Kinder- und Jugendreisen

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Kinder- und Jugendreisen

Betreute Reiterferien, Sprachreise nach England oder Abenteuer im Camp - Kinder- und Jugendreisen boomen. Worauf Eltern bei Kinder- und Jugendreisen achten sollten.

Kinder- und Jugendreisen liegen im Trend

Zehntausende Kinder machen sich jedes Jahr auf, um ohne Mama und Papa auf Reisen zu gehen. Allein die Lufthansa fliegt pro Jahr über 70.000 Kinder ohne Eltern durch das gesamte Liniennetz. Von Heuferien auf dem Bauernhof für Kinder bis zum Intensiv-Englisch-Training für Schüler - Kataloge für Kinder- und Jugendreisen gibt es daumendick und voller Ideen. Undmal ganz abgesehen von den vielen Erlebnisse und dem Spaß, den die Kinder mit Gleichaltrigen haben, lernen Sie bei den Ferien ohne Eltern auch was fürs Leben.

Zum Beispiel gemeinsam fremde Städte, Länder und Kulturen entdecken.

Kinder- und Jugendreisen – Die Vorteile

Zwar bedeutet das alleinige Verreisen ohne Eltern einen großen und oftmals auch schweren Schritt, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern, aber die Kinderfreizeiten bieten viel:
➤ Soziales Lernen in der Gruppe: Jens D. Kosmale, Pädagoge und ehemaliger Geschäftsführer des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen e.V., setzt den Wert des sozialen Lernens auf Reisen hoch an: „Die meisten Kinder wachsen ohne oder mit wenigen Geschwistern auf“, sagt er, „doch im Zusammensein mit Gleichaltrigen entwickelt sich ihre Persönlichkeit: Wie setze ich durch, was ich gerne tue? Mit welchen Leuten will ich zusammen sein? Das sind typische Probleme, die sie lösen.“ Das sei beim Reisen ohne Eltern wichtiger als „erwachsene“ Ideen von erstrebenswerten Lernzielen. „Wer darf auf wessen Bett sitzen? Wer darf das andere Ende des Kopfhörers benutzen? Das sind Fragen, die für die Kinder Bedeutung haben“, sagt Kosmale. Auf Reisen werden sie ausgelotet.
➤ Erlebnisse: Kinder- und Jugendreisen bieten Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche nie wieder vergessen werden. Ob Segeln in der Ostsee, Reiterferien auf dem Bauernhof, Natur-Action im Ferienlager oder kulturelle Reisen in fremde Städte und Kulturen – Kinder lernen dazu, toben sich aus, finden neue Freunde und werden sich schließlich immer wieder gern an die Zeit zurückerinnern.
➤ Betreuung in den Ferien: Sind beide Eltern berufstätig, können sie im Allgemeinen die vielen Ferientage nicht immer gemeinsam mit den Kindern verbringen. Betreute Kinder- und Jugendreisen können da eine Zeit lang überbrücken und den Kindern die angesprochenen Erlebnisse bieten, für die die Eltern wegen der Arbeit keine Zeit haben, oder die sie sich als Familien-Erlebnis schlichtweg nicht leisten können.
Übrigens: Bestens geeignet für heranwachsende Reise-Anfänger sind Kinderfreizeiten, die meist von örtlichen Vereinen organisiert und angeboten werden. Ob Fußball, Jugendfeuerwehr oder Pfadfinder - solche Angebote haben Vorteile:
Gemeinsame Interessen: Wenn Kinder in der Heimat Woche für Woche ohnehin gemeinsam etwas unternehmen, fällt es auch leicht, zusammen auf Reisen zu gehen. Das gemeinsame Interesse an einer Sportart oder einem anderen Betätigungsfeld stärkt den Zusammenhalt, die Betreuer sind oft seit Langem vertraut.
Auf Empfehlung: „Reisen mit einer Organisation aus dem Heimatort hat große Vorzüge“, sagt Jens Kosmale, „ich kann die Meinung von Bekannten hören: ‚Euer Sohn ist doch schon mal mitgefahren, wie ist es ihm ergangen?‘ Das ist oft eine sehr verlässliche Quelle.“
Preis: Die meisten Freizeiten sind günstiger als von gewerblichen Anbietern

Kinder- und Jugendreisen: Tipps für Eltern

Wenn Sie überlegen, Ihr Kind für eine Kinder- oder Jugendreise anzumelden, dann haben wir hier Antworten, Tipps und eine Checkliste für Sie, anhand derer Sie sich bei der Auswahl des passenden Angebots orientieren können.

Ab wann können/wollen Kinder allein verreisen?

In der Grundschulzeit sind Schulfahrten, Verwandtenbesuch und Gruppenfahrten die besten Reise-„Biotope“. Aber der Wunsch nach der ersten Jugendreise kann früher kommen, als viele Eltern denken: Bereits mit zwölf Jahren ist bei Mädchen ein Gleichstand erreicht zwischen denen, die lieber noch mit der Familie in Urlaub fahren, und denen, die schon lieber mit gleichaltrigen Freunden unterwegs sind. Bei Jungs ist die Schwelle mit 13 Jahren erreicht. Dies geht aus einer Untersuchung im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Da beschränkt sich die Aufgabe der Eltern zunehmend darauf, einen bewährten, vertrauensvollen Veranstalter zu finden.

