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Online-Nachhilfe-Portale im Praxis-Test: Darauf sollten Eltern bei der Auswahl achten

Online-Nachhilfe-Portale im Praxis-Test: Darauf sollten Eltern bei der Auswahl achten

familie.de testet

Das Leben als Schulkind ist ohnehin nicht leicht und wenn dann noch eine Pandemie dazu kommt, können die Leistungen schon mal in Schieflage geraten. Was wir Eltern in den letzten Monaten (oft schmerzlich) lernen mussten: Einfach so nebenbei die Kids unterrichten, das klappt nicht. Kein Wunder, dass Online-Nachhilfe boomt. Um euch möglichst gut beraten zu können, hat unser Autor Jörg zusammen mit seinen Kindern fünf Online-Nachhilfe-Portale selbst getestet.

Das deutsche Schulsystem ist vor allem eines, ungerecht. Hat man Glück, lernen die Kinder in überschaubaren Klassenstärken mit motivierten Lehrerinnen und Lehrern. Es kann aber auch ganz anders aussehen. Oft werden Eltern aber erst dann wach, wenn die Noten ihres Nachwuchses absacken. Nachhilfe ist wahrscheinlich so alt wie die Schule selbst, aber derzeit boomen wegen Corona vor allem die Online-Angebote, die auch als schnell, günstig und flexibel gelten. Aber stimmt das wirklich? Wir haben fünf Nachhilfe-Portale getestet.

So haben wir die Online-Nachhilfe-Portale getestet

Unsere Idee war ein Praxistest, in dem sich der Autor als Vater auf die Suche nach Nachhilfeangeboten für seine Kinder macht. Entschieden haben wir uns für die Online-Dienste von cleverly, Easy-Tutor, Learnattack, Schülerhilfe und Studienkreis. Wir haben uns gezielt die digitalen Angebote mit Live-Nachhilfe per Videokonferenz herausgepickt und die Kids haben dann den Unterricht auch ausprobiert. Die pädagogischen Fähigkeiten der Nachhilfelehrkräfte bewerten wir bewusst nicht, denn die unterscheiden sich je nach Nachhilfetutor. Allerdings haben wir die Lernangebote, Bedienbarkeit, Sicherheit und den Datenschutz unter die Lupe genommen.

Die Testsieger und Testverlierer

Einen klaren Testsieger gibt es in diesem Vergleich nicht, denn auch wenn eigentlich alle Anbieter sich bei Online-Nachhilfe versuchen, setzen sie doch unterschiedliche Schwerpunkte. Das neueste Angebot cleverly zeigt im Test ein tolles Alleinstellungsmerkmal mit einem Mentorenprogramm. Hier geht es nicht nur ums Pauken, sondern es helfen echte Pädagoginnen und Pädagogen auch jenseits von fachlichen Problemen und das merkt man. Easy-Tutor dagegen ist ein perfekt organisierter Online-Dienst, über den ihr schnell und direkt zur Nachhilfe kommt, auch nicht schlecht im stressigen Familienalltag.

Ergänzende Apps für die Online-Nachhilfe gibt es nur bei Schülerhilfe und Studienkreis.

Auch die großen Anbieter Schülerhilfe und Studienkreis mischen online mit und sie kombinieren das Offline-Angebot mit Live-Lernen und großen Inhaltsangeboten. Beide geben an, über 10.000 Lehrkräfte am Start zu haben. Die Schülerhilfe setzt dabei eher auf Gruppenlernen, bietet aber auch Einzelunterricht als Option. Beim Studienkreis liegt der Schwerpunkt auf 1:1-Unterricht. Beide alteingesessenen Anbieter haben der Konkurrenz Apps voraus, über die es beispielsweise eine schnelle Soforthilfe für Hausaufgaben oder Terminkoordination gibt, das tut dem Familienfrieden gut.

Etwas enttäuscht waren wir nur von Learnattack. Auf den ersten Blick gingen wir davon aus, dass es auch hier Live-Nachhilfe gibt. Doch das ist Geschichte, derzeit bietet die Duden-Redaktion nur Videos, Wissenstests und andere Lerninhalte an, einen echten Nachhilfelehrer trifft man auf der Plattform aber derzeit nicht. Dafür ist der Preis unschlagbar und die Inhalte sind wirklich gut gemacht.

