Vaterschafts­anerkennung: Die 7 wichtigsten Fragen & Antworten

Was ist zu tun?

Vaterschafts­anerkennung: Die 7 wichtigsten Fragen & Antworten

Ihr erwartet ein Kind, seid aber nicht verheiratet? Dann habt ihr euch bestimmt schon Gedanken über eine Vaterschaftsanerkennung gemacht. Falls nicht, solltet ihr das tun. Alles, was ihr dazu wissen müsst. 

1. Warum ist die Vaterschaftsanerkennung vor allem für unverheiratete Eltern relevant?

Wird das Baby geboren, ohne dass seine Mama und sein Papa zu diesem Zeitpunkt verheiratet sind, muss die Vaterschaft anerkannt werden, damit der biologische auch der gesetzliche Vater ist. Wichtig: Beide Elternteile müssen mit der Anerkennung einverstanden sein.

2. Müssen sich auch verheiratete Papas um eine Vaterschaftsanerkennung kümmern?

Nein, denn wenn der biologische Vater zum Zeitpunkt der Geburt des Babys mit der Mutter verheiratet ist, gilt er gleichzeitig auch als gesetzlicher Vater. Dadurch hat er automatisch das Recht auf Umgang mit seinem Kind und es darf auch seinen Nachnamen führen.

3. Was sind die Pflichten des Vaters durch die Vaterschaftsanerkennung?

Wer der gesetzliche Vater ist, muss dem Kind Unterhalt zahlen, bis dieses eine Ausbildung beendet hat. Auch die Mutter des Kindes hat dadurch Rechte gegenüber dem Vater: Frühestens vier Monate vor der Geburt, auf jeden Fall aber in den Mutterschutzfristen und dann mindestens drei Jahre nach der Geburt des Babys muss er an sie Unterhalt zahlen.

Außerdem hat das Kind dann auch sozialrechtliche Ansprüche, zum Beispiel Mitversicherung in der Krankenkasse des Vaters, Waisenrente und Erbschaftsansprüche, falls der Vater stirbt.

4. Wann kann eine Vaterschaftsanerkennung stattfinden?

Sowohl schon vor der Geburt, als auch jederzeit danach. Für die Variante vor der Geburt spricht, dass der Vater, falls es vor oder während der Entbindung Komplikationen gibt, dann schon berechtigt ist, Entscheidungen für das Kind zu treffen, falls die Mutter nicht ansprechbar ist oder gerade selbst medizinisch versorgt werden muss.

Weiterer Vorteil: Ist die Vaterschaft schon vor der Geburt amtlich anerkannt, wird der Vater gleich mit in die Geburtsurkunde des Kindes mit eingetragen. Geschieht das erst später, muss das Standesamt eine neue, korrigierte Geburtsurkunde ausstellen.

5. Wo kann man die Vaterschaft anerkennen lassen?

Das ist beim Standesamt und beim Jugendamt kostenlos, und beim Amtsgericht oder bei einem Notar gebührenpflichtig möglich – und muss natürlich immer freiwillig und in öffentlicher Form geschehen. Den Termin können Vater und Mutter zusammen oder auch einzeln wahrnehmen. Ist ein Elternteil noch minderjährig, müssen seine gesetzlichen Vertreter der Beurkundung zustimmen.

6. Was brauche ich für eine Vaterschaftsanerkennung?

Der Vater braucht:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde
  • Bei einer Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt: Mutterpass zum Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes
  • Bei einer Vaterschaftsanerkennung nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes

Die Mutter braucht:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunde oder Abstammungsurkunde
  • Bei einer Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt: Mutterpass zum Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes
  • Bei einer Vaterschaftsanerkennung nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes
  • Eine beglaubigte Abschrift der Anerkennungserklärung des Vaters

7. Bedeutet eine Vaterschaftsanerkennung auch automatisch das geteilte Sorgerecht?

Nein, selbst wenn ein Mann die Vaterschaft anerkannt hat, hat die Frau erst einmal das alleinige Sorgerecht, vorausgesetzt die beiden sind nicht heiratet. Falls sich die Eltern das Sorgerecht für das Kind teilen möchten, müssen sie zusätzlich eine gemeinsame Sorgerechtserklärung abgeben.

Bildquelle:

Getty Images

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