Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
Kinderfahrradsitz im Test: Testsieger bei Stiftung Warentest

Rat fürs Rad

Kinderfahrradsitz im Test: Testsieger bei Stiftung Warentest

Ein Kinderfahrradsitz ermöglicht viel Flexibilität im Familienalltag. Einfach die Kleinen reinsetzen und ab geht die Fahrt – und das am besten in einer sicheren Version. Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 03/2018 Fahrradsitze für Kinder getestet. Neun Sitze schneiden mit "gut" ab, während unter anderem zwei beliebte Modelle nur die Note "mangelhaft" erhielten.

Ab etwa neun Monaten können die meisten Babys sitzen und sind somit bereit für kleine und große Abenteuer im Fahrrad. Noch schnell zum Supermarkt fahren, eine spontane Runde Schaukeln auf dem Spielplatz oder der Weg zur Kita – mit Fahrrad ist das Unabhängigkeitsgefühl wieder da. Kein Auto-Stau und keine Ubahn-Verspätung stehen (mehr) im Weg. Und im Gegensatz zu einem Fahrradanhänger ist mit einem Sitz auch kein Abstellproblem in Sicht.

Kinderfahrradsitz Test: So wurde getestet

Stiftung Warentest hat für seinen Kinderfahrradsitz-Test 17 Sitze unter die Lupe genommen, davon fünf zur Montage vor dem Fahrer für Kinder bis 15 kg und zwölf zur Montage am Sitzrohr hinter dem Fahrer für Kinder bis 22 kg. Die getesteten Modelle wurden in den Kategorien Fahren (25 %), Eignung für das Kind (20 %), Handhabung (20 %), Sicherheit (20 %), Haltbarkeit (10 %) und Schadstoffe (5 %) überprüft.

Die Testergebnisse im Überblick

Von den im aktuellen Test 03/2018 geprüften 17 Kinderfahrradsitzen schnitten neun mit dem Urteil “gut” ab, demnach lässt es sich mit jedem zweiten Modell sicher, robust und ordentlich fahren. Vier erzielten eine Bewertung von “mangelhaft”, unter anderem weil sie ein Sicherheitsrisiko darstellen oder Schadstoffe entdeckt wurden.

Die Testsieger: Stiftung Warentest zeigt, dass gute Qualität schon ab 60 € beginnt

Bei den Modellen vor dem Fahrer teilen sich drei Hersteller das Siegertreppchen. Auf Platz 1 mit der Note 2,1 landet der Thule Yepp Nexxt Mini für 99 €*. Dicht gefolgt mit der Note 2,2, schnitten Hamax Observer für 90 €* und OK Baby Orion für 65 €* ab. Hinterm Fahrer reisen kleine Passagiere am besten in Hamax Caress C2 für 150 €* und Thule Yepp Maxi für 119 €*. Beide Modelle bekamen die Note 2,2.

Die Kinderfahrradsitz-Testsieger im Detail

Thule Yepp Nexxt Mini

Thule-Yepp-Test

Der Thule Yepp Nexxt Mini wiegt 1,6 kg, besitzt eine integrierte Diebstahlsicherung und ist bis 15 kg belastbar. Mittels einer Schnellspannhalterung wird der Front-Fahrradsitz an der Lenkerstange befestigt. Funktionen: gepolsterter 5-Punkt-Gurt mit kindersicherem Magnet-Sicherheitsgurtschloss, gepolsterter, stoßabsorbierender Sitz, verstellbare Fußrasten und Fußschlaufen, Handauflage.

Preis: Der Thule Yepp Nexxt Mini ist über babywalz für 85 € erhältlich* statt wie von Stiftung Warentest für 99 €.

Hamax Observer

hamax-Observer-Test

Der Hamax Observer ist ebenfalls bis 15 kg belastbar und wird vorne am Fahrrad durch eine Montagehalterung am Gabelschaft befestigt. Sein Eigengewicht beträgt 1,8 kg. Der Clou ist hier der Windschutz, der die Kleinen beim Fahrradfahren vor stürmischen Winden, Regentropfen und Insekten schützt. Die Funktionen im Überblick: gepolsterter Sitz, 3-Punkt-Gurtsystem, Fußstütze einhändig verstellbar, Armlehnen, Windschutz.

Preis: Der Hamax Observer ist über babywalz für 68 Euro erhältlich* statt wie bei Stiftung Warentest für 90 €.