Bei Learnattack gibt es keine Live-Nachhilfe, dementsprechend günstig ist der Anbieter im Vergleich

Unsere Ergebnisse in der Übersicht

cleverly Easy-Tutor Learnattack Schülerhilfe Studienkreis
URL cleverly.de easy-tutor.eu lernattack.de schuelerhilfe.de studienkreis.de
Apps für Android/ iOS nein/nein nein/nein nein/nein ja/ja ja/ja
(Termine, Hausaufgaben Soforthilfe Mathe Deutsch Englisch) 14-21 Uhr
günstigster Preis/ Preis Einzelstunde ab 17,50 € pro Unterrichtsstunde/ 29,90 € ab 17,25 € pro Unterrichtsstunde über Unterrichtseinheiten/ 22,90 € ab 13,74 € pro Monat im Jahresvertrag/ keine 1:1-Nachhilfe ab 8,50 € pro Unterrichtsstunde ab 16 € pro Unterrichtsstunde mit Laufzeitvertrag/ 27,90 €
Fester Vertrag bzw. Abo S, M, L-Pakete (4, 8 und 12 Stunden pro Monat) 99, 189, 299 €, mind. 6 Monate nein ja, 6 oder 12 Monate ja, 12 oder 24 Monate Laufzeitverträge bis 24 Monate
kostenloser Test möglich ja, Probestunde ja, Probestunde ja, 2 Tage Testzugang ja, 2 Probestunden ja, Probestunde
technische Voraussetzungen Internet-Anschluss, Webcam, Mikrofon Internet-Anschluss, Webcam, Mikrofon Internet-Anschluss Internet-Anschluss, Webcam, Mikro Internet-Anschluss, Skype, Webcam, Mikro
Flexible Unterrichtsdauer 45 Minuten ja, 45, 60, 90 Minuten nein 45, 90 Minuten 45 Minuten, in Ausnahmefällen flexibler
Online-Unterricht mit Videofunktion ja, mit Zoom ja, mit Zoom nein ja, mit Zoom ja, mit Skype
Präsentationsfunktion ja ja nein ja ja
gemeinsamer Online-Arbeitsbereich ja, digitale Tafel ja, virtuelle Tafel nein ja virtuelle Tafel über Google Drive
Lernmaterialien nach Unterricht verfügbar ja ja nein ja ja, Protokoll per Mail
Lehrerwechsel möglich ja ja nein ja ja
Fachwechsel möglich ja ja ja ja ja
Support FAQ nicht besonders umfangreich umfangreiche FAQ, Telefon Mo-Fr 10-18, WhatsApp Mo-Fr 10-18 umfangreiche FAQ FAQ nicht besonders umfangreich, Mo-Fr 9-17 Uhr Koop mit Sufatutor (Zugriff auf Lerninhalte), Online-Lernbibliothek

Angebotene Nachhilfe-Fächer und Schularten im Überblick

Abgedeckt werden in der Regel sämtliche Schularten von der Grundschule bis mindestens Abitur. Alle Anbieter bieten Nachhilfe in den Kernfächer an, Easy-Tutor und Studienkreis haben jenseits davon das breiteste Fächerangebot.

cleverly Easy-Tutor Learnattack Schülerhilfe Studienkreis
Grundschule ja ja ja, ab 4. Klasse ja ja
Mittel-, Real-, Gesamtschule und Gymnasium ja ja ja ja ja
Sonderpädagogik ja im Einzelfall nein ja im Einzelfall, LRS-Förderung mit Testung
Fächer Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Bio, Chemie, Physik, Wirtschaft Mathe, Physik, Chemie, Deutsch, Englisch, Latein, Altgriechisch, Biologie, BWL, Rechnungswesen, Deutsch als Fremdsprache, Elektrotechnik, Französisch, Geographie, Geschichte, Informatik, Italienisch, Musik, Spanisch, VWL Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie Mathe, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Latein, Biologie, Chemie Physik, Rechnungswesen Mathe, Physik, Biologie, Chemie, BWL, Rechnungswesen, Buchführung, Finanzmathematik, Statistik, Elektrotechnik, Informatik, Deutsch, Deutsch als Fremdsprache, Englisch, Latein, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Altgriechisch, Niederländisch, Geschichte, Pädagogik, VWL, Sozialwissenschaften, Jura

Das Lernangebot im Überblick

cleverly Easy-Tutor Learnattack Schülerhilfe Studienkreis
Live-Unterricht 1:1 ja ja nein ja, aber eher Ausnahme ja
Live-Unterricht Gruppe nein nein nein ja ja
Lern-Videos nein nein ja ja ja
Lern-Spiele nein nein nein nein nein
Wissenstests nein nein ja ja ja
Klassenarbeiten nein nein ja ja ja
Übungsaufgaben nein nein ja ja ja
Hausaufgabenhilfe ja, über Mentoren nein ja, per WhatsApp ja, per App ja
Anzahl Online-Nachhilfelehrer mehrere Hundert mehr als 1.000 keine Angabe mehr als 10.000 mehr als 10.000
Anzahl Online-Schüler mehrere Hundert mehr als 5.000 mehr als 300.000 mehr als 100.000 mehr als 100.000
Mentoren ja, helfen dabei, die Nachhilfe zu organisieren nein nein nein nein, aber persönliche Kundenberater
auch Nachhilfe vor Ort möglich nein nein nein ja ja

