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Schulfrust: Was tun, wenn das Kind nicht lernen will?

Keine Lust

Schulfrust: Was tun, wenn das Kind nicht lernen will?

Jedes Kind will lernen? Das stimmt leider nicht so ganz. Irgendwann kommt die Phase, in der euer Kind nicht mehr mit Begeisterung lernt. Wir haben für euch ein paar Tipps zusammen getragen, um der Motivation etwas auf die Sprünge zu helfen.

"Ach, das Kind lernt schon im eigenen Tempo alles, was es braucht!" Das hoffen wir Eltern ein bisschen und stehlen uns damit auch aus der Verantwortung. Denn klar ist: Ein Kind muss lernen erst lernen.

Fast jedes Kind hat eine Phase, in der es nicht mehr lernen möchte. Das passiert bei dem einen früher, bei der anderen später. Es gibt viele Gründe, warum ein Kind nicht lernen mag, aber es ist die Aufgabe von uns Eltern, da aktiv zu werden. Und das klappt am besten über Motivation.

Ist das schlimm, wenn das Kind Lernen ablehnt?

Zunächst einmal: Keine Panik, wenn euer Kind kurzfristig nicht lernen will, ist das ganz normal. Wir Eltern haben doch auch nicht jeden Tag Lust auf unsere Arbeit. Wenn die kurzfristige Lustlosigkeit aber in eine Lernverweigerung ausartet, dann solltet ihr wachsam sein.

Was passiert, wenn Kind nicht lernen will?

Denn wenn euer Kind Lernen komplett ablehnt, kann das ernsthafte Konsequenzen haben. Da kann dann die Versetzung gefährdet sein oder die Unlust ist so weit fortgeschritten, dass die Kinder erst gar nicht im Unterricht auftauchen, weil sie keine Perspektive sehen, den versäumten Lernstoff wieder aufzuholen. Das sind allerdings auch die Extremsituationen.

Kleine Schummeleien bei den Hausaufgaben

Die meisten von euch werden die Situation kennen, dass bei den Schulaufgaben getrödelt wird oder sie auf wundersame Weise in zehn Minuten erledigt sind. Dann werden Unterrichtsmaterialien absichtlich oder unabsichtlich vergessen. Beim Lernen geht es um Motivation und die könnt ihr nicht antrainieren, denn der Antrieb muss aus euren Kindern selbst kommen.

Belohnung und Bestrafung damit das Kind lernen will?

Ihr könnt eure Tochter oder euren Sohn natürlich damit motivieren, dass erfolgreiches Lernen ein Eis, ein Spielzeug oder Geld bedeutet. Genauso gut könnte es für eine Weile klappen, dass Tablets und Handys eingezogen werden, wenn nicht genügend gelernt wird. Aber das sind alles nur kurzfristige Erfolge, denn ihr müsst euch überlegen, ob ihr diese Strategie langfristig durchhalten wollt.

Soll es immer ein Eis nach dem Lernen geben? Soll es immer Sanktionen hageln, wenn die Vokabeln oder mathematischen Formeln nicht gelernt wurden? Gerade die Verbote sind für das Familienleben ziemlich anstrengend. Gleich aufgeben solltet ihr aber auch nicht.

Hilft eine bessere Lernumgebung dem Kind beim Lernen?

Eins der einfacheren Dinge, die ihr als Eltern angehen könnt, sind die Rahmenbedingungen, die das Lernen besser fördern können. Um zu erfahren, ob die Rahmenbedingungen stimmen, damit euer Kind gut lernen kann, beantwortet euch einfach die folgenden Fragen.

  • Hat euer Kind die richtige Lernumgebung?
  • Ist es ein Platz, wo es sich zurückziehen kann?
  • Ist es einen heller, aufgeräumter Ort, wo es kaum Ablenkung gibt?

Manchmal hilft es tatsächlich, den Platz zu ändern, an dem das Kind die Hausaufgaben macht. Oder es bekommt einen bestimmten Schreibtisch und weiß, dass dies der Lerntisch ist. So kommt es besser in die richtige Lernstimmung und es fällt leichter, zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden.

Wie lernt ein Kind das Lernen?

Es ist auch entscheidend, wie euer Nachwuchs überhaupt die Dinge begreift. Was für ein Lerntyp ist er - muss er alles besprechen oder aufschreiben? Muss euer Kind vielleicht alles erst durchspielen, bevor es ein Konzept verstanden hat? Bessere Lernstrategien motivieren enorm.

Elternfalle Hausaufgaben

Ein Grund für das lustlose Lernen kann aber auch sein, dass der Schulstoff nicht verstanden worden ist. Hier greift man als Elternteil manchmal gern ein und schießt über das Ziel hinaus. Hilfestellungen sind super, aber ihr solltet dann nicht die Hausaufgaben für eure Kinder übernehmen.

Keine Lust auf lernen: Bestätigung motiviert

Auch lernunwillige Kinder haben bestimmte Themen, die sie interessieren. Und da könnt ihr ansetzen. Loben und bestätigen bringt Selbstbewusstsein. Dieses verbesserte Selbstbewusstsein kann wiederum dazu führen, dass euer Nachwuchs auch die langweilige Geografieaufgabe meistert.

Glaubenssätze infrage stellen hilft Kind beim Lernen

Wir alle tragen so genannte Glaubenssätze mit uns herum - "Ich kann kein Mathe" oder "Ich kann keine Fremdsprachen". Das behindert ungemein, denn damit machen wir unnötig alle Schotten dicht und und geben dem als schwierig empfundenen Lernstoff erst gar keine Chance.

Was bedeutet dies nun für die Lustlosigkeit beim Lernen? Wenn eure Kinder euch erzählen, dass der Schulstoff zu schwer ist und sie "ein Fach nicht können", macht sie darauf aufmerksam, dass sie bestimmte Aspekte begriffen haben. So nach dem Motto: "Ja, bei Algebra hast du Schwierigkeiten, aber schau mal, bei Geometrie hattest du keine Probleme." Das macht sie jetzt nicht zu Mathe-Assen, aber lässt sie auch nicht in Hoffnungslosigkeit versinken, dass sie den gesamten Lernstoff nie kapieren werden.

Kind beim Lernen helfen klappt nur mit aufmerksamen Eltern

Dies alles sind Lösungsansätze, die voraussetzen, dass ihr überhaupt wisst, was los ist und warum eure Kinder plötzlich keine Lust mehr haben zu lernen. Nehmt den Druck aus der Unterhaltung, wenn ihr nachfragt, warum es nicht mehr so klappt und schaut, wo ihr helfen könnt. Liegt es am Schulstoff, liegt es an den Lehrern oder sind die Rahmenbedingungen ungünstig? Setzt dort an, wo ihr helfen und unterstützen könnt.

Die Hauptarbeit müssen sowieso eure Kinder machen, denn sie müssen sich schließlich gegen die Lustlosigkeit, was Schule und Lernen betrifft, stemmen. Aber mit eurer Hilfe könnten allerdings wieder einige Motivationsfunken entfacht werden.

 

Bildquelle: Getty Images/ iStock / Getty Images Plus/ SeventyFour

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