Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Zeugnisformulierungen: So entziffert ihr die Formulierungen im Grundschulzeugnis

Grundschule

Zeugnisformulierungen: So entziffert ihr die Formulierungen im Grundschulzeugnis

Weil es in der sogenannten Schuleinführungsphase, also der ersten und zweiten Klasse, noch keine Noten gibt, werden die Leistungen der SchülerInnen auf den Grundschulzeugnissen verbal vom Lehrer bewertet. Wie Arbeitszeugnisse enthalten auch Zeugnisformulierungen Floskeln, die man entziffern und in Noten ummünzen kann. Wir verraten euch, was die Zeugnis-Codes bedeuten.

Zwar gibt es keinen überregionalen Übersetzungskatalog für Grundschulzeugnisse, einige Formulierungen und Floskeln sind jedoch Standard und lassen sich ähnlich wie in einem Arbeitszeugnis interpretieren. Stephan Bayer, Lern-Experte der Online-Nachhilfe-Plattform Sofatutor, verrät, dass es in den Sprach-Codes meistens auf die kleinen Worte wie „sehr“ oder „fast“ ankommt. Ist das Kind also „sehr sicher“ im Rechnen, hat es die Erwartungen der Lehrer erfüllt oder übertroffen. Ist es dagegen „sicher“ im Rechnen, entspricht dies der Note 2, also einer guten Leistung. Bei "fast sicher"' ist noch Luft nach oben.

Welche Schulnoten werden in der Grundschule vergeben?

Zeugnis im 1. Schuljahr

In der 1. Kasse bekommen die Schüler noch kein Zeugnis mit Noten, sondern lediglich eine schriftliche Beurteilung. Sie enthält den  sowohl Leistungsstand, als auch Lernfortschritt und den eventuellen Förderbedarf des Kindes.

Zeugnis im 2. Schuljahr

In der 2. Klasse bekommen die Schüler am Schuljahresende in allen Fächern bereits Ziffernnoten. Zusätzlich werden das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten in vier Kategorien (A-D) bewertet. Für Fächer, die mit der Note 4 und schlechter beurteilt werden, muss das Zeugnis Aussagen zu Lernfortschritt und Förderansatz beinhalten.

Zeugnis im 3. und 4. Schuljahr

Ab dem 3. Schuljahr beginnt die sogenannte Übertrittsphase an eine weiterführende Schule. Ab jetzt beobachten die Lehrer noch genauer, welche individuellen Voraussetzungen das Kind mitbringt.

Das Übertrittszeugnis

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe bekommen Anfang Mai ein Übertrittszeugnis. Es enthält

  • die Jahresfortgangsnoten in allen Fächern,
  • die Durchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht,
  • eine Bewertung des Sozial- , Lern- und Arbeitsverhaltens,
  • eine zusammenfassende Beurteilung, in der die Eignung für den weiteren Schulweg erläutert wird.

Zeugnisformulierungen: Bei Grundschul-Zeugnissen zwischen den Zeilen lesen

Oftmals muss man bei Zeugnisformulierungen auch wischen den Zeilen lesen, um ein Bild von den Leistungen des Kindes zu bekommen. Ein „Mia hört nicht immer richtig zu und beschäftigt sich gern mit anderen Dingen. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit könnte Mia ihr Wissen noch öfter unter Beweis stellen“, meint, dass der Lehrer oder die Lehrerin davon überzeugt ist, dass Mia etwas drauf hat. Um ihrem Potential gerecht zu werden, muss sie sich im Unterricht aber mehr konzentrieren und mehr Arbeitsbereitschaft zeigen.

Wenn dein Kind „beim Rechnen noch Hilfsmittel braucht“ und „bekannte Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen kann“, verweisen die kleinen Wörter „noch“ und „bekannte“ darauf, dass es den Erwartungen leicht hinterherhängt. Hilfsmittel zum Rechnen sollten offensichtlich nicht mehr nötig sein und vorhandenes Wissen sollte auch auf unbekannte Aufgaben übertragen werden können. Da muss also noch ein bisschen geübt werden!

Sprach-Codes wie in Arbeitszeugnissen gelten auch bei Zeugnisformulierungen in der Grundschule

Zuletzt gibt es noch die typischen Sprach-Codes, die auch aus Arbeitszeugnissen bekannt sind. Die Formulierung „war stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ entspricht damit einem „sehr gut“. Ein „war für alle Lerninhalte zu begeistern“ entspricht dagegen in etwa einem „gut“.Gleichzusetzen mit einem „befriedigend“ ist dagegen die Aussage „war für Lerninhalte, die ihn interessierten, offen“. Schlimmer, weil „nicht befriedigend“ ist die Formulierung „ging von sich aus nicht an neue Lernaufgaben heran“ – hier besteht Handlungsbedarf, damit dein Kind den Anschluss nicht verliert.

5 praktische Ideen für einen tollen Urlaub zuhause

Bist du unsicher, wie du das Zeugnis deines Kindes zu deuten hast, dann vereinbart am besten eine Elternsprechstunde mit dem Lehrer und lasst euch persönlich über die Leistungen des Kindes informieren. Der Lehrer bzw. die Lehrerin sollte dein Kind gut kennen und erlebt es fast täglich im Unterricht. Er/sie hat sicher Vorschläge, welche Unterstützung es braucht, um seine Leistungen zu verbessern.

Schulkind-Quiz: Weißt du so viel, wie dein Grundschulkind?

Hat Dir "Zeugnisformulierungen: So entziffert ihr die Formulierungen im Grundschulzeugnis" gefallen? Wir freuen uns, wenn du den Artikel teilst - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Pinterest oder Instagram folgen.

Galerien

Lies auch

Teste dich