Detailliert Testergebnisse zu den einzelnen Online-Nachhilfe-Portalen

1. Der Innovationssieger: cleverly

cleverly punktet mit einem tollen Mentorenprogramm, zeigt seine Preise und Abos aber nicht transparent auf der Webseite.

Pro:

  • Mentoren-Programm
  • flexibel bei den Terminen
  • technisch einwandfrei

Contra:

  • Preise nicht auf der Webseite
  • wenig Infos vorab
  • keine zusätzlichen Lerninhalte

Das jüngste Angebot gefällt uns im Test auch gleich recht gut. cleverly wurde in der Pandemie gegründet, ist erst seit einigen Monaten am Start und bringt frischen Wind. Dabei macht der Dienst eine Sache ganz anders als die Konkurrenz: Es geht nicht nur darum, schnell von einer 5 in Mathe auf eine 3 zu kommen. Klar sind die fachlichen Leistungen auch wichtig, cleverly hat aber auch pädagogische Fachkräfte am Start, die als Mentoren arbeiten und sich um die Bedürfnisse des Nachwuchses und auch der Eltern kümmern.

Was uns nicht so gut gefällt: cleverly versteckt erstmal die Preise und liefert nicht so viele Informationen auf der Webseite. Das lässt sich möglicherweise noch mit dem Newcomer-Status entschuldigen. Aber ein kurzes Video, wie das Online-Lernen abläuft oder umfangreichere FAQs müssten doch drin sein. Egal, wo man auf der Webseite guckt, alle Wege führen zur kostenlosen Probestunde. Die haben wir auch in Anspruch genommen.

Interessenten registrieren sich mit Name, Vorname und Mail-Adresse, das war's. Eine kurze Beschreibung der Lernschwierigikeiten kann man auch angeben. Nach der Anfrage meldet sich cleverly dann bei den Interessenten und klärt die Details. Die Ansprechpartnerin wirkt sehr kompetent und wir ergattern auch recht spontan noch einen Termin am nächsten Tag. Bei cleverly seid ihr also sehr flexibel und kommt schnell an die Nachhilfe, auch wenn der Tutorenstamm erst noch aufgebaut werden muss.

Gelernt wird Online mit Zoom, was viele Eltern entweder aus dem Büro, dem Fitnessstudio zu Pandemie-Zeiten oder dem Home-Schooling kennen dürften. Vorab erhalten wir einen Termin mit Meeting-Link geschickt. Die Nachhilfestunde klappt auch ohne Probleme, zwei Minuten vor dem offiziellen Starttermin geht es los, dann gibt es ein kurzes "Hallo" und es wird gelernt. Was positiv auffällt: Die Tutorin hat Aufgaben vorbereitet und per Desktop geteilt. So arbeiten Schüler und Lehrer am gleichen Dokument, technisch passt das alles.

Bei cleverly werden die wichtigsten Fächer abgedeckt, die Besonderheit ist das Mentoring.

Bei cleverly gibt es Nachhilfe für alle Schularten, selbst Schulkindern mit speziellen Anforderungen versucht man zu helfen. Findet ihr den Lehrer oder die Inhalte nicht so gut, könnt ihr die Mentoren einschalten. Dann könnt ihr einen neuen Tutor ausprobieren und selbst Fachwechsel sind flexibel möglich. Über ein neues Schüler-Dashboard behaltet ihr die Fortschritte im Blick, im Fall der Fälle kann man aber auch immer die Mentoren kontaktieren.

Die Webseiten-Analyse ergibt keine Katastrophen, cleverly verwendet aber im Vergleich recht viele Cookies, wenn man alles zulässt. Zahlreiche Anfragen führen zu den US-Tech-Giganten Facebook, Google oder Microsoft, der Server-Standort der Webseite ist in Deutschland. Die Datenschutzerklärung erklärt aber alle Punkte, wer sich also informieren will, kann das machen.

2. Die schnelle Alternative: Easy-Tutor

Gut gemacht, bei Easy-Tutor könnt ihr euch den Nachhilfelehrer selbst aussuchen.