Hamax Caress C2

Hamax-Caress-Test

Hinten am Fahrrad können die Sitze schon einiges mehr aushalten. Im Hamax Caress können Kinder bis 22 kg sitzen, während das Eigengewicht vom Modell 4,6 kg beträgt. Die abschließbare Halterung bietet Schutz vor Dieben und der gepolsterte Sitz lässt sich von der Neigung in eine Schlafposition bringen, falls am Spielplatz doch zu viel getobt wurde. Weitere Funktionen: 3-Punkt-Gurtsystem mit Schulterpolstern, verstellbares, höhenanpassbares Rückenlehnensystem, Fußstütze einhändig verstellbar, Rückenlehne mit Reflektor, Helmaussparung.

Preis:  Der Hamax Caress C2 ist über babywalz für 99 € erhältlich* anstatt wie bei Stiftung Warentest für 150 €.

Thule Yepp Maxi 

Thule-Yepp-MAxi-Test

Auch Thule bietet mit seinem Yepp Maxi ein Allroundtalent an. Belastbar bis 22 kg, selber 4,6 kg "leicht", erfreut er große und kleine Kinder bei der Entdeckungsreise. Die Montage erfolgt am Rahmen des Fahrrads. Folgende Funktionen bringt dieser Fahrradsitz mit sich: gepolsterter 5-Punkt-Gurt mit kindersicherem Sicherheitsgurtschloss, stoßabsorbierender Sitz, verstellbare Fußrasten und Fußschlaufen, integrierter Reflektor, wasserabweisende Materialien.

Preis: Der Thule Yepp Maxi ist über babywalz für 107 € erhältlich* statt wie bei Stiftung Warentest für 119 €.

Überraschung beim Kinderfahrradsitz Test: Dauerbrenner fallen durch

Die beliebten Modelle "Jockey Comfort" und "Jockey Relax" von Britax Römer sind die Verlierer des Tests. Die Verschlüsse der Sitze lassen sich zu leicht öffnen, was ein  Sicherheitsrisiko für die Fahrt mit Kindern darstellt, gerade weil sie hinten sitzen und nicht im Blickwinkel der Eltern sind. Um die Sicherheit zu garantieren, verlangt die Prüfnorm, dass die Anschnallgurte entweder mit zwei separaten Handbewegungen geöffnet werden müssen oder eine Kraft von mindestens 40 Newton aufgewendet werden muss. Bei den Gurten der beiden Britax Römer-Sitze genügen ein Handgriff und eine Kraft von etwa 20 Newton.

Auf Nachfrage der Stiftung Warentest legte Britax Römer ein Gutachten vor, dass die Sitze die Norm einhalten würden sowie einen Bericht, dass die Gurte bei den internen Tests gespannt waren. Stiftung Warentest führte noch einmal Tests mit gespannten Gurten durch – kam aber zu dem gleichen Ergebnis, dass sich die Verschlüsse zu leicht öffnen ließen. Laut Herstellerangaben ist dies allerdings kein Umtauschgrund.

Die beiden weiteren Fahrradsitze, die die Note "mangelhaft" bekommen haben, sind Bellelli Tiger Relax und Bobike Exclusive Mini. Im Polster und der Sitzschale des Bellelli Tiger Relax wurden poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe gefunden, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Beim Bobike Exclusive Mini brach die Fußstütze im Dauertest.

Den gesamten Test “Kinderfahrradsitze im Test” findet ihr in der Stiftung Warentest Ausgabe 03/2018. Den Test könnt ihr in Kombination mit den Ergebnissen der anderen Kinderfahrradsitze im Test (insgesamt 17 Produkte) für 1,50 € online herunterladen.

Yao Fordemann
Das sagtYao Fordemann:

Mein Fazit

Ich will den Kinderfahrradsitz wirklich nicht mehr missen. Sowohl für meine Tochter nicht, als auch als "Kofferraum" nicht, denn im Sitz transportiere ich meinen Einkauf, wenn die Kleine in der Kita ist. Welches Modell ich habe? Sogar den Testverlierer von Britax, gebraucht gekauft. Jedes Kind ist unterschiedlich und meiner Tochter habe ich deutlich erklärt, dass sie die Gurte nicht öffnen darf, wenn wir fahren. Bisher gab es keinen gefährlichen Zwischenfall. Mein persönlicher Tipp: Durch das Zusatzgewicht des Kindes sind viele Fahrradständer überlastet, deshalb habe ich für mehr Sicherheit einen Doppelständer einbauen lassen. Und ebenfalls einen Fahrradkorb am Lenkrad für meinen Rucksack, denn am Rücken kommt er meiner Tochter in die Quere.

Bildquelle: Stiftung Warentest, Nkarol/iStock, Getty Images Plus

Galerien

Lies auch

Teste dich