Bildungspolitik für Experimente im Kindergarten

Auf frühen Wissenserwerb setzt auch die Bildungspolitik. Ausdruck dafür sind die Bildungspläne für Kindergärten, die inzwischen in allen Bundesländern Gültigkeit haben.


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So heißt es z.B. im baden-württembergischen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder: „Kinder beobachten ihre Umwelt genau, stellen Vermutungen an und überprüfen diese. Sie stellen sich und ihrer Umwelt Fragen und suchen nach Antworten. Sie experimentieren und verfolgen eigene mathematische und technische Ideen.“


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Noch fehlen vielerorts Erzieherinnen mit den nötigen Kenntnissen, um diese Vorgaben in die Praxis umzusetzen - ein Problem, das nur durch eine verstärkte und qualifiziertere Aus- und Weiterbildung gelöst werden kann. Abhilfe schaffen einstweilen Projekte wie das von der Helmholtz-Gemeinschaft ins Leben gerufene „Haus der kleinen Forscher“, an dem sich, nach nur einem Jahr Laufzeit, bereits 1500 Kindergärten beteiligen. Die Initiative organisiert und vermittelt auf lokaler Ebene Netzwerkpartner, unterstützt Erzieherinnen und Eltern mit pädagogischen Ratschlägen und Konzepten und macht Vorschläge zur Planung und Umsetzung von Versuchen im Kindergarten und auch zu Hause (www.haus-der-kleinen-forscher.de).

Kinder sind von Experimenten im Kindergarten begeistert


Eine Forschermappe, in der die Kinder des St. Andreas Kindergartens ihre Experimente in Wort und Bild dokumentieren, haben auch Ben und Laura angefertigt. Sie ermöglicht es ihnen, die Versuche zu Hause in Ruhe Revue passieren zu lassen, sich die Zusammenhänge noch einmal klarzumachen und besonders interessante Experimente gemeinsam mit Mama oder Papa erneut durchzuführen.

„Neulich hielt mir Amelie beim Abwasch einen kleinen Vortrag über den Einfluss des Spülmittels auf die Oberflächenspannung des Wassers“, erzählt Sabine Gutjahr stolz, deren Tochter einen von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderten Kindergarten in der Nähe von Stuttgart besucht.

Begeistert sind auch die Kinder selbst. „Es macht einfach riesigen Spaß, etwas herauszufinden, von dem man vorher nicht wusste, wie es funktioniert“, sagt Svenja  - und widmet sich einem neuen Experiment. Sie will verstehen lernen, warum sie die Kerze, die hinter der Sprudelflasche steht, ausblasen kann, obwohl sie doch eigentlich in deren Windschatten steht. „Das hängt bestimmt mit der Luft und der Strömung zusammen“, spekuliert sie - und ist damit der Wahrheit schon ein gutes Stück auf der Spur.

Experimente im Kindergarten: Dosentelefon


Wie Sie die Neugier der Kinder wecken können - 2 Experimente

Das magische Glas: Füllen Sie ein Glas randvoll mit Wasser. Achten Sie darauf, dass auch der Rand feucht ist. Drücken Sie eine Postkarte auf das Glas und drehen Sie es dabei schnell um - am besten über dem Waschbecken oder im Freien. Jetzt nehmen Sie die Hand weg. Unglaublich: Das Wasser bleibt im Glas! Ein Beweis dafür, dass die uns umgebende Luft nicht nur von oben, sondern von allen Seiten drückt und so verhindert, dass das Wasser aus dem Glas entweichen kann.

Das Mini-Treibhaus: Verteilen Sie Kressesamen gleichmäßig in einer mit Blumenerde gefüllten Schale. Stülpen Sie ein Glas mit der Öffnung nach unten in die Mitte der Schale und stellen Sie das Ganze auf die Fensterbank. Regelmäßiges Gießen nicht vergessen! Die Sonne erwärmt die Umgebungsluft und die Luft unter dem Glas. Da aber die Luft im Glas nicht ausgetauscht wird und so keine kältere zuströmen kann, ist es im Glas besonders warm. Und da Pflanzen zum Wachsen Wärme benötigen, wachsen die Samen unter dem Glas schneller als im Rest der Schale.


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