Wo findet man Anbieter für Kinder- und Jugendreisen?

Tatsächlich gibt es Unmengen organisierter Fahrten, Camps und Clubs, sogar eine Jugendinsel namens „Youth Island“ vor der Küste Kroatiens, garantiert ohne Erwachsene. „Größere Kinder und Jugendliche finden interessante Angebote vor allem im Internet“, sagt der Jugendreise-Spezialist Jens Kosmale – sowohl Veranstalter wie auch Heerscharen neuer und erfahrener Reiseteilnehmer tummeln sich im Web. Das Bundesforum informiert umfassend über Qualitätssicherung und Zertifizierungen.

Checkliste für Kinder- und Jugendreisen

Das Bundeforum stellt auch eine Checkliste für Kinder- und Jugendreisen zur Verfügung, anhand derer sich Eltern von der Qualität eines Angebotes überzeugen können:
Darstellung des Angebotes: Ist das Angebot aussagekräftig und übersichtlich? Sind alle Nebenkosten aufgezählt?
Erreichbarkeit: Gibt es eine Beratungs- oder Informationshotline? Gibt es feste Zeiten, an denen ich immer jemanden erreichen kann?
Buchung: Wie groß ist der Aufwand zum Buchen? Erhalten Sie eine sofortige Bestätigung?
Informationsmaterial: Wird Ihnen nach der Buchung eine weitere Beratung angeboten?
Anreise und Beförderung: Gibt es einen Mitarbeiter, der die Anreise betreut? Wie erfolgt der Transport?
Unterkunft: Wie groß sind die Mehrbettzimmer? Sind Räume zum zurückziehen vorhanden?
Verpflegung: Können Wünsche/Allergien bei den Mahlzeiten berücksichtigt werden?
Betreuung: Haben die Betreuer genügend Erfahrungen und eine Ausbildung?
Taschengeld und Wertsachenverwahrung: Können Wertgegenstände sicher verwahrt werden?
Programm: Gibt es ein Programm? Gibt es Möglichkeiten das Programm mit zu bestimmen?
Abreise: Wie gestaltet der Veranstalter die Abreise?
Nacharbeit: Werden Treffen organisiert, um die Reise zu besprechen?

Drei goldene Regeln für Eltern mit Reise-Kindern

Neben den Qualitätskriterien des Resieangebots sollten Eltern auch auf folgende Punkte achten:
Nicht zu weit weg:
Wenn alle Stricke reißen, sollten die Eltern rasch am Urlaubsort sein können. 100 Kilometer sind für die Kinder im Grundschulalter genug.
Vertrauen: Diese Rückversicherung dem Kind auch klarmachen – es muss sich auf die Eltern auch in deren Abwesenheit verlassen können. Die Zweitklässlerin in die Jugendherberge geben und selbst übers Wochenende nach Mallorca fliegen – das sollte absolut tabu sein.
Heimweh-Vorbeugung: Heimweh ist der Feind von jeglichem Reisespaß. Der Psychologe Dr. Christopher Thurber und der Arzt Dr. Edward Walton, weltweit führende Heimweh-Fachleute, geben wissenschaftlich gesicherte Ratschläge: „Heimweh ist normal“, erläutert Thurber, „jeder, der in eine fremde Umgebung kommt, hat es in einem gewissen Maß.“ Sein wichtigster Vorbeuge-Tipp für Eltern: „Sagen Sie nie Dinge mit negativem Beiklang wie z.B.: ,Ich hoffe so sehr, dass es dir gut gehen wird!‘“

Nützliche Links

www.bahn.de: Betreuung für Kinder gibt es zum Beispiel in den Sommerferien samstags und sonntags auf ausgewählten Strecken.
www.bundesforum.de: Dachverband von Reiseveranstaltern, mit Informationen über Qualitätskriterien, zertifizierte Veranstalter und Unterkünfte
• www.djh-reisen.de: Deutsches Jugendherbergswerk (DJH), hier gibt es die Möglichkeit, verschiede Angebote nach Themen zu suchen.
www.go-jugendreisen.de: Jugendreise-Spezialist mit sehr umfassendem Katalog
www.lufthansa.de: Hier finden Sie alles Wissenswerte über beispielhafte Betreuung an Bord.
• www.ruf.de: Kinder- und Jugendreise-Spezialist, sehr vielfältiges Angebot, viele Themenreisen von „TKKG“ bis „Was ist Was“
www.solegro.de Online-Reiseportal für (betreute) Jugendreisen
www.stern-tours.de: Reiseanbieter mit Jugendreisen im Programm
www.kiju-reisen.de: betreute Kinder- und Jugendreisen

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