Pro:

  • viele Fächer werden unterstützt
  • unkomplizierte Terminvereinbarung
  • sehr flexibel
  • kein Abo nötig

Contra:

  • Feedback vom Tutor nur auf expliziten Wunsch
  • nicht alle technische Möglichkeiten werden genutzt
  • keine zusätzlichen Lerninhalte

Wenn es ganz schnell gehen muss mit der Nachhilfe, dann ist Easy-Tutor unser Favorit. Die Webseite ist seit 2017 am Start und mag etwas altbacken wirken, aber sie ist die einzige im Test, bei der wir ohne telefonische Verabredung einfach online zum ersten Termin kommen. Wir haben uns um 16 Uhr an einem Wochentag angemeldet und um 18:30 Uhr hatten wir die erste Nachhilfestunde – das zu toppen dürfte schwierig werden. Den Tutor sucht ihr euch über eine gut funktionierende Suche einfach selbst aus. Ein Video sowie eine kompakte Schritt-für-Schritt-Erklärung beschreiben den Ablauf.

Die Online-Nachhilfe wird ebenfalls per Zoom erledigt, technisch passt das also. Auch aus den Preisen macht Easy-Tutor kein Geheimnis. Ihr könnt sogar Easy-Tutor-Gutscheine für Unterrichtseinheiten kaufen, etwa bei Amazon, und diese dann einlösen. So müsst ihr auch kein Abo abschließen. Für die Nachhilfe soll man Zoom auf dem PC und auf dem Handy installieren. Per Meeting-ID mit Passwort, bei allen anderen geht es ohne Schutz, geht es dann los. Die Lehrerin kommt pünktlich, checkt die Technik und erkundigt sich, ob Eltern noch Fragen haben.

Der Unterricht vergeht wie im Flug, die Technik klappt, alles wird gut erklärt. So wünscht man sich Schule. Leider werden die Austauschmöglichkeiten für Inhalte zumindest in unserer Teststunde nicht immer genutzt. Manchmal geht es einfach schneller, wenn man das Ergebnis in die Webcam zeigt.

Eltern bzw. Nachhilfeschüler können sich Wunschtermine aussuchen.

Das Handling ist für Eltern einfach über die Webseite möglich. Eine Terminübersicht zeigt, wo welcher Lehrer noch Kapazitäten hat. Wunschtermine könnt ihr euch frei aussuchen. Ihr müsst auch nicht zwingend 45 Minuten buchen, auch 60 oder 90 Minuten sind möglich. Benachrichtigungen per Handy sowie per Mail sorgen dafür, dass ihr garantiert keine Stunde verpasst.

Die Webseite nutzt eine verschlüsselte Übertragung, geht mit Cookies sparsam um und führt eine verständliche Datenschutzerklärung. Die Anmeldung ist per Mail-Adresse oder auch via Facebook- bzw. Google-Konto möglich.

3. Nachhilfe für fast alles: Studienkreis

Beim Studienkreis gibt es neben Live-Nachhilfe auch noch ein großes Angebot an Lerninhalten.

Pro:

  • große Fächerauswahl
  • zusätzliche Lerninhalte
  • technisch einwandfreier Ablauf

Contra:

  • längste Wartezeit auf Probestunde
  • Probleme mit Nutzerkonto
  • Schutzmerkmale der Webseite verbesserungswürdig

Kurz nach der Anmeldung bimmelt das Telefon und wir können die Probestunde vereinbaren. Leider ist dafür ein Vorlauf von 7 bis 10 Tagen nötig, so lange braucht kein anderer Anbieter. Nach drei Tagen kommt eine erste Info-Mail mit Termin. Neben dem 1:1-Unterricht gibt es auch einen umfangreichen Online-Bereich, den ihr auch zwei Tage testen könnt. Dort gibt es jede Menge Lernvideos, Klassenarbeiten und Wissenstests – eine schöne Ergänzung.Gefühlt ewig gibt es den Studienkreis als Vor-Ort-Hilfe in größeren Städten und seit rund zehn Jahren gibt es auch die zugehörige Online-Nachhilfe. Das Fächerangebot ist enorm, neben den Kernfächern könnt ihr euch dort gefühlt in allem Hilfe holen, was in Deutschland unterrichtet wird. Zur Anmeldung braucht es Name, Vorname, Adresse, Mail-Adresse und Telefonnummer.

