Rauchmelder Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Rauchmelder

Gut gewarnt

Rauchmelder Test: Stiftung Warentest empfiehlt diese Rauchmelder

Da Rauchmelder im Ernstfall wahre Lebensretter sein können, sind sie seit einigen Jahren Pflicht in Deutschland. Stiftung Warentest hat einige Modelle getestet: Die meisten Modelle schneiden gut oder befriedigend ab, zwei fallen durch. 

Rauchmelder können Leben retten. Denn vor allem nachts, wenn nicht nur unsere Augen, sondern auch unser Geruchssinn ruht, bemerkt man meist erst zu spät, dass sich ein Feuer in den eigenen vier Wänden ausbreitet. In den letzten 20 Jahren ist laut Statistischem Bundesamt die Zahl der Toten durch Rauch, Feuer und Flammen deutlich gesunken. Das ist nicht zuletzt der Rauchmelderpflicht zu verdanken, die seit einigen Jahren für den privaten Wohnraum gilt. In allen Bundesländern müssen in jedem Schlafzimmer, Kinderzimmer und allen Fluren, die als Fluchtwege aus einem Aufenthaltsraum dienen, Rauchmelder angebracht werden. Gerade bei solch lebensrettenden Geräten ist die Frage nach der Qualität entscheidend. Daher hat Stiftung Warentest diese gründlich getestet.

So hat Stiftung Warentest die Rauchmelder getestet

Stiftung Warentest hat für den Rauchmelder Test 2018 17 Modelle mit Langzeitbatterien, darunter Standardmodelle, funkvernetzbare Melder sowie Geräte für Smart Home näher unter die Lupe genommen. Überprüft wurde dabei die Zuverlässigkeit des Alarms (50 %), die Lautstärke des Alarms (15 %), die Handhabung (25 %), die Robustheit (5 %) und die Richtigkeit der Beschriftungen und Anleitung (5 %). Bei den Smart Home Geräten wurden außerdem die dazugehörigen Apps untersucht. Gekauft wurden die Rauchmelder zwischen September und November 2017. 

Rauchmelder Test: Die Testergebnisse im Überblick

Sechs der insgesamt 17 Rauchmelder schnitten bei Stiftung Warentest mit “gut” (2,2 bis 2,4) ab, neun erhielten immerhin die Gesamtwertung “befriedigend” (2,6 bis 3,1). Sie alle zeigten sich beim Alarm als verlässlich. Zwei Geräte, ein funkvernetzbares Gerät und eines aus der Kategorie “Smart Home” erhielten ein “mangelhaft” und fielen somit im Test durch, da sie sich als unzuverlässig erwiesen.

Der Testsieger: Mehrere erste Plätze, auch Smart Home-Rauchmelder zeigt sich verlässlich

Insgesamt teilen sich mehrere der getesteten Rauchmelder den ersten Platz:

Der Rauchmelder GRWM30600 von Abus, erhältlich über Amazon für ca. 28 €*, schnitt mit der Note “gut” (2,2) ab und erlangte in allen fünf Testbereichen ausschließlich die Note “gut”, für seine Robustheit gab es sogar ein “sehr gut”. Er gehört zu den Minimeldern, ist also besonders klein und unauffällig.

Das Gerät RM L 3100 der Marke Brennstuhl, erhältlich über Amazon für ca. 20 €*, erhielt ebenfalls die Gesamtwertung 2,2 und überzeugte in fast allen Testbereichen mit einem “gut”, für die Lautstärke gab es immerhin ein “befriedigend”, dafür vergab Stiftung Warentest für seine Robustheit ein “sehr gut”.

Ebenfalls auf den ersten Platz schafften es der Melder Professional Line der Marke Busch-Jaeger, sowie das Gerät Ei Electronics Ei6503, beide mit der Gesamtwertung 2,2.

Auch mit “gut” (2,2) schnitt der Ei Electronics Ei650W mit Funkmodul, erhältlich über Amazon für ca. 27 €*, ab. Er gehört zu den funkvernetzbaren Rauchmeldern: Hier sind alle Rauchmelder in der Wohnung miteinander verknüpften und lösen im Brandfall gemeinsam Alarm aus. 

