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Soziale Kompetenzen sind wichtiger für späteren Erfolg als akademische Fähigkeiten

Miteinander lernen

Soziale Kompetenzen sind wichtiger für späteren Erfolg als akademische Fähigkeiten

Ist es euch wichtig, dass eure Kinder früh lesen, schreiben und rechnen lernen? Laut einer Studie sind solche frühen Fähigkeiten gar nicht so ausschlaggebend für den späteren akademischen Erfolg im Leben. Sondern es sind die sozialen Fähigkeiten im Miteinander, die das Kind vor allem in der Kindergartenzeit lernt.

Kinder müssen lernen, miteinander zu agieren

Einige Eltern freuen sich besonders doll, wenn das Kind schon früh hervorragende sprachliche Fähigkeiten zeigt, zeitig anfängt zu lesen und zu schreiben oder auch Interesse an Zahlen hat. Das ist natürlich auch gut, doch das heißt nicht, dass solche Kinder im späteren Leben akademisch und beruflich erfolgreicher werden. Weitaus wichtiger seien laut einer Studie aus dem Jahr 2015 die sozialen Kompetenzen, die schon im Kindergarten Alter gefestigt werden.

Gefühle - So geht es mir!

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Das heißt, jene Kinder, die früh lernten, mit anderen Kindern gut auszukommen und zu interagieren zeigten häufiger ein größeres Wohlbefinden im Alter von 25 Jahren als Kinder mit geringer Sozialkompetenz. Diese schlossen auch häufiger die High School oder das College ab, obwohl sie nicht unbedingt die ersten waren, die Lesen und Schreiben konnten.

Eltern sollten also in den ersten Jahren nicht unbedingt erhöhten Wert darauf legen, dass die Kinder schon Dinge können, die man erst in der Schule lernt. Sondern viel wichtiger ist zunächst, den Umgang mit anderen Kindern zu üben, gemeinsam Probleme zu lösen, Konflikte zu bewältigen, miteinander zu spielen und zu teilen oder sich selbst zu behaupten.

Diese 5 Fähigkeiten sollte man bei Kindergartenkindern fördern

#1 Impulse kontrollieren

Kleinkindern fällt es oft noch schwer, ihre Impulse zu kontrollieren. Sie sind dazu in den ersten zwei Jahren noch nicht in der Lage bzw. ist ihr Gehirn noch nicht so weit entwickelt. Der präfrontale Kortex, der die Impulse steuert und dafür sorgt, dass wir nicht spontan in Tränen oder Wut ausbrechen, muss sich erst noch entwickeln. Doch man kann Kindern schrittweise ermutigen, Gefühlsausbrüche zu kontrollieren. Es gibt eine Reihe von Bewegungsspielen, bei denen Kinder üben können, still zu stehen oder zu warten. So lernen sie spielerisch, sich zu kontrollieren.

#2 Gefühle erkennen und äußern

Das Stichwort heißt Empathie. Ein 1 oder 2-jähriges Kind ist noch nicht in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen. Es muss zunächst erst einmal lernen und benennen können, was Wut, Traurigkeit oder Freude ist, ehe es das bei anderen erkennen kann. Dies ist eine der wichtigsten Eigenschaften im Umgang miteinander. Um anderen respektvoll zu begegnen, müssen Kinder verstehen, wie der andere sich fühlt.

Helfen können dabei Bücher, die ihr gemeinsam lest und wo das ganze Spektrum der Emotionen durchlebt wird. Anhand der Figuren, deren Gesichtsausdrücke können die Kinder erkenne, was Lachen oder Weinen ist und das irgendwann mit ihrem Gefühl verbinden. Schaut euch gemeinsam Kinderbücher an und beschreibt genau, wie die Kinder schauen oder sich verhalten, die ein bestimmtes Gefühl zeigen.

Das NEINhorn

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Bildkarten Gefühle. für Kindergarten und Grundschule (Bildkarten für Kindergarten, Schule und Gemeinde)

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#3 Probleme lösen

Wir Eltern (vor allem Rasenmähereltern) neigen dazu, vor allem kleinen Kindern Problemlösungskompetenz abzunehmen. Daher greifen wir lieber selbst ein, weil wir der Meinung sind, wir haben damit viel mehr Erfahrung und lösen das schneller. Doch dadurch verbauen wir dem Kind die Möglichkeit, etwas zu lernen. Es ist besser, erstmal abzuwarten und zu schauen, wie das Kind auf ein Hindernis reagiert, sei es im Spiel mit einem anderen Kind oder wenn es etwas ausprobiert.

Besser ist es, das Kind zu begleiten und es erst einmal selbst aktiv werden zu lassen, auch wenn es für unser Verständnis vielleicht "falsch" reagiert. Dann können wir immer noch eingreifen und erläutern, wie man es anders machen kann. Zudem ist es wichtig, Kinder nicht verbal auf einen Fehler hinzuweisen sondern zu zeigen, welche Alternative es gibt.

#4 Miteinander spielen

Auch mit anderen Kindern zu spielen will gelernt sein. Denn die machen nicht immer alles so, wie wir es gern hätten. Das muss ein Kind erstmal erleben und verstehen. Dann kann es damit umgehen. Daher sollte ein Kleinkind auch Zeit für freies Spielen mit anderen haben, ohne dass es dabei eine Anleitung gibt.

Trefft euch daher unbedingt regelmäßig mit anderen befreundeten Familien und ermutigt eure Kinder, mit anderen zu spielen. Also außerhalb eines Vereins mit Lehrerin oder Lehrer bzw. einem Erwachsenen, der alles anleitet und bestimmte Aufgaben stellt, wie es in einem Sportverein der Fall wäre. Dann können Kinder auch gemeinsam kreativ werden und ihre Fantasie entdecken.

Partyspiele für Kinder

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#5 Einander helfen

Damit man einem anderen helfen kann, muss man zunächst erkennen, dass er ein Problem hat bzw. Hilfe bräuchte. Das ist daher die Königsdisziplin. Kinder lernen dies am besten durch Beobachten und indem sie schon früh z.B. in einer Familie mit mehreren Kindern mithelfen. Sie decken den Esstisch mit oder räumen die Wäsche auf oder sie helfen die Windel für das kleine Geschwisterchen vorzubereiten.

An solchen Kleinigkeiten lernen Kinder, ihre Umwelt zu beobachten und zu erkennen, was sie selbst beitragen können. Irgendwann sehen sie, wie ihr Bruder oder eine Freundin mal ein Problem hat und werden von selbst aktiv und versuchen zu helfen.

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Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Meine Meinung

Es gibt ja geteilte Meinungen, ab wann ein Kind in den Kindergarten gehen sollte. Aufgrund solcher Studien bin ich jedoch dafür, dass das mit dem ersten Geburtstag passiert. Kinder, die viele Geschwister haben, lernen ja schon gezwungener Maßen früh, mit anderen auszukommen. Doch für Einzelkinder ist es ein Segen, in den Kindergarten zu gehen. Denn wie man sieht, sind soziale Kompetenzen eben sehr wichtig und die kann man als Eltern zu Hause ohne andere Kinder ja nur schwer vermitteln. Bei meiner Tochter hat es auf jeden Fall geholfen, dass sie sich langsam daran gewöhnt, mit anderen zu interagieren.

Bildquelle: Getty Images/Zabavna

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