Schlechte Noten nach dem Übertritt: Was tun?

Der Übertritt an die weiterführende Schule ist gerade geschafft, und dann das: Mit den ersten Schulaufgaben sacken die Noten Ihres Kindes plötzlich in den Keller. In der Grundschule gab es doch auch nie Probleme! Ist das Kind für die gewählte Schulform etwa nicht geeignet?


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Übertritt bedeutet Systemwechsel



Kind im Klassenraum

Kein Panik, wenn die Noten absacken!


© Thinkstock
Der Übertritt an eine weiterführende Schule ist immer auch ein krasser Systemwechsel. Der gewohnte Trott der Grundschule wird getauscht gegen eine völlig neue Umgebung mit ganz anderen Regeln. Ihr Kind muss sich in einem unbekannten Gebäude zurechtfinden, hat lauter fremde Klassenkameraden und auf dem Schulhof gehört es wieder zu den Kleinen. Wer auf der Grundschule gewohnt war, immer zu den Besten zu gehören, muss sich jetzt mit allen Besten aus anderen vierten Klassen messen.

Auch sonst ist die Kuschelphase in der Schule vorbei: Viele neue Fächer, jedes wird unterrichtet von einem anderen Lehrer. Das Lernpensum steigt deutlich, Unterrichtsstil und Lehrmethoden sind fremd und die alte Klassenlehrerin als „Mama-Ersatz“ fehlt auch. Zudem verstehen sich die Fachlehrer in Gymnasium oder Realschule eher als Lehrkräfte denn als Ansprechpartner für die persönlichen Nöte. In erster Linie geben die Noten den Ton an, und die Schüler spüren natürlich diesen Druck, sich im neuen Schulumfeld zu bewähren. Dazu kommt: Nicht alle Grundschulen bereiten ihre Schüler gut auf den Übertritt vor, auch das kann zu einem anfänglichen Abfall des Notenspiegels führen.

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Kein Grund zur Panik!

Mit dem Übertritt werden die Karten also erst mal neu gemischt, ein Schulwechsel kann Ihr Kind durchaus so verunsichern, dass das Leistungsniveau erst mal absinkt. Geben Sie ihm ein halbes Jahr Zeit für die Eingewöhnungsphase. Die weiterführende Schule kann mit ihrem System dem Kind auch ganz andere Chancen eröffnen. Nach vier Jahren Grundschule, wo der Stundenplan hauptsächlich von Lesen, Rechnen und Schreiben bestimmt war, bedeuten neue Fächer auch neues Glück. Denn mit der differenzierten Ausrichtung auf Naturwissenschaften, Sprachen und musisch-künstlerische Fächer kann Ihr Kind seine Fähigkeiten ausloten und entdecken. Wer in Sprachen nicht punktet, kann dafür in den Naturwissenschaften glänzen. Bleiben Sie gelassen, machen Sie Ihrem Kind Mut, sprechen Sie ihm Selbstvertrauen zu und bieten Sie ihm Hilfe an. Zusätzlichen Stress und Druck von zu Hause kann Ihr Kind gerade in der ersten Zeit nach dem Übertritt nicht brauchen. Wichtig ist, mit geeigneten Maßnahmen auf den Leistungsabfall zu reagieren.

Tipps für das Krisenmanagement nach dem Übertritt
  • 1 / 8
    Sprechen Sie mit ihrem Kind über schlechte Noten

    So finden Sie gezielt heraus, wo seine Stärken und Schwächen liegen und wo es vielleicht Unterstützung und Förderung benötigt. Sieht Ihr Kind seine Leistung ebenso, wie es die Note besagt? Welche Fächer findet Ihr Kind interessant, welche eher langweilig?

  • 2 / 8
    Ursachenforschung

    Manchmal liegen einem Leistungsabfall in der Schule auch ganz andere Ursachen zugrunde: Hat sich Ihr Kind schon in die Klassengemeinschaft eingewöhnt? Hat es neue Freunde gefunden? Wie ist das Verhältnis zu den Lehrern?

  • 3 / 8
    Suchen Sie keine Schuld,...

    ... versuchen Sie die Perspektiven aller Beteiligten zu sehen. Sprechen Sie mit den Lehrern. Wie sehen die Ihr Kind im Unterricht? Wo sehen die Lehrer die Probleme Ihres Kindes? Welche Lösungen bieten sie oder die Schule an?

  • 4 / 8
    Nachhilfe

    Möglicherweise lässt sich auch eine Lerngruppe innerhalb der Klasse oder Jahrgangsstufe organisieren, denn gemeinsam lernen macht mehr Spaß. Viele Schulen bieten auch Tutorensysteme mit älteren Schülern an, fragen Sie bei Lehrern oder den Elternbeirat nach.

  • 5 / 8
    Struktur

    In der weiterführenden Schule ist das Lernpensum deutlich höher als in der Grundschule. Oft fehlt Kindern einfach die richtige Struktur und Selbstorganisation, um das Pensum zu bewältigen. Machen Sie zusammen mit ihrem Kind einen Lernplan und sorgen Sie nach getaner Arbeit auch für Belohnung!

  • 6 / 8
    Spaß am Lernen

    Fehlende Motivation kommt schnell durch schlechte Noten. Wer gestresst und frustriert ist, kann auch nicht erfolgreich lernen. Gibt es etwas, das Ihrem Kind Freude macht und einen guten Ausgleich zur Schule bietet?

  • 7 / 8
    Erfolgserlebnisse fördern

    Bringen Sie Ihrem Kind bei, in Etappenzielen zu denken: Von einer Fünf kommt man nicht gleich auf eine Eins! Auch eine gute mündliche Note oder eine Notenstufe besser als in der letzten Schulaufgabe ist schon ein Triumph. Erfolgserlebnisse machen zufrieden und motivieren.

  • 8 / 8
    Neue Lernmethoden

    Lautes Vorsagen oder Aufschreiben von Formeln und Vokabeln kann helfen, den Stoff mit allen Sinnen besser zu verinnerlichen. Auch Ordnung in seinen Lehrmaterialien zu halten oder Konzentration spielerisch zu üben kann hilfreich sein.





von Evelyn Hosse




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