So erleichtern Sie sich und Ihrem Kind den Abschied

Tipps, wie Sie Ihrem Kind die Eingewöhnung in den Kindergarten und den Abschied von Mama und Papa erleichtern können. Und: Prof. Dietrich Petersen im Experten-Interview über klammernde Kinder und Eltern.


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Tipps, die den Abschied erleichtern:


Und wenn doch beim Abschied Tränchen rollen, helfen ein paar einfache Maßnahmen, die Trennung zu erleichtern:

➤ Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind glaubhaft versichern, dass Sie es bald wieder abholen und es bis dahin gut bei der Erzieherin aufgehoben ist. Machen Sie ihm Lust auf seinen Spieltag im Kindergarten und sagen Sie ihm, was Sie machen und wann Sie zurückkehren.

➤ Seien Sie dann unbedingt pünktlich, damit Ihr Kind das Gefühl hat, auf Ihre Aussagen ist Verlass

➤ Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Vertrauen zu seiner Erzieherin haben. Schließlich ist Sie auch Ihre wichtigste Ansprechpartnerin, falls doch mal Probleme auftreten

➤ Gut ist auch, wenn Sie mit den anderen Eltern in Kontakt kommen. So entwickelt sich schnell ein sehr vertrautes Gemeinschaftsgefühl

➤ Erinnern Sie Ihr Kind an die vielen Sachen, die es im Kindergarten machen kann, z.B. draußen herumtoben, singen, spielen

➤ Zeigen Sie Ihrem Kind, wie stolz Sie auf seine Selbstständigkeit sind - denn das dürfen Sie auch sein! Für Kinder ist es ein tolles Erfolgserlebnis, sich in einer fremden Umgebung gut integriert zu haben

➤ Seien Sie auch auf sich stolz, dass Sie ein so eigenständiges Kind haben, und freuen Sie sich, dass Sie etwas Zeit für sich oder die Arbeit gewonnen haben - und Ihr Kind in der Zwischenzeit in guten Händen ist

➤ Ob Sie schnell oder langsam Abschied nehmen sollten beim Hinbringen - darüber gibt es geteilte Ansichten. Da Sie Ihr Kind kennen, werden Sie am besten wissen, ob Sie es auch mal weinend bei der Erzieherin zurücklassen können und es sich schnell beruhigt oder ob sie noch einen Moment bei ihm bleiben sollten
Warum fällt der Abschied schwer? Interview mit Prof. Dietrich Petersen Prof. Dietrich Petersen, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit einer Praxis bei Cuxhaven, über klammernde Kinder und Eltern.
Baby&Co:Warum fällt es manchen Kindern so schwer, sich von ihren Eltern zu trennen?

Prof. Dietrich Petersen: Schon Kleinkinder zeigen durch Verhaltensweisen wie Weinen, wenn sie sich unsicher oder bedroht fühlen. Das Weinen hat zum Ziel, die Mutter in der Nähe zu behalten. Sie zeigen aber auch, wenn sie sich sicher fühlen. Dann gehen sie neugierig auf Erkundungstour, knüpfen Kontakte. Bindungssichere Kinder zeigen in der Regel ein feines Wechselspiel dieser beiden Verhaltensweisen. Ängstliche Kinder, die klammern, imitieren hingegen häufig das mütterliche Verhalten. Verhält sich die Mutter ambivalent, also weist sie ihr Kind mal zurück, mal hält sie es zurück, reagiert auch das Kind so.

Warum tun sich manche Mütter so schwer?

Mütter, die ihren Kindern gegenüber dieses ambivalente Verhaltensmuster zeigen, sind selbst häufig bindungsunsichere Menschen. Sie haben in ihrer eigenen Kindheit keine hinreichend bergenden Strukturen vorgefunden, also kein „Urvertrauen“ entwickelt. Tragischerweise reichen sie diese Problematik nun weiter.



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Am Anfang sind Mama und Baby fast eine Einheit - bis das Baby beginnt, die Welt zu erobern. So fällt Mama das Loslassen leichter.


Kann man Loslassen lernen?


Das kann man nicht nur, das muss man sogar - für alle Eltern eine oft belastende Herausforderung. Eigentlich ist die Geburt der Ausgangspunkt eines über lange Jahre reichenden Prozesses des Loslassens. Oft hilft aber ein gutes Vorbild oder der Ratschlag der eigenen Eltern oder Freunde, die dies alles schon durchgemacht haben. Manchmal empfiehlt sich auch die professionelle Hilfe einer Erziehungsberatungsstelle. Kinder wiederum lernen schrittweise, in Trennungen hineinzuwachsen. Oft hilft es, wenn sie stundenweise Freunde besuchen, mal bei den Großeltern übernachten und sich so in Trennungssituationen zurechtfinden müssen.


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