Spermienqualität verbessern: Gesunde Ernährung ist das A und O

Paare, bei denen es keine Probleme mit der Erfüllung des Kinderwunsches gibt, müssen sich auch nicht allzu viele Gedanken um gutes oder schlechtes Sperma machen. Allerdings können Männer in einer „unfruchtbaren Beziehung“ einiges für ihre Fruchtbarkeit tun, damit es mit dem Wunschkind hoffentlich bald klappt.


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Schädigende Einflüsse minimieren


Zunächst einmal sollten Sie sich darüber informieren, welche Faktoren die Spermienqualität herabsetzen können – und diese schließlich weitestgehend vermeiden. Nicht allen schädigenden Einflüssen kann man einfach aus dem Weg gehen – für Erkrankungen oder Erbfaktoren kann man nichts. Doch es gibt auch jede Menge Fruchtbarkeitshemmnisse, die Sie selbst steuern können. Insbesondere das Rauchen zählt dazu. Diverse Studien belegen, dass Nichtraucher eine erheblich größere Chance drauf haben, ein Kind zu zeugen. Das gilt übrigens auch bei künstlichen Befruchtungen. Zudem ist das Fehlgeburtsrisiko nichtrauchender Paare geringer als bei Paaren, bei denen einer oder beide Partner rauchen.

Mann raucht nicht mehr

Spermakiller Nr. 1: Zu Gunsten Ihrer Fruchtbarkeit sollten Sie das Rauchen aufgeben.


© iStock
In Ihrer Hand liegen außerdem ein gesunder und verantwortungsvoller Konsum von Alkohol und Medikamenten, sowie der Abbau etwaigen Übergewichts, das die Spermaqualität ebenfalls beeinträchtigen kann. Außerdem sollte Stress weitgehend vermieden werden – nehmen Sie sich im Alltag bewusst Zeit für Pausen und Entspannung.
Gesunde Ernährung für eine gute Spermienqualität
Ansonsten gilt eine gesunde und ausgewogene Ernährung als regelrechter Booster für die Spermienproduktion. Insbesondere Lebensmittel mit einem hohen Wert an Antioxidantien sollten auf Ihrem Speiseplan stehen, wenn Sie Probleme mit der Spermienqualität haben. Antioxidantien unterstützen die Keimzellreifung und schützen die Samenzellen vor freien Radikalen. So fördern sie die Anzahl und die Beweglichkeit der Spermien.

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Folgende Vitamine und Nährstoffe wirken sich positiv auf die Spermienqualität aus:

Folsäure wird zur Keimzellreifung benötigt und wirkt antioxidativ. Studien geben Hinweise darauf, dass eine erhöhte Folsäure-Zufuhr die Spermienzahl erhöht und die Form der Spermien günstig beeinflusst. Folsäure kommt zum Beispiel in Leber, Getreide, und Hülsenfrüchten sowie Nüssen vor.

Vitamin C, Vitamin E und Vitamin D: Die Vitamine haben eine antioxidative Wirkung und konnten in Studien zu einer Verbesserung der Spermienqualität beitragen. Jede Menge Vitamin C steckt beispielsweise in Zitrusfrüchten und Südfrüchten (Mango, Papaya, Ananas), aber auch in heimischen Kohlsorten oder grünen Erbsen. Vitamin E findet sich vor allem in Pflanzenölen und Nüssen. Vitamin D bildet der Körper selbst, dafür braucht er allerdings die Sonne. Ansonsten kann Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.

Zink wirkt ebenfalls antioxidativ und wird für die Keimzellreifung benötigt. Zink findet sich zum Beispiel in Rind- und Hühnerfleisch, Meeresfrüchten, Käse, Haferflocken oder Erdnüssen.

Selen soll dabei helfen, die Spermienzahl zu erhöhen. Es steckt zum Beispiel in Fisch, Rind- und Hühnerfleisch, Kokosnüssen, Steinpilzen, Hülsenfrüchten oder Sonnenblumenkernen.

Kalzium findet sich zum Beispiel in Milchprodukten, Mandeln, Haselnüssen, Grünkohl oder Tofu.

Magnesium unterstützt ebenfalls die Keimzellreifung. Magnesium steckt in Hülsenfrüchten, Haferflocken, Reis, Soja und Nüssen.

Omega-3-Fettsäuren fördern das männliche Hormonsystem. Quellen für diese Fettsäuren sind vor allem Fisch (Lachs, Hering, Makrele), aber auch Raps- und Leinöl oder Walnüsse.
Sport und Sex regen die Spermienproduktion an
Lange galt häufiger Sex als Killer für die Spermienqualität. Bei einem bestehenden Kinderwunsch wurde Paaren daher häufig dazu geraten, einige Tage enthaltsam zu sein, bevor sie an den fruchtbaren Tagen der Frau miteinander schlafen. Mittlerweile haben Wissenschaftler diese Annahme widerlegen können. Zwar fördern enthaltsame Phasen das Samenvolumen und die Anzahl der Spermien, allerdings steigt gleichzeitig die Anzahl abnormal geformter Spermien, die nicht zur Befruchtung taugen. Verschiedene Studienergebnisse deuten heute darauf hin, dass eher kurze Abstände beim Sex die Spermienqualität verbessern.

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Neben dem Bettsport kann auch Kraftsport die Spermienproduktion ankurbeln. Natürlicher Muskelaufbau durch regelmäßiges Training fördert die Testosteron- und damit die Samenproduktion. Die Betonung liegt hier jedoch auf dem natürlichen Muskelaufbau: Wer schummelt und mit Anabolika nachhelfen will, wird den gegenteiligen Effekt erzielen und die körpereigene Testosteronproduktion heruntersetzen. 
Chancen auf ein Kind trotz niedriger Spermienqualität?
Sollte bei Ihnen beziehungsweise Ihrem Partner mithilfe eines Spermiogramms eine verringerte Spermienqualität festgestellt werden, können Sie versuchen, sie mit den vorgestellten Maßnahmen – oder einer medikamentöser Behandlung, sollte die Ursache hormonell- oder erkrankungsbedingt sein – zu verbessern.

Sollte dies nicht den gewünschten Effekt bringen, stehen betroffenen Paaren noch verschiedene Möglichkeiten der Kinderwunschmedizin zu Verfügung. In Frage kommen zum Beispiel eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), bei der aus einer Samenprobe des Mannes einzelne, geeignete Samenzellen entnommen und in die zuvor entnommene Eizelle der Frau injiziert wird. Weitere Verfahren für eine künstliche Befruchtung bei schlechter Spermienqualität sind zum Beispiel TESE und MESA, bei denen das Sperma direkt aus den Nebenhodenkanälchen beziehungsweise aus dem Hodengewebe entnommen wird.

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