Unter den Smart Home Geräten zeigte sich der Homematic IP Rauchmelder, ebenfalls erhältlich über Amazon für ca. 60 €*, als äußerst zuverlässig und erhielt die Gesamtnote 2,4. Smart Home bedeutet, dass die Rauchmelder beispielsweise mit dem Smartphone verknüpft sind und an dieses bei Feuer eine Warnung schicken. So erfährt man vom Brand auch, wenn man selbst nicht zuhause ist. Der Rauchmelder eignet sich vor allem für Haushalte, in denen sowieso schon Smart Home Elemente eingesetzt werden. 

Die vier Testsieger des Rauchmelder Tests im Detail

Quelle: Anazon

Der Mini-Rauchmelder GRWM30600 von Abus

Sowohl bei der Zuverlässigkeit und Lautstärke des Alarms, als auch der Handhabung und der Deklaration überzeugte der Minimelder der Marke Abus bei Stiftung Warentest: In all diesen Bereichen erhielt das Gerät die Note “gut”. Für seine Robustheit erhielt das Gerät sogar ein “sehr gut”. Seine fest verbaute 3V Lithium-Batterie hält bis zu zehn Jahre lang, bei schwacher Batterie gibt das Gerät Warnsignale ab. Mit einer Alarmlautstärke 85 dB ist er sehr sicher. 

Preis: Der Minimelder GRWM30600 von Abus, ist erhältlich über Amazon für ca. 24 €*.

Brennstuhl Rauchmelder
Quelle: Amazon

Rauchmelder RM L 3100 der Marke Brennstuhl

Ebenfalls die Gesamtnote “gut” (2,2) erhielt dieser Melder der Marke Brennstuhl. Einzig für die Lautstärke gab es hier ein “befriedigend” (2,7), wenngleich der Hersteller hier ebenfalls 85 dB angibt. Die Montage und Inbetriebnahme soll hier laut Stiftung Warentest etwas simpler sein als beim Minimelder von Abus. Auch dieser Rauchmelder kommt mit einer fest eingebauter Langzeitbatterie daher – etwa zehn Jahre soll die 3V Lithium-Batterie halten. Mit einem Preis von knapp 20 € inkl. praktischer Magnethalterung ist das Modell am preiswertesten.

Preis: Der Brennstuhl Rauchmelder RM L 3100 ist mit Magnethalterung über Amazon für ca. 20 €* erhältlich und gehört zu den günstigsten Modellen.

Rauchmelder Ei Electronics
Quelle: Amazon

Ei Electronics Rauchmelder Ei650W mit Funkmodul

Unter den funkvernetzbaren Rauchmeldern schnitt das Modell Ei650W der Marke Ei Electronics am besten ab (2,2). Funkvernetzbare Geräte zeichnen sich dadurch aus, dass alle Geräte im Haushalt per Funk miteinander vernetzt sind. Erkennt beispielsweise das Gerät im Flur Rauch, schlägt nicht nur dieses Alarm, auch die Geräte in Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer und Küche fangen parallel an zu piepen. Solche Geräte eignen sich besonders für größere Wohnungen oder Häuser. Auch dieses Gerät verfügt über die typische fest eingebaute zehn-Jahre-Lithiumbatterie. 

Preis: Der Ei Electronics Rauchmelder Ei650W mit Funkmodul ist über Amazon für ca. 27 € erhältlich*.

Rauchmelder Smart Home
Quelle: Amazon

Smart Home Homematic IP Rauchmelder

Der Homematic IP Rauchmelder gehört zu den Smart Home Rauchmeldern und schnitt insgesamt mit “gut” (2,4) ab. Er eignet sich für allem für Haushalte, die Smart Home schon eingerichtet haben, bzw. es auch für andere Bereiche des Haushalts einrichten möchten. So können alle Rauchmeldegeräte über eine Smart Home-Zentrale mit anderen Geräten verbunden werden, zum Beispiel mit dem Smartphone, Tablet oder einer intelligenten Beleuchtung. Brennt es, wird so ein Alarm im Smartphone ausgelöst oder es schaltet sich automatisch das Licht an. Das Datensendeverhalten der zugehörigen, kostenlosen App wurde von Stiftung Warentest beim Homeatic IP als unkritisch eingestuft. Dadurch, dass die Einrichtung solcher Smart Home Geräte recht komplex ist, gab es für die Handhabung nur die Note “befriedigend”, auch für die Anleitung und Beschriftungen gab es diese Note. Die fest eingebaute Batterie mit ca. 10 Jahren Lebensdauer entspricht auch hier der Norm für Rauchmelder.

