Verstand und Gefühle für Lebensglück wichtig


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Verstand und Gefühle für Lebensglück wichtig

Wer nun aber annimmt, der Verstand sei unwichtig für das Lebensglück, irrt natürlich genauso wie diejenigen, die die Bedeutung der Gefühle unterschätzen. Unsere Gefühle wirken wie eine Art Fehlerdetektor, der uns hilft, gute Entscheidungen zu fällen und Situationen spontan und intuitiv zu beurteilen. Über Körpersignale wie ein klopfendes Herz, Kribbeln im Bauch oder den Kloß im Hals geben die Gefühle eine erste Bewertung ab. Aber dann ist der Verstand gefragt: „Habe ich nur Muffensausen vor dem Neuen? Oder überfordere ich mich tatsächlich, wenn ich mich zum Elternvertreter wählen lasse?“

Wie gut wir durchs Leben kommen, hängt von der gelungenen Balance zwischen unseren Gefühlen und dem Verstand ab. Beide Instanzen müssen zusammenwirken, damit wir zu einem guten Ergebnis kommen. Ein anderes Beispiel: Sie können sich diesen Artikel durchlesen und ganz rational ihre Schlüsse daraus ziehen. Aber genauso wichtig ist es, dass Sie nicht nur über das Erziehen nachdenken, sondern genauso sehr zählt die Intuition! Kinder haben äußerst feine, gefühlvolle Antennen dafür, ob ihre Eltern wahrhaftig und authentisch sind oder nur aus dem Lehrbuch zitieren. Gefühle und Handlung - Zusammenhänge Und mindestens genauso bedeutsam wie das Zusammenspiel von Verstand und Gefühl ist das Wissen um den Unterschied zwischen Gefühl und Handlung. „Es ist wichtig für Kinder zu verstehen, dass nicht ihre Gefühle ein Problem darstellen, aber gelegentlich der Umgang damit“, sagt der amerikanische Psychologe John Gottmann. Oder anders gesagt: Wut ist okay. Nicht aber, dem Spielkameraden mit der Schaufel eine überzuziehen, nur weil man wütend ist.

So ganz unrecht hatte unsere Nachbarin Frau Kähler wahrscheinlich am Ende doch nicht: Nur weinen, maulen und mit dem Fuß aufstampfen hilft auf Dauer nicht weiter! Irgendwann muss man dann auch überlegen, was man mit diesen Gefühlen macht! Meine Spielkameraden und ich haben uns meist schnell wieder versöhnt, miteinander und mit der Welt - schmollen war uns auf Dauer zu langweilig. Kinder und Gefühle: 5 Gefühlstypen Ein empfindsames Kind braucht eine andere Ansprache als ein sehr extrovertiertes. Die Hamburger Psychologin Dr. Angelika Faas erklärt, worauf Eltern achten sollten „Die Sensibelchen“:
Diese Kinder sind anlehnungsbedürftig, schüchtern und träumerisch. Sie stehen Neuem eher skeptisch gegenüber. Tipp: „Diese Kinder brauchen besonders die Erfahrung, etwas ganz allein aus sich heraus zu schaffen. Kleine Erfolgserlebnisse, die sie sicherer machen. Das hilft ihnen, mehr Vertrauen in die eigenen Kräfte zu entwickelt und sowohl praktisch aber auch gefühlsmäßig selbstständiger zu werden. Doch statt sie zu drängen, funktioniert das am besten, wenn man sie mit kleinen Aufgaben betraut, an denen sie wachsen können.“

„Die Spielplatz-Rambos“:
Diese Kinder verfügen über viel Energie, die sie ausleben wollen. Sie spüren sich manchmal erst, wenn die anderen „Aua“ schreien. Sie überschätzen gelegentlich ihre Kräfte und Fähigkeiten und sind eher extrovertiert. Tipp: „Schimpfen und bestrafen ist wenig sinnvoll. Wichtig ist aber, konsequent zu sein und einen großzügigen, aber verbindlichen Rahmen zu schaffen, in dem das Kind sich bewegen kann - ohne ständig anzuecken. Gut sind Mannschaftsspiele, bei denen die Kinder einüben können, sich in eine Gruppe einzufügen und sich in die Bedürfnisse anderer einzufühlen.“

„Kleine Prinzessinnen und andere Superstars“:
Der Mittelpunkt ist ihr Lieblingsaufenthaltsort! Für diese Kinder ist die Außenwirkung besonders wichtig, sie sprudeln aus sich heraus und lieben Applaus und Lob. Tipp: „Eltern sollten ihnen die Aufmerksamkeit nicht versagen, aber besonders auch Anerkennung für leise Töne aussprechen und sie mit liebevoller Strenge immer wieder mal daran erinnern, auch andere zu Wort kommen zu lassen. Sinnvoll sind Konzentrations- und Strategiespiele, bei denen Geduld wichtig ist. Aber genauso auch Mannschaftssportarten, bei denen die kleinen Stars weniger als Solisten brillieren, sondern als Teil einer Gruppe Erfolg haben.“

„Das Pokerface“:
Sie sind gelegentlich fast schroff und lassen sich Schmerz und Freude wenig anmerken. Sie wirken sehr unabhängig und sind eher Einzelgänger. Tipp: „Diese Kinder wollen nicht bedrängt werden. Aber wenn sie aus sich herauskommen, sollten sie spüren, dass man sich für sie interessiert. Beim Theater- oder Rollenspiel können sie Gefühle ausprobieren, ohne sich zu sehr zu offenbaren. Auch Musik und Malen sind für sie gute Möglichkeit, sich emotional auszudrücken.“

„Die kleinen Professoren“:
Sie sind oft früh vernünftig, sehr kontrolliert, aber manchmal auch etwas altklug und besserwisserisch. Tipp: „Hier ist es wichtig, dass Eltern ein Gegengewicht schaffen, für Entspannung sorgen und viele Bewegungsangebote machen. Und statt den ,Experimentierkasten für Grundschüler' aufzuklappen, sollten sie lieber Quatsch und Unsinn mit ihren Kindern machen - zum Beispiel aus Luftballons Wasserbomben basteln oder sich gegenseitig durchkitzeln.“