Schwanger trotz Periode - ist das möglich?

"Ich habe meine Tage auch in der Schwangerschaft bekommen." Das kann gar nicht sein. Warum das so ist und welche Blutungen durchaus normal sind: der Faktencheck!


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Schwangerschaft und Periode schließen sich aus



Schwanger trotz Periode - Geht das?

Schwanger trotz Periode - geht das überhaupt?


© iStock
Auch wenn viele Frauen davon berichten, bis weit in die Schwangerschaft hinein ihre Periode bekommen zu haben, kann dies rein biologisch nicht sein. Denn Schwangerschaft und Menstruation könnten gegensätzlicher nicht sein. Während der Periode wird die Gebärmutterschleimhaut, die sich während des Zyklus aufgebaut hat, mit einer Blutung abgestoßen. Sie wird nicht weiter benötigt. Genau diese Gebärmutterschleimhaut wird aber im Falle einer Befruchtung gebraucht, denn in ihr nistet sich die Eizelle ein. Eine leichte Blutung zum Zeitpunkt der Einnistung tritt dagegen häufig auf - und wird ebenso oft mit der normalen Periodenblutung verwechselt, auch wenn sie sich schwächer und meist als Schmierblutung zeigt. Warum es überhaupt blutet? Nach der Befruchtung vergrößern sich die Blutgefäße der Gebärmutter in Vorbereitung auf die Schwangerschaft - diese können bei der Einnistung verletzt werden.

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Blutungen in der Frühschwangerschaft nicht ungewöhnlich

Jetzt könnte man denken: Gut, die Einnistungsblutung ist eine einzige Blutung - aber was ist mit den Frauen, die die Periode weiter bekommen? Die klare Antwort ist: Auch hier handelt es sich nicht um die Menstruation. Gerade in der Frühschwangerschaft treten leichte vaginale Blutungen häufig auf – und sind erstmal auch kein Grund zur Besorgnis.

Ursache ist meist die Hormonumstellung, der Körper stellt sich auf die Schwangerschaft ein und bis alles reibungslos „eingerichtet“ ist, kann es eben auch mal bluten. Diese Blutungen können zudem zyklisch auftreten, so dass frau sie leicht mit der Periode verwechselt. Sie sind in dem Fall aber wesentlich schwächer, meist sind es nur Schmierblutungen oder einige Tropfen. Die Unterscheidung von Blutungen in der Frühschwangerschaft und Periode kann schwer fallen, wenn vorher hormonell (z.B. mit der Pille) verhütet wurde, da dies die Dauer und Stärke der Monatsblutung oft mindert.

Wie bereits erwähnt, leichte Blutungen in der Schwangerschaft sind in den meisten Fällen harmlos. Wenn die Blutung aber stärker wird oder anhält, Schmerzen oder zusätzliche Symptome auftreten, muss eine Eileiterschwangerschaft oder Fehlgeburt ausgeschlossen werden. Der Gang zum Arzt ist dann unbedingt notwendig. Dasselbe gilt, wenn Sie sich große Sorgen machen.

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Geht meist schneller, als man denkt: Häufig reichen schon drei Zyklen, um nach dem Absetzen der Pille schwanger zu werden.


Schwanger trotz Pille?

Es gibt Frauen, die trotz Einnahme der Pille schwanger werden. Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 (statistisch wird nicht mal eine von 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger) ist die hormonelle Verhütung sehr sicher – es ist also unwahrscheinlich, dass die Wirkung der Pille "versagt." Die meisten „TroPi-Kinder“ werden aufgrund von Einnahmefehlern gezeugt - sprich die Pille wurde nicht regelmäßig eingenommen. Auch können bestimmte Medikamente wie Antibiotika und Johanniskraut die Wirkung mindern oder aufheben. Heftige Magen-Darm-Infekte mit Erbrechen und Durchfall sind ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Bei allen diesen Fällen wird dem Körper nicht die ausreichende Menge an Hormonen zugeführt, der Eisprung im Zweifel nicht unterdrückt. Das Ergebnis: eine Schwangerschaft. 

Und was ist mit den Blutungen?
Angenommen, Sie werden trotz Pille schwanger. Sie rechnen natürlich nicht damit und nehmen sie wie gewohnt weiterhin ein. Dann kann es in der Pillenpause zu einer leichten Blutung oder Schmierblutung kommen. Der Grund: Die Blutungen in der Pillenpause sind streng genommen keine Periodenblutungen, sondern sogenannte Abbruchblutungen. Denn durch die Pille wird der Hormonlevel im Körper konstant gehalten. Der Eisprung wird unterdrückt und deswegen die Gebärmutterschleimhaut weniger aufgebaut als bei einem unbeeinflussten Zyklus. In der Einnahmepause bricht die Hormonzufuhr plötzlich ab (deswegen Abbruchblutung) - die Blutung wird ausgelöst. Die Periode unter der Pille ist quasi nicht „echt“, sondern künstlich.

Wenn Sie die Pille nehmen und schwanger sind, es aber noch nicht wissen - dann ist das zwar nicht optimal. Aber auch kein Grund zu kopfloser Panik: Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko einer Missbildung des Babys nicht höher ist als unter normalen Umständen. Trotzdem gilt natürlich: Bei Ausbleiben der Abbruchblutung oder anderen Symptomen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten, sollten Sie einen Schwangerschaftsfrühtest machen oder zum Frauenarzt gehen.  

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