Preis: Der Homematic IP Rauchmelder ist mit einem Preis von ca. 60 € (Amazon)* mit Abstand am teuersten. 

Die Verlierer: Schlechte Anleitungen und mangelhafte Raucherkennung sorgen für schlechte Noten

Zwei Geräte, ein funkvernetzbares Gerät und eines aus der Kategorie “Smart Home” fielen im Test durch und erhielten ein “mangelhaft”. Der funkvernetzbare Rauchmelder mit Fernbedienung schlug selbst bei dichtem Rauch gar nicht oder viel zu spät an. Beim mangelhaften Smart Home Rauchmelder kritisierte Stiftung Warentest, dass das Gerät nach dem Aktivieren einen permanenten, batteriezehrenden Suchvorgang startet, um sich mit der Smart Home-Zentrale zu koppeln. Funktioniert die Kopplung nicht, ent-

laden sich die Batterien schon nach kurzer Zeit. Beim Test der Stiftung waren die Batterien dann so schwach, dass die Alarmfunktion nicht bewertet werden konnte. In der Gebrauchsanleitung weist der Anbieter jedoch nicht darauf hin, dass die Rauchmelder nur funktioniert, wenn er mit einer Smart Home-Zentrale gekoppelt ist.

Ein weiterer Kritikpunkt bei vielen Rauchmeldern: Bei manchen Geräten wird ein Wochencheck erwartet. Hier muss wöchentlich (bei manchen Geräten monatlich) an einem Knopf überprüft werden, ob das Gerät noch funktioniert. Bessere Geräte erfordern diesen Test nur einmal im Jahr, beispielsweise die beiden testsieger von Abus und Brennstuhl. Beim gut getesteten funkvernetzbaren Modell von Ei Electronics wird leider auch der wöchentliche Check verlangt.

Familie.de-Kaufberatung für Rauchmelder

Dass Rauchmelder in Deutschland Pflicht sind, ist gut. Schließlich gibt es viele simple Auslöser für ein Feuer in den eigenen vier Wänden: überlastete Mehrfachsteckdosen, alte elektrische Geräte, eine falsch platzierte Kerze, Rauchen in der Wohnung oder der vergessene Kuchen im Ofen. Natürlich kann man einige dieser Dinge vermeiden und sich so vor einem Brand schützen – trotzdem ist menschliches Versagen (auch das der Nachbarn) nicht gänzlich zu vermeiden. Mit Rauchmeldern werdet ihr rechtzeitig gewarnt und könnt eure Familie so vor Brandfolgen schützen. 

 

Egal, für welches gut getestete Gerät ihr euch entschieden habt: Es ist wichtig, Rauchmelder zu pflegen. Sind die Geräte beispielsweise verstaubt, erkennen sie Rauch möglicherweise erst später. Die folgenden Tipps helfen euch, eure Rauchmelder instand zu halten:

  • Regelmäßig testen: Rauchmelder besitzen eine Prüftaste. Wo genau steht in der jeweiligen Anleitung. Betätigt sie (wenn in der Anleitung nicht anders gefordert) zumindest einmal im Jahr.
  • Sauber halten: Verstauben eure Rauchmelder stark, kann die Funk­tion beein­trächtigt werden. Daher ab und an staubwischen.
  • Geräte austauschen: Nach spätestens zehn Jahren solltet ihr eure Rauchmelder wechseln.
  • Seid gewappnet: Informiert euch, wie ihr im Brandfall reagieren solltet. Beispielsweise beim Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe e. V.

 

 

 

Quelle: Stiftung Warentest

Bildquelle: Getty Images/Naypong

Lies auch