Depressionen bei Kindern


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Eltern können Depressionen bei Kindern erkennen

Scheint Eltern das Verhalten der Kinder ungewöhnlich ernst, sollten sie sich zunächst einmal fragen, inwieweit sie ihre eigene Grundstimmung darin wiederfinden. Wichtig ist außerdem, sich die Lebensumstände der Kinder genau anzuschauen und belastende Faktoren zu erkennen – seien es Streitigkeiten in der Familie, sei es eine neue Situation wie ein Umzug oder der Kindergartenbeginn, sei es Trauer um einen nahen Verwandten. „Eine solche depressive Episode oder Verstimmung muss noch lange keine depressive Störung sein“, sagt Michael Schulte-Markwort. In diesem Zusammenhang liegt es bei den Eltern, zu beurteilen, ob es sich um eine einmalige Erscheinung handelt, oder ob die Kinder dauerhaft bedrückt wirken. Prof. Schulte-Markwort: „Ich appelliere immer an das Expertentum der Eltern, festzustellen: Ist mein Kind aggressiv? Macht es einen verzweifelten Eindruck?“ Stillere Kinder genau beobachten Soweit Eltern Möglichkeiten sehen, besonders ernste Kinder seelisch zu entlasten, sollten sie diese auch ausschöpfen, sagt Michael Thiel: „Zu sagen: ,Nun werd mal fröhlich‘, reicht da sicherlich nicht. Es geht vielmehr darum, eine positive Grundeinstellung auch vorzuleben. Wenn man so will, ist die beste Maßnahme gegen übermäßige Ernsthaftigkeit ein fröhlicher Familienalltag. Achten Sie darauf, dass es dort mehr zu lachen gibt!“ Lassen sich bei den Lebensumständen der Kinder keine konkreten negativen Faktoren, die Depressionen bei Kindern begünstigen, ausmachen, ist der Weg zum Kinderarzt sinnvoll. „Man soll das Kind aber nicht gleich auf die Psychiatercouch legen. Der Kinderarzt hat schon einen Überblick, was im Rahmen ist und was nicht“, sagt Psychologe Michael Thiel. Der Arzt kann den Eltern auch die Sorge nehmen, Fehler bei der Erziehung gemacht zu haben. Denn in fast allen Fällen wird die Diagnose „ohne Befund“ lauten. Und damit sollten sich Eltern auch zufriedengeben. Stillere Kinder nicht mit anderen vergleichen Ständig Vergleiche anzustellen und das eigene Kind als Normabweichler zu betrachten, ist auf jeden Fall kontraproduktiv. Michael Thiel empfiehlt: „Die Grundhaltung sollte sein: Mein Kind ist anders als die anderen – und das ist in Ordnung so!“ Denn die meisten ernsten Kinder fühlen sich wohl in ihrer Haut – solange ihre Umwelt ihnen zeigt: Wir mögen dich – so wie du bist!