Die Online-Stunde wird per Skype durchgeführt, in der Praxis macht das keinen großen Unterschied im Vergleich zu Zoom. Ein Skype-Konto ist nicht nötig, Schüler können als Gast an der Nachhilfestunde teilnehmen. Die Unterrichtsstunde lief gut, technisch einwandfrei mit freigegebenem Desktop. Probleme gab es nur vorher bei der Terminbestätigung. Wir wurden wiederholt dazu aufgerufen, das über die Webseite zu machen, leider hatten wir noch kein Benutzerkonto. Auch der Support konnte nicht helfen, denn im neu angelegten Konto fehlte der Termin. Geklappt hat es trotzdem.

Die HTTPS-Verschlüsselung sollte der Anbieter um den zeitgemäßen Schutz mit HSTS ergänzen. Ansonsten hält man sich mit Cookies angenehm zurück und die Server stehen in Deutschland.

4. Unterricht in Kleingruppen: Schülerhilfe

Die Schülerhilfe setzt den Fokus auf Unterricht in Kleingruppen.

Pro:

  • günstige Preise
  • schnelle Kontaktaufnahme
  • viele Lerninhalte

Contra:

  • Fokus auf Gruppenunterricht
  • 1:1-Unterricht nicht kostenlos ausprobierbar

Auch die Schülerhilfe ist ein Urgestein auf dem Nachhilfemarkt. Neben der Nachhilfe vor Ort gibt es auch Online-Hilfe. Doch die läuft in Kleingruppen ab, 1:1-Unterricht ist nur die Ausnahme. Die Anmeldung klappt mit Name, Vorname, Mail-Adresse und Telefonnummer recht unkompliziert. Leider akzeptiert ihr mit der AGB auch Werbung per Mail oder Telefon. Auch eine telefonische Kontaktaufnahme ist möglich.

Schon 30 Minuten nach der Anmeldung erfolgt die erste Kontaktaufnahme per Telefon. Dort klären wir die Details zur Stunde, drei Tage später ist die Nachhilfe bereits am Start, das geht in Ordnung. Pferdefuß an der Sache: Die kostenlose Probestunde ist nur in Kleingruppen möglich und dauert 90 Minuten, für jüngere Schüler ist das grenzwertig. Der optionale 1:1-Unterricht lässt sich leider nicht gratis ausprobieren.

Die Videokonferenz wird per Zoom abgewickelt, bald soll nach Auskunft des Supports die datenschutzfreundlichere Variante Big Blue Button genutzt werden, das geht aber wohl jetzt noch nicht. Der Link zur Gruppenstunde kam rechtzeitig, technisch geht das alles in Ordnung. Vom Unterricht waren wir weniger angetan. Jeder Schüler bekam seine Aufgaben, danach knipste die Lehrerin die Webcam aus und ließ die Kinder arbeiten. Die anderen Nachhilfeportale waren hier deutlich hilfsbereiter.

Im Feedback-Telefonat wurde uns dann bestätigt, dass es auch Breakout-Rooms gibt, um in Ruhe mit dem Tutor Themen zu besprechen. Doch die wurden in unserer Probestunde nicht genutzt. Immerhin gibt es das Angebot, einen anderen Tutor zu probieren oder optional auch 1:1-Unterricht, aber dafür gibt es keine Probestunde.

Preislich ist der Gruppenunterricht unschlagbar, ab 8,50 € geht es los. Bei anderen Anbietern zahlt man für eine Stunde, dann aber 1:1, mehr als das Dreifache. Angeboten werden darüber hinaus auch viele Lernvideos und Wissenstests, ein schönes Zusatzangebot.

Die Verschlüsselung der Webseite passt, mit Cookies geht der Anbieter sparsam um. Verwundert waren wir, dass die Seite auf einem US-Server gehostet wird.

5. Ohne Live-Unterricht: Learnattack

Learnattack bietet als einziger Anbieter keinen echten Live-Unterricht an, dafür aber viele Lerninhalte.

Pro:

  • günstiger Preis
  • viele Lerninhalte

Contra:

  • keine Live-Nachhilfe

Learnattack geht unter der Marke "Duden" an den Start. In der Vorrecherche dachten wir, dass es auch dort Live-Nachhilfe gibt. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich aber, dass das nur eine Kooperation mit Studienkreis war, die auch bereits abgelaufen ist. Stand heute ist Learnattack ein reines Lerninhalteangebot. Es gibt viele Erklärvideos, Klassenarbeiten, Wissenstests und Übungsaufgaben, aber keine Live-Nachhilfe, weder in Gruppen noch mit 1:1-Unterricht.

