Fahrradfahren lernen: So wird Radfahren zum Kinderspiel

Sobald die motorischen Fähigkeiten dafür ausgereift sind und das Kind selbst den Wunsch zum Üben entwickelt, steht den ersten Metern auf dem Zweirad nichts mehr im Wege. Wir haben Tipps, wie das Fahrrad fahren lernen kinderleicht gelingt.


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Der richtige Zeitpunkt


Fahrrad fahren lernen: Vater hilft Sohn

Endlich Fahrrad fahren lernen - ein Erlebnis, an das man sich sein ganzes Leben lang erinnert.


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Ein festes Alter, in dem ein Kind Fahrrad fahren können muss, gibt es natürlich nicht. Wie in allen anderen Bereichen gilt auch hier, dass jedes Kind sein individuelles Entwicklungstempo hat. Manche ehrgeizigen kleinen Radler können schon zur Schuleinführung selbstständig fahren. Die meisten lernen es allerdings erst während der vier Grundschuljahre.

Ausschlaggebend für den Erfolg beim Fahrrad fahren lernen sind die motorischen Fähigkeiten und das Körpergefühl des Kindes.

Fahrrad fahren lernen: Zuerst kommt das Laufrad

Wer das Laufrad beherrscht, kann sich am Fahrrad versuchen.


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Als gute Vorbereitung zum Radfahren lernen dienen Laufrad und Roller, da beide den Gleichgewichtssinn, die Reaktionsfähigkeit und die Körperbeherrschung trainieren. Sobald das Kind auf einem oder auf beiden der Gefährte sicher unterwegs ist, hat es gute motorische Voraussetzungen zum Fahrrad fahren.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass Ihr Kind bereit ist, Fahrrad fahren zu lernen, ist sein ausdrücklicher Wunsch danach. Nutzen Sie die Lust des Kindes aus, um die ersten Radfahrübungen zu machen. Meist überwinden Kinder die Angst vor Stürzen leichter und verarbeiten diese auch besser, wenn sie aus eigenem Antrieb heraus Radfahren lernen.

Das richtige Equipment
Fahrradgröße:
Kinder der 1. und 2. Klasse benötigen meistens ein Rad der Größe 16-18 Zoll, während 3.- und 4.-Klässler schon auf eine Nummer größer umsatteln und Räder mit 18-20 Zoll fahren können. Empfehlungen für die optimale Fahrradgröße finden Sie zum Beispiel im Ratgeber „Gute Fahrt!“ - Tipps und Ideen rund ums Kinderfahrrad oder Sie lassen sich im Fachgeschäft beraten.

Sattel und Lenker:
Der Sattel beim Fahrrad sollte so eingestellt werden, dass das Kind im Sitzen locker mit beiden Fußballen auf den Boden kommt. Auch die Lenkerhöhe muss angepasst werden, sodass der kleine Fahrer gut an die Bremsen kommt und auch beim Kurvenfahren bequem und möglichst aufrecht sitzt.

Ausstattung:
Wichtig ist ein geschlossener Kettenschutz, damit sich keine Kleidungsstücke verheddern und das Kind zu Fall bringen können. Außerdem sollten die Griffe sicher und gepolstert sein. Ein gebogener Lenker sollte genügend Aufprallschutz bieten und ebenfalls gepolstert sein. Natürlich sollten auch die Bremsen funktionieren. Für das erste Kinderfahrrad eignet sich ein Rad mit Rücktritt-Bremse, da Kinder damit in der Regel schneller reagieren können.


Fahrradhelm auf Melone

Ein Fahrradhelm schützt die "Melone" und ist Pflicht!


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Fahrradhelm und Schoner: Unverzichtbar bei jedem Meter auf dem Rad ist das Tragen eines Fahrradhelms! Bestehen Sie darauf, dass das Kind diesen von Anfang an immer trägt und machen Sie ihn so zur Gewohnheit. Ratsam ist auch, das Kind mit weiterer Schutzkleidung auszustatten, wir zum Beispiel mit Ellenbogen- und Knieschonern. Nicht nur, dass Sie so etwaigen Stürzen vorbeugen, die Schoner vermitteln ängstlichen Kindern oft auch mehr Sicherheit bei den ersten Fahrübungen.
Stützräder - ja oder nein?
Nein! Stützräder erleichtern das Fahrrad fahren lernen nicht sondern verkomplizieren es. Sie vermitteln ein völlig falsches Fahrgefühl und das nötige Ausbalancieren während der Fahrt wird nicht erlernt. Es wird der falsche Glaube vermittelt, dass das Kind nicht umfallen kann, egal ob es fährt oder steht. Später, wenn die Stützräder abmontiert werden, muss das Kind diese passive Haltung beim Fahren erst mühsam verlernen und begreifen, dass es nur dann nicht umkippt, wenn es aktiv in Bewegung bleibt und das Gleichgewicht durch Lenken ausbalanciert. Das Fahrrad fahren muss dann also vollkommen neu gelernt werden, was für viele Kinder frustrierend ist. Stützräder sind damit ein vollkommen unnötiger und kontraproduktiver Zwischenschritt zum eigentlichen Radfahren lernen.

Sollte Ihr Kind ganz große Schwierigkeiten mit dem Balancehalten haben, dann montieren Sie die Pedale ab und lassen es das Fahrrad erst einmal als Laufrad nutzen. Sobald das gut funktioniert, können die Pedale wieder dranmontiert werden und das eigentliche Radfahren kann gelernt werden.




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Kommentare
  • palinchen

    Meine Kinder konnten schon mit 5 Jahren Rad fahren. Die Aussage, dass die meisten es erst in der Grundschulzeit lernen, halte ich für falsch.