Studie belegt: So lange müssen Sie stillen, um das Risiko für den Plötzlichen Kindstod um fast die Hälfte zu senken

Stillen hat viele positive Effekte auf die Gesundheit von Kindern. Forscher haben nun herausgefunden, dass schon zwei Monate Stillen das Risiko von Plötzlichem Kindstod um fast die Hälfte senken können.


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Stillen senkt Risiko von plötzlichem Kindstod

Stillen ist auf vielfache Weise gut für Kinder.


© iStock
Das Schrecklichste, das sich junge Eltern vorstellen können: Eines Morgens aufwachen und das Baby tot im Bettchen finden. Der Plötzliche Kindstod ist eine der größten Ängste, die Eltern im ersten Jahr mit ihrem Baby begleitet.

Eine Studie der University of Virginia School of Medicine hat nun herausgefunden, dass Mütter, die ihr Baby für mindestens zwei Monate stillen, das Risiko ihres Kindes am Plötzlichen Kindstod zu sterben, um fast die Hälfte reduzieren können.

Stillen reduziert das Risiko


Dass Stillen das Risiko für den Plötzlichen Kindstod vermindert, haben schon andere Untersuchungen gezeigt. Die Metastudie der University of Virginia widmete sich in ihren Forschungen nun der Frage, wie lange Mütter stillen müssen, damit positive Effekte eintreten.

Das erstaunliche Ergebnis: „Schon eine Stilldauer von zwei Monaten reduziert das SIDS-Risiko um fast die Hälfte. Und je länger Babys gestillt werden, desto größer wird der Schutz", erklärt Dr. Fern Hauck, eine der Mitwirkenden der Studie und Expertin für die Risiken des Plötzlichen Kindstods.

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler acht andere, weltweite Studien und werteten insgesamt die Daten von rund 9000 Fällen aus. 

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Kombination mit Flaschenmilch sorgt ebenfalls für Schutz

Ein weiteres Ergebnis der Studie überrascht fast noch mehr: Das Risiko vermindert sich auch, wenn das Kind zusätzlich noch Milch aus der Flasche bekommt. Der Schutz beschränkt sich also nicht nur auf Kinder, die voll gestillt werden. Dr. Fern Hauck erläutert: „Reines Stillen und die Kombination Stillen und Flaschenmilch scheinen für einen identischen Schutz zu sorgen.“

Eine schöne Nachricht, für Mütter, denen es schwer fällt, zu stillen oder die sich bewusst für eine Mischform entschieden haben.

Warum Stillen solch einen positiven Effekt auf das SIDS-Risiko hat, ist bislang noch nicht erforscht. Es wird vermutet, dass der Schutz mit der stärkenden Wirkung zusammenhängt, die Muttermilch auf das Immunsystem der kleinen Kinder hat.

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Eine Zusammenfassung der Ergebnisse

• Eine Stilldauer von weniger als zwei Monaten (egal ob volles Stillen oder Mischform) beeinflusst das SIDS-Risiko nicht – weder positiv noch negativ.
• Jede Form des Stillens, die zwei bis vier Monate andauert, reduziert das Risiko des Plötzlichen Kindstods um ungefähr 40 Prozent.
• Jede Form des Stillens, die vier bis sechs Monate andauert, reduziert das Risiko um ungefähr 60 Prozent.
• Jede Form des Stillens, die länger als sechs Monate andauert, reduziert das Risiko um ungefähr 74 Prozent.

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von Nicole Metz




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