Die Inhalte sind unserer Meinung nach gut gemacht und abwechslungsreich. Schön ist auch, dass alles zentral gebündelt ist und sich nach Themengebieten durchforsten lässt. Irgendwo im Netz finden sich sicher ähnliche Inhalte auch kostenlos, aber die muss man erstmal finden und eine Qualitätsprüfung gibt es auch nicht überall. Der dafür aufgerufene Preis von nicht mal 14 € pro Monat klingt fair. Doch Vorsicht: Es besteht nur die Wahl zwischen einem Abo mit sechs oder zwölf Monaten.

Die Anmeldung ist per Mail-Adresse, aber auch mit Google- bzw. Facebook-Konto möglich und geht einfach. Dann werden Infos zum Kind abgefragt und ihr könnt die gebotenen Inhalte zwei Tage lang kostenlos testen. Die Verschlüsselung der Webseite passt, mit Cookies geht man sparsam um und braucht die eigentlich nur für die YouTube-Videos. Auch die genutzten Server stehen zumindest in der europäischen Union.

So haben wir im Detail getestet

Einen Laborkittel haben wir uns nicht angezogen und unser Anspruch war auch kein wissenschaftlicher Test. Stattdessen haben wir einen Praxistest gemacht und ausprobiert, was Eltern und Nachhilfeschüler bei den einzelnen Anbietern machen müssen. Neben dieser praktischen Arbeit haben wir auch noch die wichtigsten Eckdaten zusammengetragen. Was sich nicht ausprobieren oder recherchieren ließ, ging auf einem zweiten Kanal als Fragepaket zu den Anbietern, die meist auch schnell und kompetent Auskunft gegeben haben. Unsere Testbereiche waren:

  • Stammdaten: Welche Firmen stecken hinter den Anbietern, wie lange sind sie auf dem Markt und was kosten die Angebote. Auch, ob die Anbieter auf Abos setzen oder nicht, haben wir recherchiert und uns auch die technischen Voraussetzungen angesehen.
  • Bedienung: Vom ersten Besuch der Anbieter-Webseiten bis zur Nachbesprechung der Online-Nachhilfe haben wir die Bedienung unter die Lupe genommen. Wird alles gut erklärt oder bleiben Eltern und Schüler im Regen stehen? Wir haben getestet, wie einfach sich Nachhilfelehrer finden lassen, ob man Termine verschieben kann und welche Möglichkeiten beim Online-Lernen genutzt werden.
  • Lernangebot: Welche Fächer werden abgedeckt, welche Schultypen unterstützt und welche Art von Unterricht haben die Anbieter im Programm? Ganz wichtig, gibt es 1:1-Unterricht, muss man in Gruppen arbeiten oder gibt es am Ende nur statische Inhalte? Als Zusatzangebot nehmen wir Lerninhalte wie Videos, Wissenstests oder Lernspiele unter die Lupe. Auch Extras wie Hausaufgabenhilfe fallen in diesen Bereich, zusätzlich wollten wir von den Anbietern wissen, wie viele Lehrer und Schüler sie auf der Plattform haben und wie sie ihre Tutoren auswählen.
  • Sicherheit & Datenschutz: Die Webseiten der Anbieter haben wir einem kurzen Test mit dem Dienst Webbkoll unterzogen. Der ermittelt, ob die Verschlüsselung sauber eingebaut ist, wie viele Cookies verwendet werden, wie viele Anfragen an Drittanbieter gestellt werden und wo die Server stehen.

Das ist Online-Nachhilfe

Mit Online-Lernen haben viele Familien während des Lockdowns schon Bekanntschaft gemacht. Kinder und Lehrer sitzen sich nicht im echten Leben gegenüber, sondern nehmen beide vor dem Computer Platz. Online-Nachhilfe verwendet die gleichen Tools wie sie vielfach in Schulen und Büros eingesetzt werden, die Anbieter im Test setzen meist auf Zoom, aber auch Skype kommt zum Einsatz. Unterschied zur virtuellen Schulstunde ist, dass man den Tutor als Schüler für sich alleine hat und alle Fragen stellen kann – auch die, bei denen man sich vor der Klasse nicht traut.

Die meisten Anbieter von Online-Nachhilfe setzen auf Zoom für Videokonferenzen Concept

Manche Anbieter nutzen die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit intensiver als andere, so gibt es zum Beispiel bei cleverly eine virtuelle Tafel, die Schüler und Tutor gemeinsam nutzen können. Die Tutoren erklären den Schulstoff, stellen Aufgaben und helfen dabei Lösungen zu finden. Manche Anbieter haben spezielle Dienste wie Hausaufgabenhilfe im Angebot, die auch spontan zu erreichen ist. Einzig cleverly versucht über ein Mentorenprogramm auch fächerübergreifend zu helfen, etwa wenn Schüler Probleme dabei haben, frei vor anderen zu sprechen.

