Wunschbaby per Leihmutter - nicht ohne Nebenwirkungen

Wer sind eigentlich die "echten" Eltern eines Leihmutter-Babys und welche psychologischen Nebenwirkungen sollte man nicht vergessen?


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Wer sind denn eigentlich die Eltern?


In Deutschland gilt nach § 1591 BGB: Die Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat. Also ist hierzulande nach dem Gesetz die Leihmutter die leibliche Mutter, und nicht die genetische Mutter beziehungsweise die sogenannte „Sorgemutter“, die das Austragen des Babys in Auftrag gegeben hat und es großzieht. Diese rechtliche Lage kann weder angefochten werden, noch durch Verträge wirksam geändert werden. Sogar wenn die „Sorgemutter“ in einer ausländischen Geburtsurkunde als leibliche Mutter angegeben ist, ist ihre Mutterschaft nach deutschem Recht nicht begründet.


© Thinkstock
Die „Sorgemutter“ ist daher rein rechtlich nicht mit ihrem Kind verwandt. Gleiches gilt auch für den „Sorgevater“. Dieser kann jedoch rechtlich die Abstammung des Kindes von sich herstellen, indem er, mit Zustimmung der Leihmutter, formwirksam nach § 1594 BGB die Vaterschaft anerkennt. Das funktioniert natürlich nur, wenn eine tatsächliche genetische Verwandtschaft zwischen Vater und Kind gegeben ist, und vor allem, wenn nicht bereits die Vaterschaft eines anderen Mannes besteht (§1594 Abs.2 BGB). Denn ist die Leihmutter verheiratet, ist nach §1592 Abs.1 BGB ihr Ehemann der rechtliche Vater des Kindes.
Geburtsurkunde und Staatsangehörigkeit des Wunschbabys
Da die ausländische Leihmutter und ihr Ehemann nach deutschem Recht die Eltern des Wunschbabys sind, hat das Kind auch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Einreise des Kindes nach Deutschland ist ohne gültige Passpapiere aber nicht möglich. Die Adoption eines Wunschkindes ist wiederum kompliziert. Bei einer Leihmutterschaft in den USA werden die zukünftigen Eltern als leibliche Eltern in die Geburtsurkunde eingetragen. Auch dann erhält das Kind nicht sofort die deutsche Staatsangehörigkeit, da es in den USA geboren wurde. Doch bei der Einbürgerung des Kindes in sein zukünftiges Heimatland helfen in den USA die Leihmutter-Vermittlungsagenturen weiter.
Psychologische Nebenwirkungen
Es kommt durchaus immer wieder vor, dass die Leihmutter sich von dem Kind nach der Geburt nicht trennen kann. Interessierte Wunscheltern sollten daher die Auswahl der Leihmutter gründlich am besten vor Ort und persönlich treffen. Um solche Konflikte zu vermeiden, in den USA werden von seriösen Agenturen vermittelte Leihmutterschaften alle medizinischen Untersuchungen auch von psychologischer Seite betreut. Anzuraten ist außerdem, auch nach der Geburt den Kontakt zur Leihmutter zu halten, um den Kindern später Probleme aufgrund ihrer Herkunft zu ersparen. Das gilt auch, wenn aufgrund einer zusätzlichen Eizellenspende drei „Mütter“ im Spiel sind. Denn letztlich sind die psychischen Konsequenzen einer Leihmutterschaft für den Menschen noch nicht erforscht, da diese Möglichkeit noch zu den neueren Formen der Familienplanung gehört.

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