Miteinander reden: Regeln für Eltern


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Miteinander reden: Regeln für Eltern

Das Besondere an der Kommunikation mit Kindern ist, dass sie nicht symmetrisch ist. Die Beziehung wird immer ungleich sein. Das Kind ist auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen, die ihm an Wissen, Macht und Können überlegen sind. Insofern sollten wir uns immer wieder bewusst machen: Kinder haben noch nicht die gleichen kommunikativen Kompetenzen wie Erwachsene! Die müssen sie erst lernen. Und je engagierter und liebevoller wir sie dabei unterstützen, desto besser gelingt ihnen das. Geduldig und aktiv zuhören: Kinder lernen erst noch, ihre Wünsche und Meinungen klar zu äußern. Es dauert also häufig etwas, bis sie sich erklärt haben. Deshalb ist es so wichtig, sich Zeit zu nehmen und ihnen wirklich aufmerksam zuzuhören. Liebevoll und zugewandt: Das gelingt gerade in kritischen Momenten besser mit Ich-Botschaften. Denn eine Du-Botschaft enthält oft einen Vorwurf, eine Herabsetzung oder eine Drohung. Ich-Botschaften sind wirksamer, weil Sie so Gefühle, Wünsche und Aufforderungen zum Ausdruck bringen, ohne Ihr Kind zu verletzen. „Ich bin erschöpft und mag jetzt nicht vorlesen“ klingt ganz anders als „Du nervst. Lass mich jetzt in Ruhe“. Ganz entscheidend ist natürlich auch der Tonfall. Kommunikation mit Kindern sollte authentisch sein Authentisch: Achten Sie darauf, dass Sie authentisch kommunizieren sowie die sprachlichen und nicht-sprachlichen Anteile Ihrer Botschaft zueinander passen. Nicht übereinstimmende Äußerungen verwirren und beängstigen Kinder. Ein Beispiel: Mama ist aufgewühlt, sagt aber zu ihrem Kind: „Alles in Ordnung, Schatz“. Gut gemeint, aber Kinder erspüren am Tonfall oder an der Mimik, dass da etwas nicht stimmt, und reagieren darauf dann ratlos, ängstlich oder trotzig. Besser: „Ich habe gerade Ärger, aber das hat nichts mit dir zu tun.“ Eindeutig und klar: Der Familien- und Kommunikationsberater Jan-Uwe Rogge nennt es das „Drama der guten Worte“. Ohne sich dessen bewusst zu sein, verhalten wir uns unseren Kindern gegenüber oft unklar: Wir verpacken zum Beipsiel die Aufforderung „Komm jetzt!“ in eine Frage: „Na, wollen wir mal losgehen?“ Kinder kennen aber keine rhetorischen Fragen. Für sie gilt: Wenn man mich fragt, kann ich Ja oder Nein sagen. Der Konflikt ist programmiert. Kurz und bündig: Es gibt den schönen Ausdruck „Muttertaubheit“. Er bezeichnet das Phänomen, dass Kinder auf Durchzug schalten, wenn ein Schwall von Ermahnungen, Vorschlägen und Hinweisen auf sie einprasselt. Gerade in der Kommunikation mit Kindern gilt: Weniger ist mehr! Wichtig ist auch, nicht zu viele Informationen in einen Satz zu packen, denn die können Kinder in aller Regel nicht alle auf einmal verarbeiten.