Darauf sollten Eltern bei der Wahl des Online-Nachhilfe-Portals achten

Natürlich ist der Preis auch wichtig, aber schaut bei Online-Nachhilfe am besten nicht nur auf die Kosten. Reine Inhalteanbieter wie Learnattack sind natürlich günstiger als Live-Nachhilfe. Wer sich mit Gruppenstunden anfreunden kann, kann bei der Schülerhilfe auch online sparen.

Unseren Test-Kids gefiel die 1:1-Nachhilfe am besten, auch weil es mal schön war, Tutoren ganz für sich allein zu haben. Außerdem ist es so am einfachsten, wirklich individuell zu unterrichten.

Am schnellsten kamen wir bei Easy-Tutor zur ersten Nachhilfestunde, auch weil man sich dort den Tutor selbst aussuchen kann. Alle anderen Anbieter kontaktieren Eltern oder ältere Schüler direkt telefonisch und schlagen dann einen Tutor vor. Standard sind eine Online-Terminverwaltung sowie flexibler Fach- sowie Lehrerwechsel.

Schülerhilfe hat einen Prüfprozess durchlaufen und darf sich "qualifizierter Anbieter für das Aufholpaket des Bundes" nennen.

Wer möglicherweise auch vor Ort Nachhilfe nehmen möchte, kann das bei Schülerhilfe und Studienkreis machen, die anderen Anbieter sind ausschließlich online unterwegs. Einzigartig ist das Mentorenprogramm von cleverly, bei dem Pädagogen als eine Art Coach arbeiten und zwischen Familie und Tutoren stehen.

Das kostet Online-Nachhilfe

Um den Corona-Rückstand aufzuholen gibt es derzeit einige interessante Angebote für Online-Nachhilfe.

Alle Anbieter bis auf Learnattack rechnen nach Unterrichtsstunde ab. Bei Learnattack bezahlt man eine überschaubare Gebühr und kann dann auf die Lerninhalte zugreifen, ein Live-Unterricht wird nicht angeboten.

Die Preise für echten Online-Unterricht variieren: Gruppen-Nachhilfe bei der Schülerhilfe ist am günstigsten, hier geht es los bei 8,50 € pro Stunde. Tutoren unterrichten dabei aber auch drei bis fünf Schüler gleichzeitig. Einzelstunden sind am teuersten und kosten bei cleverly fast 30 €.

Günstiger wird es entweder per Abo oder bei Easy-Tutor über ein Kontingent von Lerneinheiten, die man flexibel aufbrauchen kann. Einzelunterricht gibt es online ab rund 16 € pro 45 Minuten Unterricht.

Online-Nachhilfe kostenlos ausprobieren

Die gute Nachricht ist, ihr müsst nicht die Katze im Sack kaufen und auch kein ewig langes Abo abschließen. Alle Anbieter haben kostenlose Probestunden am Start, die ihr unbedingt nutzen solltet, um das Angebot selbst auszuprobieren. Die Technik dafür ist schnell vorhanden, neben Internet-Anschluss und Headset braucht ihr nur Zoom oder Skype, beides ist kostenlos und ohne Benutzerkonto schnell installiert.

Bei uns im Test zeigte sich der gute alte PC bzw. das Notebook als bessere Alternative zu Handy oder Tablet. Der Hauptvorteil liegt in der größeren Bildschirmfläche, was zum gemeinsamen Bearbeiten von Aufgaben einfach angenehmer ist.

Online-Nachhilfe ohne Abo

Bei Easy-Tutor gibt es keine Abos, ihr könnt aber Unterrichtseinheiten kaufen, die dann flexibel genutzt werden können.

Für viele Eltern sind Abos ein rotes Tuch. Das liegt wahrscheinlich daran, dass jeder schon mal irgendwo vergessen hat ein Abo zu kündigen und stattdessen fleißig weitergezahlt hat. Ihr könnt bei allen getesteten Anbietern bis auf Learnattack Einzelstunden buchen. Doch das ist dann auch die teuerste Methode.

Sinnvoller ist es, doch zum Abo zu greifen: Erstens gehen dann die Kosten pro Stunde runter und zweitens steigen die Chancen für einen nachhaltigen Lernerfolg, wenn man Problemfächer über mehrere Monate attackiert. Wer definitiv kein Abo will, kann Unterrichtseinheiten in größerer Stückzahl bei Easy-Tutor kaufen. Dann sind die Einzelstunden auch günstiger und ihr könnt die Einheiten flexibel einlösen.

