Tagesmutter arbeitet als Selbstständige

Eine Tagesmutter ist auch Unternehmerin: eine Dienstleisterin, die sich mit einem Unternehmenskonzept auf dem Markt platziert und Kunden von diesem Konzept überzeugt.


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Tagesmutter arbeitet als Selbstständige oder Angestellte

Unsere Ausführungen hier betreffen ausschließlich die Tätigkeit auf selbstständiger Basis.
Der Tagesmütter Bundesverband hat eigens eine "Konzepthilfe für das Unternehmen Tagespflege" ausgearbeitet. Wichtig darin: rechtzeitig die "Marktlage abzuschätzen", also die Situation der Kinderbetreuung und das bisherige Tagespflege-Angebot vor Ort zu erfassen. Und sich einem Tagesmütter-Verein anzuschließen oder selbst ein Netzwerk zu anderen Tagesmüttern aufzubauen.

Wenn eine Tagesmutter auf selbstständiger Basis arbeitet, hat sie die Pflicht zur

Krankenversicherung: Bei Verheirateten ist die Familienversicherung des berufstätigen Ehemanns nur dann ausreichend, wenn das Einkommen der selbstständigen Tagesmutter monatlich 395 Euro nicht übersteigt

Rentenversicherung, wenn das zu versteuernde monatliche Einkommen mehr als 450 Euro beträgt. Der zurzeit geltende Mindestbeitragssatz zur gesetzlichen Alterssicherung beträgt 85,08 € im Monat (01.01.2014).

Unfallversicherung: Selbstständig tätige Tagesmütter müssen sich in der gesetzlichen Unfallversicherung versichern. Zuständig ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Haftpflichtversicherung: Der Abschluss einer zusätzlichen oder die Erweiterung der bestehenden Police ist sehr empfehlenswert. Tipp: Tagesmüttervereine bieten Sammelhaftpflichtversicherungen. Auch über das Jugendamt ist der Abschluss einer Tagesmutter-Haftpflicht möglich.

Seit dem 1.1.2009 müssen alle Tagesmütter die Einkünfte aus der Tagespflegetätigkeit versteuern, egal wie viele Kinder sie betreuen und ob die Einnahmen öffentlich oder privat gezahlt wurden. Vor dem 1.1.2009 waren nur private Einkünfte steuerpflichtig. Die Vergütung durch das Jugendamt musste nicht versteuert werden. Außerdem hat das Bundesfinanzministerium die steuerfreie Betriebskostenpauschale (BKP) von 246 Euro auf 300 Euro bei Ganztagsbetreuung erhöht. Diese Pauschale bezieht sich auf eine Vollzeitbetreuung pro Kind von 8 Stunden an 5 Tagen in 4 Wochen. Für jede Betreuungsstunde kann demnach ein Betrag von 1,87 Euro geltend gemacht werden. Weicht die Betreuungszeit von diesem Berechnungszeitraum ab, muss die Betriebsausgabenpauschale zeitanteilig gekürzt werden.

Hinweis: Die Tagesmutter muss kein Gewerbe anmelden.

Fazit: Bei allen wichtigen Kriterien - über allem steht natürlich das Wohl der Kinder und deren Gleichbehandlung. Denn Pflege- und leibliche Kinder haben das gleiche Recht auf Liebe und Toleranz, Ehrlichkeit und Geduld, Ruhe und Gelassenheit und Bewegung und Beschäftigung.

Weiterführende Links zum Thema "Tagesmutter werden":
Kindertagespflege - der Leitfaden für Tagespflegepersonen (herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Kindertagespflege - eine neue berufliche Perspektive (herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
• www.tagesmutter.com - Ratgeberseite für Eltern und Tagesmütter


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