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Veganes Leder: Diese 3 Varianten sind tierlieb und umweltschonend

Veganes Leder: Diese 3 Varianten sind tierlieb und umweltschonend

Ananas als Leder?

Wer nicht möchte, dass Tiere und die Umwelt für unsere Mode leiden, muss nicht zwingend auf Leder verzichten. Veganes Leder aus Pflanzen oder Früchten kann eine echte Alternative sein. Wir stellen euch drei unglaubliche Materialien vor.

Warum veganes Leder?

Es gibt viele Gründe, die gegen echtes Leder sprechen. Das Hauptargument ist hier für die meisten wohl das Tierwohl. Leder besteht aus chemisch behandelter Tierhaut. Weit verbreitet ist die Annahme, dass diese Tierhäute nur ein Abfallprodukt der Fleischindustrie seien und somit nur das verwertet wird, was sonst entsorgt werden würde. Ein echtes Naturprodukt. Diese Annahme ist aber nicht richtig.

Ein Großteil unseres Leders wird aus Ländern wie Indien, Vietnam oder Bangladesch und China unter katastrophalen Umständen produziert, sowohl für die Menschen als auch die Tiere. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu tief in die grausamen Details gehen, wer mehr wissen möchte, kann sich die ZDF-Doku 37° mit dem Titel "Gift auf unserer Haut" ansehen. Dort sehen wir, wie Tiere tagelang teils ohne Wasser und Futter und unter Gewalt zu Rindermärkten in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gebracht werden. Die abgemagerten, verletzten Tiere werden ohne Betäubung geschlachtet, manche leben sogar noch, wenn mit der Häutung angefangen wird.

Aber nicht nur die Tiere leiden für die Lederproduktion, sondern auch Menschen und unsere Umwelt: Das liegt vor allem daran, dass hochgiftige Stoffe eingesetzt werden, um die Tierhaut haltbar zu machen. Woher das Leder, das für euren Gürtel, eure Schuhe oder eure Couch verwendet wurde, kommt, lässt sich in der Regel nicht nachvollziehen. Ein Aufdruck mit "made in" gibt lediglich Auskunft, in welchem Land das Endprodukt gefertigt wurde. Woher das Leder stammt, wird in der Regel nicht angegeben.

Ist Kunstleder eine Alternative?

Kunstleder enthält zum Großteil Kunststoffe, die aus Erdöl hergestellt werden. Zwar kommt bei der Produktion von Kunstleder kein Tier zu Schaden, allerdings sind Schuhe, Taschen und Co. aus Kunstleder eine große Belastung für unsere Umwelt, da dieses Material extrem lange braucht, um auf natürliche Weise abgebaut zu werden. Eine deutlich bessere Alternative zu tierischem Leder ist veganes Leder, das es in vielen verschiedenen Varianten gibt.

Was ist veganes Leder?

Veganes Leder ist eine tierfreundliche und umweltschonende Alternative. Es wird aus verschiedenen Naturmaterialien hergestellt, beispielsweise aus Hanf, aus Früchten oder Pilzen. Wir wollen euch hier drei Varianten vorstellen, es gibt aber noch deutlich mehr vegane Leder-Alternativen.

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Veganes Leder: 3 Varianten

Ananas-Leder

Ananasleder, das auch Piñatex bezeichnet wird, ist eine Alternative zu tierischem Leder. Es wird aus den Fasern der Ananasblätter gewonnen und ist dadurch extrem robust und preiswert in der Produktion.

Piñatex wurde vom Hersteller Ananas Anam erfunden, die Firma ist mittlerweile so erfolgreich, das sie mit großen Modekonzernen wie H&M oder Nike zusammenarbeiten.

Snap-Pap

Snap-Pap ist eine Art waschbares Papier, das optisch an Leder erinnert. Es besteht aus Zellulose und Latex, wodurch das Material sehr robust und vielseitig einsetzbar ist. Snap-Pap kann sowohl zum Nähen genutzt werden, genauso aber auch bemalt oder geprägt werden. Ein weiterer Vorzug dieses Materials: Es lässt sich problemlos in der Waschmaschine waschen.

SnapPap braun 50x75 cm waschbares Papier
SnapPap braun 50x75 cm waschbares Papier
Buch "SnapPap kreativ: Ideen aus veganem Leder"
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Pilzleder

Nicht so bekannt wie Ananas- oder Papierleder aber mindestens genauso genial ist Pilzleder, auf das sich das Berliner Unternehmen Zvnder spezialisiert hat. Zvnder wurde 2017 gegründet und basiert auf der weiterentwickelten Masterarbeit von Designerin Nina Fabert an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, die sich mit der Verarbeitung von Zunderschwämmen beschäftigte. Der Zunderschwamm ist ein Baumpilz und genau aus dem stellt das Unternehmen mittlerweile Accessoires wie Geldbörsen, Kappen oder Uhren her. Neben Zunderschwamm-Leder arbeitet das Unternehmen auch an weiteren Pilzleder-Materialien.

Übrigens, in diesem Artikel verraten wir euch, wie man Leder richtig reinigt, sodass es lange geschmeidig bleibt.

Ihr wollt noch mehr für eure Umwelt tun? Im Video findet ihr fünf einfache Tipps für euren Familienalltag:

Quellen: Albert Schweitzer Stiftung, GEO, Leder Fritz, Ananas Anam, Snaply, Zvnder

Eine Entwicklung, die Hoffnung macht

Für mich war Leder auch immer ein Naturprodukt. Kein gutes, weil es immerhin aus der Haut von Lebewesen hergestellt wird, aber ein natürliches, das im Gegensatz zu Kunstleder wenigstens biologisch abbaubar ist. Wie schmutzig die Lederindustrie ist, dass eben nicht die "Reste" aus der Fleischproduktion verwendet werden und wie schädlich ein Großteil unseres Leders auch für unsere Umwelt und unsere Gesundheit sein können, hat mir erst die 37°-Doku vor Augen geführt. Umso schöner und wichtiger, dass es moderne Unternehmen gibt, die Leder aus Ananas oder Pilzen entwickeln. In Zukunft werden sicher noch viele weitere Leder-Alternativen den Markt erobern. Eine Entwicklung, die Hoffnung macht.

Bildquelle: Getty Images/perfectlab

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