Technik der Online-Nachhilfe

Bei der Online-Nachhilfe kommen Standardprogramme wie Skype zum Einsatz.

Technisch ist Online-Nachhilfe keine große Sache. Neben einem Internet-Anschluss ist ein guter Kopfhörer samt Mikrofon sinnvoll, der Rest ist Standard-Software. Die meisten Anbieter setzen auf Zoom, beim Studienkreis kommt noch Skype zum Einsatz. Das ist zwar in vielen Schulen auch nicht anders, aber besonders datenschutzfreundlich sind die US-Programme nicht. Beim ein oder anderen Anbieter gibt es deshalb schon Projekte, um auf Big Blue Button oder andere Alternativen umzusatteln. Unterm Strich hatten wir im Test keine technischen Probleme, Tutoren und auch die Schüler zeigten sich gleichermaßen versiert beim Online-Lernen.

So schnell ist Online-Nachhilfe am Start

Am schnellsten klappte die Online-Nachhilfe bei Easy-Tutor. Am Nachmittag um 16 Uhr haben wir uns angemeldet, um 18 Uhr war die erste Stunde. Das lässt sich nur schwer toppen. Am längsten Vorlauf hatte der Studienkreis, am Telefon wurde uns von 7 bis 10 Tagen Wartezeit berichtet. Das ist für Online-Hilfe etwas lahm. Die anderen Anbieter lagen irgendwo dazwischen, wobei die Kontaktaufnahme immer recht schnell ging.

Sicherheit und Datenschutz

Sicherheit & Datenschutz cleverly Easy-Tutor Learnattack Schülerhilfe Studienkreis
verschlüsselte Verbindung voreingestellt ja ja ja ja ja
HTTP Strict Transport Security ja ja ja ja nein
FP Cookies/TP Cookies 10/10 8/3 0/2 5/0 3/1
persönliche Daten zur Anmeldung Name, Vorname, Mail-Adresse, Telefonnummer optional nur Mail-Adresse, aber auch Anmeldung mit FB oder Google Konto möglich nur Mail-Adresse, aber auch Anmeldung mit FB oder Google Konto möglich Name, Vorname, Mail-Adresse, Telefonnummer Name, Vorname, Adresse, Mail-Adresse, Telefonnummer
Bezahlmöglichkeiten Kreditkarte, PayPal, SEPA Lastschrift PayPal, Mastercard, Visa, Amazon Pay, SEPA Lastschrift PayPal, Kreditkarte, Lastschrift PayPal, Sofortüberweisung, SEPA Lastschrift, Kreditkarte Lastschrift, Überweisung
Datenschutzerklärung verständlich ja ja ja ja nein

Verschlüsselte Webseiten sind Standard, das ist auch bei Online-Nachhilfe so. Aber bei erweiterten Sicherheitsmerkmalen wie HSTS oder auch beim Cookie-Einsatz können sich einige Anbieter noch verbessern.

Leider gibt es derzeit keine Alternative zu den Angeboten von Zoom und Skype, die nicht besonders datenschutzfreundlich sind. Nur Easy-Tutor schützt den Online-Unterricht wenigstens per Passwort, bei allen anderen reicht der Link, um ins virtuelle Klassenzimmer zu kommen. Das ist zwar einfach, aber nicht besonders sicher.

Überraschend, die Webseite der Schülerhilfe wird in den USA gehostet.

Die besten Apps fürs Gehirnjogging

Training fürs Gehirn geht bei großen und kleinen Lernwilligen auch gut per App. Hier kommen unsere Empfehlungen im Video:

Mein Fazit zum Test: Auch so geht Nachhilfe ...

Es kommt nicht darauf an, ob Lehrer und Schüler in einem Raum sitzen. Die Online-Nachhilfe im Test zeigt, dass man auch per Videokonferenz effektiv lernen kann, denn die Technik tritt nach kurzer Anlaufphase in den Hintergrund. Dann kommt es auf die Chemie zwischen Schüler und Lehrer an.

Angenehm an der Online-Nachhilfe: Ihr könnt den Tutor einfach wechseln, auch wenn das nach dem Eindruck unserer Probestunden nur in einem Fall nötig gewesen wäre. Statt also lange Wege für Nachhilfe in Kauf zu nehmen, solltet ihr Online-Nachhilfe eine Chance geben. Auch so geht Nachhilfe.

Bildquelle: Getty Images/Motortion; cleverly.de; learnattack.de; easy-tutor.eu; studienkreis.de; schuelerhilfe.de; webbkoll.dataskydd.net; skype

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