familie.de trifft Annette Frier

Schauspielerin Annette Frier setzt sich in deutschen Grundschulen für Kinderrechte ein. Im familie.de-Interview verrät sie, warum ihr das so wichtig ist.


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Welche Rechte haben Kinder? Um Grundschüler für dieses Thema zu sensibilisieren, geht Schauspielerin Annette Frier mit ihnen auf eine "Weltreise für Kinderrechte" (www.wir-kinder-haben-rechte.de). Die Schüler lernen dabei eine Menge über die Situation von Kindern in Entwicklungsländern und erfahren die Rechte und Gesetze für Kinder in Deutschland und weltweit. Bei der gemeinsamen Aktion mit dem Deutschen Kinderschutzbund und ROLAND Rechtsschutz besucht Annette Frier Grundschulen in ganz Deutschland. familie.de durfte dabei sein und traf Annette Frier zum Interview in der Grundschule an der Berner Straße in München.

familie.de: Was bewegt Sie, sich besonders für diese Aktion stark zu machen?

Annette Frier: Die Aktion von ROLAND Rechtsschutz gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund war mir von Anfang an sympathisch. Ich finde es super, direkt zu den Kindern in die Schulen zu gehen, um zu versuchen ihnen ein stärkeres Selbstbewusstsein zu vermitteln und zu sagen: Ihr habt auch Rechte, genauso wie Erwachsene! Das ist für die Kinder tatsächlich ein neuer Gedanke und löst etwas in ihnen aus. In meinen Augen ist es eigentlich die beste Anregung, dass die Kinder mit dem Kinderrechte-Reisepass nach Hause gehen und mit ihren Eltern und Freunden darüber reden können.

familie.de: Sie haben selbst Kinder, dreijährige Zwillinge. Fordern die beiden denn auch schon gewisse Rechte ein, bzw. sind sie sich ihrer Rechte schon bewusst?

Annette Frier: Ja, aber ich fordere zu Hause auch meine Rechte ein. Also, ich habe das Gefühl, da sollten wir doch auch mal von den Rechten der Erwachsenen zu Hause sprechen. (lacht) Mein Instinkt sagt mir, dass ich momentan die Grenzen ziehen muss, und nicht meine Kinder.

familie.de: Zwei auf einen Streich: Wie sieht der Alltag mit Ihren Zwillingen aus?

Annette Frier: Der ist von Monat zu Monat anders. Immer wenn wir uns an einen Alltag gewöhnt haben, wird er durch den nächsten abgelöst. Da passiert so viel, das ist ja das Tolle. Im Moment ist der aktuelle Stand, dass die Kinder in den Kindergarten gehen. Und wir sind wieder ganz normale Menschen und nehmen wieder am gesellschaftlichen Leben teil. Eltern lesen Zeitung und so weiter. (lacht)

familie.de: Ihre derzeit bekannteste Rolle ist ja die der Rechtsanwältin Danni Lowinksi. Was haben Danni und Annette gemeinsam?

Annette Frier: Wahrscheinlich mehr als mir selbst lieb ist. Ich spiele diese Rolle ja immer ein halbes Jahr am Stück. Da steckt also sehr viel von meinem Temperament und meinem Wesen drin. Biografisch haben wir allerdings nichts gemeinsam. Aber natürlich ist die Rolle toll, weil Danni ja auch so eine kleine Heldin ist. Da merke ich schon, dass es auch gesellschaftlich gewisse Auswirkungen hat, wenn man so eine Rolle spielt und auch für etwas steht. Und ich würde schon sagen, dass mir gesellschaftliche Themen sehr wichtig sind. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass ich so eine Rolle spielen kann.

familie.de: Auf dem Kinderhörbuch "Kosmo & Klax" leihen Sie und Autorin Alexandra Helmig Kosmo, Klax und Co. Ihre Stimmen. Können Sie sich vorstellen, noch mehr in die Kinderrichtung zu machen, also z.B. ein Kinderbuch oder Theaterstück zu schreiben?

Annette Frier: Das kommt immer auf die Inhalte an. Leider hätte ich im Moment für solche Projekte gar keine Zeit. Vor kurzem habe ich mit Michael Mittermeier „Verdammte Scheiße, schlaf ein“ eingelesen. So was macht enorm Spaß, weil man einfach gewisse Freiheiten hat, auch sprachlich gesehen. Das ist ja auch die Möglichkeit und Herausforderung, die man z.B. bei Theaterstücken für Kinder hat. Kinder haben eigentlich immer Lust auf Abwechslung, auf Dialekte und so weiter. Aber so etwas kostet eben auch viel Zeit. Ich hätte sehr große Lust, mit Kindern Theaterstücke einzustudieren. Das habe ich zum Beispiel auch während meiner Theaterausbildung gemacht. Ich finde es großartig, wenn Lehrer so etwas machen. Das ist zwar eine Riesenarbeit, aber so kann man den Kindern wirklich etwas nahe bringen, das sie mitnehmen bis sie erwachsen sind.

familie.de: Weihnachten steht vor der Tür. Was schenken Sie Ihren Kindern und Ihrem Mann zu Weihnachten?

Annette Frier: Die Geschenkidee für meinen Mann darf ich natürlich hier nicht verraten, nachher liest er das. (lacht) Für die Kinder planen wir ein großes Trampolin für draußen. Von Oma, Tante, Onkel und so weiter. Dann gibt es noch eine Kleinigkeit von uns Eltern und das war's. Wir werden das im Rahmen halten. Das ist uns letztes Jahr etwas über den Kopf gewachsen. Daraus haben wir gelernt, hoffentlich.

familie.de: Was wünschen Sie sich zu Weihnachten?

Annette Frier: Wo soll ich anfangen? Frieden.

(Interview: Tanja Thurner)



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