch an persönlichen Lebensumständen liegen, dass der Papa das Kind zeitweise sehr viel länger betreut und ein bestimmtes Hobby mit ihm teilt bzw. das Kind dahingehend motiviert, was Mama eher nicht so macht.

Oder genau umgekehrt: Der Vater ist vielleicht plötzlich zeitweise aus dem Alltag des Kindes verschwunden oder weniger präsent durch Trennung oder weil er teilweise auswärts arbeiten muss. Dann wird sich das Kind vielleicht wütend von der Mama abwenden, weil es den Papa so sehr vermisst.

Manchmal ist es auch so, dass sich Papa und Kind zeitweise vielleicht tatsächlich besser verstehen und sich näher sind. Da ist eine Art unsichtbares Band zwischen ihnen, das man sich nicht erklären kann. Auch das kann es geben. Die Mutter ist dennoch nicht außen vor. Jedes Familienmitglied findet seine Rolle und jeder hat einen wichtigen Stellenwert.

Klare Regeln: So verhalten sich Mama und Papa am besten

Wie reagieren? Schlecht wäre, wenn der Vater sich der Mutter zuliebe vom Kind abwendet. Genauso ungünstig wäre es aber auch, wenn Vater und Kind die Mutter ausschließen. Als Vater sollte man sich auf jeden Fall auch in dieser Mama-Weg-Phase an die geltenden Familien-Regeln halten, um der Mutter nicht in den Rücken zu fallen. Übrigens: Spätestens wenn das Kind Ruhe und Schutz sucht, kehrt es häufig wieder in Mamas Arme zurück.

Ganz wichtig für Mamas: Nehmt die Abwendung von euch nicht persönlich. Wenn euer Kind "Mama ist blöd" sagt, solltet ihr das nicht zu hart bewerten. Das sagt es auch schon mal im Affekt zu Oma, zum Lieblingsstofftier oder zum Kitafreund, obwohl es all diese Dinge und Personen mag. Das ist einfach ein hilfloser bzw. erster Ausdruck von widerstreitenden Gefühlen und ein erstes Verstehen davon, wie verschieden die Bezugspersonen sein können. Das Kind begreift langsam, dass die anderen auch Wünsche haben, die nicht immer mit denen Kindes überein stimmen. Darauf erfolgt dann spontan die typische trotzige Abwehr, die alle Eltern kennen.

Das Kind ist eben noch nicht in der Lage Sprache korrekt anzuwenden und Gefühle zu beschreiben. Auch wenn die Ablehnung hart erscheint, euer Kleines wird damit mehr und mehr zu einem selbstständigen Menschen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn man sanft und mit Geduld begleiten sollte.

Manche Dinge können Papas einfach richtig gut, besser als Mamas? Das ist in jeder Familie sicherlich ganz individuell. Hier sind einige typische Papa-Aktivititäten.

Welcher Mama-Typ bist du oder wirst du?

Bildquelle: Getty Images/fizkes

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