Babys brauchen Musik

Musik macht Babys glücklich. Klänge, Töne und Rhythmen fördern ihre Entwicklung. So holen Eltern mehr Musik ins Leben ihrer Babys.


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Babys brauchen Musik

"Schon im Mutterleib erleben wir alle Elemente der Musik: Rhythmik, Dynamik, Klang, Melodie und Form. Das prägt uns lebenslang." (Prof. Hans-Helmut Decker-Voigt)


© Thinkstock
Experten sagen, dass Musik eine universelle Weltsprache ist, die Babys gleich von Geburt an verstehen, lange bevor sie ihre Muttersprache zu sprechen lernen. „Lieder und Bewegungsspiele sind eine hervorragende Hilfe, mit dem eigenen Kind eine glückliche Einheit zu werden oder zu bleiben“, meint die Leipziger Musikpädagogin Evemarie Müller, die Musikgarten-Babykurse leitet und Musikgarten-Lehrerinnen ausbildet.

Ihre Erfahrung: „Jede Mutter, die singt, signalisiert ihrem Baby ,Ich bin so glücklich mit dir‘ – und dieses Glücksgefühl überträgt sich sofort auf das Kind.“ So schwingen beide innerlich im Gleichklang, und selbst Babys fangen schon an, sich im Takt zu bewegen – ein goldiger Anblick und ein wonniges Gefühl, das Mütter wie Babys entspannt und froh macht.

Babys lieben auch die schrägen Töne der Musik


Musik verbindet, hebt die Laune und schafft eine traute Atmosphäre, das kann jeder Mensch spüren und das funktioniert weit über den Familienkreis hinaus. Ob in der Krabbelgruppe, in der Kita, in der Schule oder in der Kirche – gemeinsam zu singen und vielleicht auch zu tanzen verknüpft die Herzen der Menschen auf direkte Art. In kleinen Gruppen mit anderen Eltern und Babys lernen Mamas und Papas heute wieder die schönen, alten Reiter-, Schaukel- und Wiegenlieder aus Großmutters Zeiten. Etwas gehemmten Neueinsteigern, die behaupten „Ich kann nicht singen“, macht Evemarie Müller Mut: „Traut euch! Euer Baby verteilt keine schlechten Zensuren für schräge Töne, sondern genießt eure Lieder in vollen Zügen!“

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Babys haben ein Gespür für Musik und reagieren auf hohe Töne. Musik schult schon in diesem Alter Rhythmusgefühl und Motorik.


Musik begleitet Babys idealerweise durch den Alltag

Dass Babys Musik so genießen, liegt übrigens an ihren vorgeburtlichen Erfahrungen. Monatelang hat der Herzschlag der Mutter ihr Leben bestimmt. 26 bis 28 Millionen Mal haben sie diese Rhythmus-Figur gehört und wurden dazu im Einklang mit den Bewegungen der Mutter geschaukelt und gewiegt. Ab der 17. SSW (Schwangerschaftswoche) hörten die Babys dazu die Stimme der Mutter sprechen – oder sogar singen. „An diese wunderschöne, sorglose Zeit versuchen wir mit den Babymusikkursen anzuknüpfen“, sagt Evemarie Müller. Idealerweise nehmen die Eltern einen bunten Strauß an musikalischen Anregungen mit nach Hause, mit denen sie den gesamten Alltag zum Klingen und Swingen bringen – vom Aufwachen über das Wickeln, Spielen, Spazierengehen und Baden bis zum Schlafengehen. Auch auf langen Reisen beispielsweise in Form von Autospielen. 
Babys lieben die Musik der Eltern
Bei der Musikauswahl gebe es kein richtig oder falsch, betont Evemarie Müller: „Alles was die Eltern gern singen oder hören, mag auch das Kind“. Nach und nach können Babys beim Musizieren mit Mama und Papa ihre eigene Stimme und ihren Körper entdecken und mitmachen. Sobald Babys greifen können, können Eltern einfache Instrumente wie Klanghölzer, Rasseln und Trommeln ins Spiel einbeziehen. 
Musik fördert die Entwicklung von Babys
Forscher bestätigen immer wieder den positiven Einfluss des Musizierens auf die körperliche und geistige Entwicklung von Babys. Schon 30 Minuten von Mozarts „Kleine Nachtmusik“ oder Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ entspannt zu früh geborene Babys merklich und lässt sie schneller wachsen und an Gewicht zunehmen, fanden Forscher an der israelischen Universität Tel Aviv heraus. Allerdings passierte das nur, wenn die Frühchen gleichzeitig Körperkontakt hatten. Andere Studien belegten: Kinder, die mit Musik aufwachsen, lernen schneller laufen, können früher sprechen und lösen später in der Schule fehlerfreier mathematische Gleichungen. „Das sind schöne Nebeneffekte eines Lebens mit Musik“, urteilt Evemarie Müller. Aber sie dürften Eltern nicht zu falschem Ehrgeiz verleiten. „Wer sein Kleinkind deshalb ans Klavier zwingt, tut ihm keinen Gefallen.“

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Babys sollten in allen Einrichtungen Musik erfahren

Einen großen Gefallen tun Eltern ihren Kindern jedoch, wenn sie darauf achten, dass ihr Nachwuchs auch in der Krippe, Kita und später in der Schule viel Musik erleben kann. Qualitativ hochwertige Angebote sind dabei leider nicht überall garantiert. Mehr als 60 Prozent der Erzieherinnen in Kindergärten fühlen sich im Bereich musikalische Bildung, insbesondere bei der Arbeit mit unter Dreijährigen, nicht gut ausgebildet, ergab eine Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gleichzeitig gibt es immer mehr Einrichtungen mit exzellenter elementarer Musikpädagogik.
Babys lieben Musik querbeet
Es lohnt sich also, wenn Eltern genau nachfragen, bevor sie eine Wahl treffen. „Gute Konzepte zeichnen sich immer dadurch aus, dass sie ganz breit gefächert sind“, erklärt dazu die Musikpädagogin Elena Marx: Da wird gelauscht, getönt, gesungen, getanzt und mit Klängen, Geräuschen und einfachen Instrumenten experimentiert – querbeet durch alle Musikstile von Pop bis Folklore und Rock, von Klassik bis Rap und Raggae.

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